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Gendert die ARD jetzt doch? Tagesschau plötzlich ohne „Damen und Herren“

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Von: Ulrike Hagen

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In der ARD Tagesschau begrüßt Moderator Jens Riewa die Zuschauer plötzlich genderneutral. Schluss mit „Damen und Herren“? Das Netz überschlägt sich.

Hamburg – In ganz Deutschland erhitzt seit geraumer Zeit die Gender-Debatte um die korrekte Ansprache aller Menschen die Gemüter. Die ARD macht da nicht mit, hieß es bis vor kurzem. Während das ZDF Shitstorm kassiert, weil Mannschaft jetzt Frauschaft genannt werden soll, hieß es: Die ARD-Tagesschau gendert nicht, „Damen und Herren“ bleibt, wie eine ARD-Sprecherin offiziell verkündete. Die Moderatorinnen der Nachrichtensendung würden auch in Zukunft an ihrer Begrüßung festhalten. Nun folgte der Schockmoment für alle Traditionalisten am vergangenen Samstag.

Nachrichtensendung:Tagesschau
Erstausstrahlung:26. Dezember 1952
Sender:Das Erste, Tagesschau24, ARD
Sendezeit:20 Uhr
Produktionsort:Hamburg

Bei ARD Schluss mit „Damen und Herren“: Erste genderneutrale Begrüßung in der Tagesschau

Erstmals in der fast siebzigjährigen Geschichte der ARD-Nachrichtensendung begrüßt der Chefsprecher Jens Riewa die Zuschauer an diesem Abend nicht mit dem Satz „Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur ‚Tagesschau‘“. Stattdessen schickt er in der 20-Uhr-Ausgabe den genderneutralen Satz „Guten Abend und willkommen zur Tagesschau“ auf Sendung. Eine Premiere!

Der Moderator Jens Riewa in der Tagesschau
Tagesschau-Traditionsbruch: Jens Riewa begrüßt die Zuschauer zum ersten Mal mit genderneutraler Anrede. (Symbolbild, 24hamburg.de-Montage) © Daniel Reinhardt/dpa

ARD Tagesschau Chefsprecher Jens Riewa bricht 70-jährige Tradition in Live-Sendung: Hat er bewusst gegendert?

Der Traditionsbruch in der Live-Sendung lässt zahllose Zuschauer komplett irritiert zurück – und wirft offensichtlich ebenso viele Fragen auf wie die Tatsache, dass Gott gendergerecht umbenannt werden soll – und ein Name schon gefunden ist. Anchorman Riewa, der im vergangenen Jahr für große Heiterkeit sorgte, als er in einer ARD-Berichterstattung den damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet mehrfach mit dem Vornamen „Bernd“ versah, löst mit diesem vermeintlich harmlosen Satz hitzige Debatten im Netz aus.

ARD Zuschauer komplett irritiert: War das Gendern bei der Tagesschau aus Versehen oder mit Absicht?

Etliche der 5,14 Millionen Zuschauer der Nachrichten vom vergangenen Samstag äußern im Netz ihre Konfusion ob der geänderten Ansprache – und spekulieren, ob das aus Versehen passierte oder mit voller Absicht. Wild wird darüber diskutiert, ob das gut so ist oder nicht – und ob das bleiben soll oder wieder wegkann. „Endlich! ‚Meine Damen und Herren´ hat ausgedient. Das ‚meine´ störte mich schon immer. Wir gehören euch nicht. Und ‚Damen und Herren‘ schließt viele Menschen aus, auch junge Zuschauer.“ findet etwa eine Userin.

Gendergerechte Sprache in der Tagesschau: Laut Umfrage Mehrheit dafür – viele Zuschauer dennoch stinksauer

„Da die Tagesschau ihren Sitz in Hamburg hat, wäre ein Moin“ auch nicht schlecht, twittert ein anderer unter einer ins Netz gestellten Umfrage. Allerdings gibt es auch echte Feinde der „Genderifizierung“: „Es ist schon wirklich unglaublich, wie sich eine Minderheit hier in unserem Land gegen die erklärte Mehrheit durchsetzt. Dieses Gendern ist totaler Mist und ich habe nicht einmal die Möglichkeit, Zahlungen in diese Staatsmedien einzustellen“, motzt ein aufgebrachter Zuschauer.

Dabei ist die Schnappatmung ganz umsonst: Anders als bei der Lufthansa, wo ist Schluss mit „Willkommen an Bord, meine Damen und Herren“ setzt die Tagesschau ihren Traditionskurs fort: „Aktuell sind keine dauerhaften Änderungen bei der Begrüßung geplant“, stellte der zuständige NDR gegenüber t-online.de fest. Aber darüber, wie die Ansprache zustande kam, darf weiter spekuliert werden – man wolle sich „zu internen Abläufen nicht äußern“. Die Twitter-Umfrage eines Users jedenfalls ergab ein klares Votum für die genderneutrale Ansprache.

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