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„Bin doch keine Kita“: Oma verbringt nur gegen Geld Zeit mit ihrem Enkel

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Von: Anika Zuschke

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Eine Großmutter verlangt für das Babysitten ihres Enkels Geld von ihrer Tochter – sie sei schließlich keine Kindertagesstätte. Im Internet sorgt das für Furore.

Medford – Für die meisten Großeltern ist es ein Privileg und eine Freude, auf die eigenen Enkelkinder aufzupassen. Manche streiten sich sogar regelrecht darum, wer als Nächstes an der Reihe ist. Doch nicht so diese Großmutter: Eine anonyme Dame teilte auf der Social-News-Website „Reddit“ mit, dass sie von ihrer Tochter Geld dafür verlangt, auf ihr eigenes Enkelkind aufzupassen – und zwar eine stattliche Summe. Auf „Reddit“ und auch in sozialen Netzwerken erntet die Großmutter dafür jedoch wenig Verständnis.

Website:reddit Inc. (reddit)
Gründung:23. Juni 2005, Medford, Massachusetts, Vereinigte Staaten
CEO:Steve Huffman (10. Juli 2015–)
Hauptsitz:San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten

Großmutter möchte für Babysitten ihres Enkelkindes bezahlt werden – und erntet empörte Kommentare

Für Eltern von kleinen Kindern kann es ziemlich schwierig werden, eine zuverlässige Kinderbetreuung für einen fairen Preis zu finden. Die meisten Kindertagesstätten oder Kindergärten haben lange Wartelisten oder verlangen extreme Preise. Zu Corona-Zeiten hat sich diese Situation noch zusätzlich verschärft. Deswegen entscheiden sich viele Eltern dafür, die ersten Jahre nach der Geburt bei dem Kind zu bleiben und ihren Beruf vorerst aufzugeben – eine weitere Option sind aber natürlich auch immer noch hilfsbereite Familienmitglieder.

Das dachte sich auch eine 29 Jahre junge Frau, die nach einem Jahr Mutterschutz in ihren Beruf zurückkehren und ihr einjähriges Baby deswegen für zwei bis drei Tage die Woche an ihre Mutter übergeben wollte. Doch für die Großmutter ist dieser Aufwand offenbar nicht in Liebe und Zuneigung vonseiten ihres Enkels aufzuwiegen. Nein, sie verlangt für das Babysitten tatsächlich Geld von ihrer Tochter. Mit den Worten „Ich bin doch keine Kindertagesstätte“ versucht sie, sich auf „Reddit“ zu rechtfertigen. Dort wollte sie von der Community wissen, welchen Stundensatz sie für die Zeit mit ihrem Enkelkind verlangen könne. Besonders liebevoll klingt das nicht, wahrscheinlich würde sich die Großmutter auch auf kinderfreien Flügen extrem wohlfühlen – die sollen ihr Geld tatsächlich wert sein.

Großmutter verlangt von ihrer Tochter Geld für das Babysitten ihres eigenen Enkels: „Habe mein eigenes Leben“

Auf „Reddit“ erklärt die Großmutter die Situation folgendermaßen: „Meine Tochter arbeitet fünf Tage die Woche, ungefähr 7-8 Stunden am Tag von 7.30 bis 15:00 Uhr, und fragte mich, ob ich bereit wäre, ihren Sohn an zwei oder drei Tagen in der Woche zu babysitten.“ Ihren Worten zufolge würde sie sich gerne um ihren Enkel kümmern, aber fügt auch hinzu: „Ich habe mein eigenes Leben, ich arbeite selber und ich denke, meine Tochter sollte verstehen, dass ich meine Zeit aufgeben würde, wenn ich von zu Hause aus arbeite. Und wenn ich das aufgebe, brauche ich Geld, um die Zeit zu ersetzen, die ich für meinen Job verliere.“ Für ihre häusliche Arbeit bezahlt werden wollte auch eine Frau in Buenos Aires, deren Ex-Mann 160.000 Euro für 30 Jahre Hausarbeit zahlen musste.

