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270-Kilo-Russe kettet sich bei McDonald`s fest: „Kein Recht, zu schließen“

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Von: Ulrike Hagen

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Ein übergewichtiger Russe kettet sich an eine McDonald’s-Filiale – als Protest gegen Schließung wegen des Ukraine-Krieges: „Sie haben kein Recht, zu schließen“.

Moskau – Nachdem ein amtlicher Shitstorm gegen McDonalds wütete, weil trotz Ukraine-Krieg russische Filialen offen blieben, reagiert das Fastfood-Unternehmen – und kehrt nach Boykott-Aufrufen, ebenso wie Coca-Cola und Starbucks, Russland jetzt doch den Rücken. Ein Stich ins Herz der russischen Fans von Burger und Fritten. Wie hart Fastfood-Fans diese Putin-Sanktionen wirklich treffen, zeigt die Aktion eines „großen“ Mannes, der nun mit einer wahren Verzweiflungstat versuchte, die Schließung seiner Lieblingsfiliale zu verhindern.

Fast-Food-Konzern:McDonald’s
Gründung:15. April 1955, San Bernardino
Hauptsitz:Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten
Umsatz:23,32 Milliarden US-Dollar
Filialen:39.200

270-Kilo-Russe kettet sich an McDonald‘s-Tür: dramatischer Protest in Moskau

Das schafften bisher weder Bars, die weltweit russischen Wodka verbannen, und stattdessen ukrainischen Alkohol ausschenken, noch Aldi, Edeka und Netto, bei denen russische Produkte aus den Regalen flogen. Der Rückzug von McDonalds aus dem russischen Markt scheint die Bevölkerung bis ins Mark zu treffen. Und sie verleihen ihrem Schmerz Ausdruck: Der Pianist Luka Safronov-Zatravkin (31) kettete sich an die Tür seiner Lieblingsfiliale in Moskau, um gegen die Schließungen infolge des Ukraine-Krieges zu protestieren.

Der russische Pianist Luka Safronov-Zatravkin mit Handschellen an eine McDonald‘s Filiale gekettet und ein russisches McDonald‘s Schild
Ukraine-Krieg: Aus Protest gegen die McDonald‘s-Schließungen in Russland kettet sich der Pianist Luka Safronov-Zatravkin mit Handschellen an eine Filiale in Moskau. (24hamburg.de-Montage) © Privat/imago

Aus Protest gegen „Völkermord und Freiheitsberaubung“: Korpulenter Russe mit Verzweiflungstat vor McDonald‘s-Filiale

Das Kuriose: Der 270-Kilo-Mann will damit nicht gegen den Ukraine-Krieg von Wladimir Putin, über dessen Gesundheitszustand bedenkliche Spekulationen von Experten kursieren*, ein Statement setzen. Seine Absicht ist es, gegen die Maßnahmen des US-amerikanischen Konzerns zu protestieren, die ihn seiner Freiheit beraubten. „Mein Gewicht beträgt mehr als 270 Kilogramm. Es ist meine Wahl, mein Mittel der Freiheit. Bisher konnte ich meinen eigenen Prinzipien folgen“, erklärt Safronov-Zatravkin – und bezeichnete die Schließung der McDonald’s-Filialen als „Völkermord“.

270-Kilo-Mann protestiert gegen McDonald´s-Schließungen in Russland: „Mein Gewicht ist mein Mittel der Freiheit“

Nach seiner aufsehenerregenden Aktion veröffentlichte er auf Twitter einen Post, in dem er schrieb: „Mit McDonald’s kamen verschiedene Arten von Freiheit in mein Leben. Entscheidungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Freiheit, meine eigenen Werte umzusetzen und ihnen zu folgen.“ Die Schließung der 847 McDonald’s-Filialen in Russland sehe er als „feindseligen und verbrecherischen Akt“ ihm und seinen Mitbürgern gegenüber, erklärt der Fast-Food-Junkie, dessen Spektakel zahllose Schaulustige anzog. 

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Protest-Aktion des Russen sorgt für Spott: „McDonald´s-Schließung hat ihm das Leben gerettet“

Die spektakuläre „Performance“ erregt Aufsehen im Netz. Es melden sich vor allem Kritiker und Spötter zu Wort: „Wenn er an diese Tür gefesselt bleibt und nicht essen kann, wird er im September sicher verhungert sein“, schreibt einer. „Die Schließung von McDonald´s in Russland hat diesem Typen vielleicht das Leben gerettet“, kommentiert ein anderer. 

Netz ist empört über den Protest: „Genieß deinen Hamburger, während Unschuldige bombardiert werden!“

Doch vielen bleibt das Lachen im Halse stecken. Sie reagieren mit bitterbösem Zynismus auf die eindeutigen Prioritäten des Moskauers: „Genieße deinen geliebten McDonald´s! Während unschuldige Männer, Frauen und Kinder in ihren Häusern und Krankenhäusern bombardiert werden! Während sich unschuldige Männer, Frauen und Kinder in Bombenkellern verstecken. Während unschuldige Männer, Frauen und Kinder zu Tode gequält werden! Von eurer Regierung! Bitte, genießt eure Hamburger! Bevor ihr sie nicht mehr haben könnt!“, schreibt eine Userin unter dem Facebook-Post von Safronov-Zatravkin.

Auch bei der Polizei kam die Aktion nicht gut an. Beamte führten den Demonstranten ab. Er gehört damit kurioserweise zu der immer größer werden Zahl an Landsleuten, die festgenommen werden, weil sie gegen den Krieg und seine Folgen demonstrieren. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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