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Arbeiter erhält fälschlicherweise Mega-Gehalt – und haut dann ab

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Von: Steffen Maas

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Ein chilenischer Angestellter bekommt aus Versehen 170.000 Euro statt 510 Euro Gehalt. Erst meldet er den Irrtum – dann kündigt er und verschwindet.

Santiago de Chile, Chile – Eine unerwartete Gehaltserhöhung: Während Hafenarbeiter im Norden seit Monaten um eine 1,20-Euro-Lohnsteigerung kämpfen, wurde in Chile ein Angestellter mal eben so von einer Gehaltszahlung überrascht, die 330-mal so hoch war wie gewöhnlich. Statt etwa 500.000 Chilenischen Pesos (510 Euro) fanden sich plötzlich 165.398.851 Chilenische Pesos (170.000 Euro) auf seinem Konto wieder.

Das Problem: Die großzügige Überweisung war ein Irrtum. Ein ursprünglicher Anflug von Ehrlichkeit des Neu-Reichen verpuffte – er ist mittlerweile untergetaucht.

Name:Santiago de Chile
Hauptstadt von:Chile
Bevölkerung:5,6 Millionen (Stand: 2017)

Chilene bekommt versehentlich Mega-Gehalt überwiesen – und taucht unter

Aber der Reihe nach. Denn erst sah es noch nach einer schnellen, unkomplizierten Lösung des Überweisungsirrtums aus, wie die chilenische Finanzzeitung „Diario Financiero“ berichtete. Nachdem der Logistikmitarbeiter bemerkt hatte, dass sein Arbeitgeber, der Tiefkühlkosthersteller CIAL Alimentos, eine obszöne Menge an Geld zu viel überwiesen hatte, meldete er den Fehler brav bei seinem Vorgesetzten. Denn Fehler aus der Kategorie „Bankirrtum zu Ihren Gunsten“ scheinen wahrlich keine Einzelfälle zu sein.

Ein Closeup der chilenischen Pesos.
Wie viel der unbekannte Arbeiter noch mit dem Kleingeld der chilenischen Währung zu tun hat, ist unklar. © Paolo Gallo/imago/Symbolbild

Der wiederum informierte die Personalabteilung des Unternehmens, die schnell erkannten, wo sich der Fehler eingeschlichen hatte. Einfache Lösung des Fauxpas: Der Mitarbeiter sollte sich von seinem neuen Reichtum wieder trennen und bei der Bank eine Rücküberweisung veranlassen. Zunächst stimmte er folgsam zu. Immerhin hatte er nicht vorsätzlich versucht, das Geld zu erschwindeln – wie ein italienischer Beamter, der 15 Jahre nicht zur Arbeit erschien.

Nach unerwartetem Geldregen folgt die Kündigung für Chilenen

Was dann in dem zuvor noch aufrichtigen Chilenen vorging, ist zu diesem Zeitpunkt unklar. Vielleicht hatte er Teile des Geldes bereits verjubelt, vielleicht sah er sich in reinster Gollum-Manier schlicht nicht fähig, sich von seinem Schatz zu trennen. Sicher ist nur: Drei Tage lang rannte die Führungsetage des Tiefkühlkostherstellers Mann und Geld hinterher, ohne eine Reaktion zu bekommen.

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Dann reichte der Logistiker über einen Anwalt offiziell seine Kündigung bei CIAL Alimentos ein – und verschwand sofort wieder wie vom Erdboden verschluckt.

Mann weiterhin flüchtig, Geld weiterhin futsch

Der Rest der Geschichte ist laut „Diario Financiero“ schnell erzählt: Das Unternehmen erstattete Strafanzeige mit dem Vorwurf, der Arbeitnehmer habe Firmengelder veruntreut. Da von dem Mann nach wie vor jegliche Spur fehlt, ist es bisher jedoch nicht zu Festnahmen gekommen. Ob CIAL Alimentos das Geld wiedersieht, ist unklar.

Weil es in Deutschland nervige Gesetze wie den Herausgabeanspruch gibt, könnten auch hiesige Arbeitnehmer einen solchen Irrtum nicht genießen – so wie im Jahr 2017, als die Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) insgesamt fünf Milliarden Euro auf falsche Konten überwiesen hatte. Einen ganz legalen, wenn auch moralisch zweifelhaften Weg, mit sehr wenig Arbeit viel Geld zu verdienen, hatte derweil ein Amerikaner gefunden: Er entwickelte ein Computerprogramm, das seine Arbeit selbstständig erledigte, während er die Beine hochlegte und Videospiele spielte. Jahresgehalt für zehn Minuten täglichen Arbeitsaufwand: 90.000 Dollar.

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