Eine Großmutter spielt glücklich mit ihrem Enkelkind.
Großmutter verlangt Geld für das Babysitten ihres Enkels – und erntet dafür Unverständnis. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Tatsächlich stimmte die Tochter zu und erklärte sich bereit, für das Babysitten ihres Kindes finanziell aufzukommen. Doch an dieser Stelle wurde es schwierig. Denn während die Großmutter einen Stundensatz von 12 Dollar (10,60 Euro) verlangte, zeigte sich die Tochter mit einer maximalen Vergütung von 10 Dollar (8,83 Euro) einverstanden. Über diese Verhandlung schrieb die Großmutter auf „Reddit“: „Sie behauptet, dass sie sich 12 Dollar nicht leisten kann, obwohl sie für ihren Job 22 Dollar (19,43 Euro) pro Stunde erhält.“ Dieser Handel zwischen Tochter und Großmutter klingt schon absurd, aber es gibt noch deutlich kuriosere Arten, um Geld zu verdienen: Eine Frau verkauft beispielsweise ihre Fürze im Internet – und verdient damit Tausende Euro.

Großmutter erntet entsetzte Kommentare: „Sollte sich glücklich schätzen“

Bereits auf „Reddit“ fiel es vielen Lesern schwer, nach dieser Aussage mit der Großmutter zu sympathisieren. Kommentierende warfen ihr vor, einen „Mangel an Sympathie“ für ihre Tochter übrigzuhaben und wiesen darauf hin, dass die ältere Dame einen ziemlich großen Teil des Gehalts ihrer Tochter verlangte – insgesamt fast zwei Drittel, ohne Steuern. Andere waren der Meinung, dass es zwar ihr Recht wäre, Geld fürs Babysitten zu verlangen, der Preis dafür aber zu hoch sei – eben weil es sich um ihr Enkelkind handelt. Als bester Babysitter – ohne Vergütung – entpuppte sich ein Hund in Australien, der ein verirrtes Mädchen stundenlang warmhielt und ihr damit das Leben rettete*.

Auch in den sozialen Netzwerken machte die Geschichte ihre Runde und hinterließ fassungslose Leser. „Ich habe mich um meine Enkelkinder gekümmert und würde es sofort wieder tun. Ich würde nicht einmal daran denken, Geld zu nehmen für die Freude, den Genuss und das Privileg“, schreibt eine Facebook-Userin entrüstet und eine weitere stimmt zu: „Sie sollte sich glücklich schätzen, dass die beiden da sind. Ich wünschte, meine Mutter wäre hier, sie würde es lieben, auf ihre Enkelkinder aufzupassen!“

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Großmutter verlangt Babysitter-Geld – Facebook-User sind sich einig: „Das ist ekelhaft“

Ein Facebook-Nutzer lenkte mit einem lachenden Smiley zurecht ein: „Macht es dich nicht mehr zu einer Kita, wenn man dafür bezahlt wird!?“, und macht damit das schwache Argument der Großmutter schnell zunichte. Auch ein weiterer Kommentierender geht auf das Zitat ein und ist der Meinung: „Sie sind vielleicht keine Kindertagesstätte, aber auch keine richtige Großmutter.“

Facebook-Nutzerin Tracy denkt: „Das könntest du eines Tages bereuen“ und der Kommentar „Ich habe auf meine Enkel aufgepasst und jetzt meine Urenkel. Ich mache es für Liebe, nicht Geld“ zeigt auf, worum es eigentlich beim Babysitten gehen sollte. Kommentare wie „Das ist ekelhaft“, „Das ist Wahnsinn“ oder „Liebe ist umsonst“ reihen sich aneinander. Ist es das? Scheinbar nicht mehr überall, denn eine Website vermittelt bereits Profikuschler an Einsame – für 70 Euro pro Kuscheleinheit. Die Großmutter könnte das mit ihrem Enkel umsonst haben...

Auch Facebook-Userin Suzanne hat einen guten Punkt: „Hoffen wir, dass Ihre Kinder es nicht so wie Sie sehen, wenn Sie alt sind und keine Gabel mehr halten können…“ Aus dem „Reddit“-Post wurde nicht ersichtlich, ob sich Großmutter und Tochter auf eine Summe einigen konnten. Aber es bleibt zu hoffen, dass der Einjährige inzwischen liebevolle Betreuung erhält – ob von der Großmutter oder einer Kita – und die Mutter zufrieden zu ihrem Beruf zurückkehren konnte. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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