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Dilbar in Hamburg: Crew der Oligarchen-Yacht schmeißt hin und haut ab

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Von: Kevin Goonewardena

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Beschlagnahmt ist die Mega-Yacht „Dilbar“ des Putin-Freundes Usmanow im Hamburger Hafen wohl nicht. Doch offenbar ist dem Oligarchen nun die Crew weggelaufen.

Hamburg – Schon kurz nach der Invasion der Ukraine durch die russischen Streitkräfte begannen zügig beschlossene Sanktionen gegen russische Kreditinstitute, Firmen, Politiker und Privatpersonen zu greifen. Auch der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT, der zuerst nicht zu den Sanktionen gehörte, folgte schnell. Von Anfang an wurde gemunkelt, dass EU-Länder das Vermögen von Russlands Superreichen, den sogenannten Oligarchen, einfrieren könne. Besonders in Norddeutschland wurde zudem die Beschlagnahmung der Yacht „Dilbar“ diskutiert. Dabei kam es zu einiger Verwirrung um die angebliche Beschlagnahmung der Yacht, die dem Oligarchen Alischer Usmanow gehören soll. Nun ist dem Eigner offenbar auch die Crew weggelaufen. Das berichtet der NDR.

Name:Dilbar
Fertigstellung:2016
Gebaut von:Fr. Lürssen Werft in Bremen gebaut u
Länge und Breite:156 Meter / 24 Meter
Platz auf der Liste der längsten Motoryachten der Welt:6 (Stand 2019)
Vermutlicher Eigner:Alischer Usmanow

„Dilbar“: Crew kündigt – Oligarch steht ohne Mannschaft da

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, auf deren Meldung sich auch der NDR bezieht, hat die Crew der „Dilbar“ das 156 Meter lange Schiff in Hamburg am Montag verlassen. Zur Besatzung gehören normalerweise rund 80 Frauen und Männer, wie es heißt. In der Meldung zitiert Bloomberg den Kapitän der Dilbar wie folgt: „Wir haben das Ende der Möglichkeiten erreicht.“ So soll er es in einer an die Besetzung verfassten Nachricht geschrieben haben.

Zwar ist die Dilbar nicht beschlagnahmt worden, doch ihr vermutlicher Besitzer Alischer Usmanow steht wegen seiner Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin auf der EU-Sanktionsliste. Wie der NDR weiter berichtet, ist seine Yacht Dilbar für das US-Finanzministerium gesperrtes Eigentum. Das Anheuern einer Besatzung oder Bezahlen von Löhnen und Gehältern in US-Dollar sei so nicht mehr möglich. Und auch wenn das Schiff nicht beschlagnahmt wurde, verlassen darf es den Hamburger Hafen auch nicht. Nun hat die Crew offenbar keine andere Möglichkeit gesehen, als hinzuwerfen.

Die Dilbar in den Docks von Blohm+Voss
Die Mega-Yacht Dilbar hier in den Docks von Blohm+Voss. Das Schiff belegt aktuell Platz 6 der größten Yachten der Welt. Es befindet sich zur Inspektion in der Hamburger Traditionswerft. gebaut wurde es in Bremen. © Thomas Frey/imago images

„Wir haben das Ende der Möglichkeiten erreicht“

Kapitän der Dilbar an die Crew

Oligarchen-Yachten: Norddeutsche Werften im Dienst von russischen Mega-Reichen

Die in Bremen gebaute 540-Millionen Yacht „Dilbar“ befindet sich seit Herbst 2021 zu Reparaturarbeiten in den Docks des Hamburger Traditionsunternehmens Blohm+Voss. Auch die Yacht des ehemaligen Chelsea-Eigners Roman Abramowitsch war schon des Öfteren in Hamburg zu Gast. Während die Megatanker oder Containerriesen, die die Weltmeere bereisen, längst in Asien gefertigt werden, haben sich deutsche Werften in den letzten Jahren auf den Bau von Mega-Yachten für Oligarchen und Milliardäre regelrecht spezialisiert. „Die meisten der 20 größten Yachten der Welt wurden von Lürssen gebaut“, heißt es etwa bei der Bremer Werften-Gruppe, die wie viele norddeutsche Werften im Dienst von Oligarchen stehen

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Sanktionen gegen Oligarchen: Umgang mit russischen Mega-Yachten Yachten unklar – Großbritannien friert Vermögen ein

Was mit der Dilbar und anderen Yachten passiert, ist weiterhin unklar. Mittlerweile haben britische Behörden die Vermögen von sieben russischen Oligarchen, darunter von Roman Abramowitsch, eingefroren. Abramowitsch hatte erst in der vergangenen Woche seinen Rückzug aus dem Londoner Verein und ein Verkauf des selbigen nach fast 20 Jahren in seinem Besitz bekannt gegeben. Sanktionen gegen seine Person konnte er so nicht abwenden. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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