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Ab sofort: Katzen dürfen Haus nicht verlassen – Bußgeld von 50.000 Euro droht

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Von: Bona Hyun

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Für Katzen gilt ab sofort eine Ausgangssperre: Bis Ende August dürfen sie das Haus nicht verlassen. Bei Verstoß droht Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Walldorf – Katzenbesitzer aufgepasst: Ab Sommer gibt es für alle Samtpfoten eine Ausgangssperre. Wie bitte? Was zunächst völlig absurd klingt, wurde tatsächlich am Dienstag, 17.05.2022, umgesetzt. Wie bei dem Gassi-Gesetz 2022 für Hunde gelten ab sofort für auch für Katzen strikte Regeln für den Aufenthalt im Freien. Bei Verstoß droht Katzenhaltern ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Naturschützer verfolgen durch das Ausgehverbot für Katzen ein bestimmtes Ziel.

Stadt im Süden des Rhein-Neckar-Kreises, Baden-Württemberg:Walldorf
Höhe:110 Meter
Fläche:19,91 Quadratkilometer
Postleitzahl:69190

Ausgangssperre für Katzen kommt – Bei Verstoß droht Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro

Ein Schock für alle Katzen– und Haustierbesitzer. Erst kürzlich wurde für Katzen in Hamburg eine Kastrations- und Chippflicht verordnet. Auch in Bruchhausen-Vilsen ist die Katzen-Kastrationsaktion ein Erfolgsmodell, um die Überpopulation in den Griff zu bekommen. Baden-Württemberg setzte nun eine neue Verordnung für Katzen in Kraft, mit sofortiger Wirkung: „Ab sofort bis einschließlich 31. August, und danach – bis zum Jahr 2025 – im Zeitraum vom 1. April bis einschließlich 31. August, ist der Freigang von Katzen, die im Geltungsbereich dieser Allgemeinverfügung gehalten werden, durch deren Halter*innen zu unterbinden.“ So steht es in der Allgemeinverfügung der Unteren Naturschutzbehörde Rhein-Neckar-Kreis, berichtete der Spiegel. Die Verfügung gilt für einen Teil von Walldorf, einer Stadt in Baden-Württemberg.

Eine Katze sitzt auf einer Holzplattform und schaut nach draußen
Katzen wird eine Ausgangssperre verhängt: Ausgehverbot bis Ende August. Natürschützer wollen eine von Katzen gejagte Vogelart vor dem Aussterben retten. Bei Verstoß droht hohes Bußgeld. (Symbolbild) © Davor Puklavec/PIXSELL/imago

Bei Verstößen kann ein hohes Bußgeld drohen – je nachdem, welcher Fall eintritt: Werden Katzen im Freien trotz Ausgehverbot erwischt, droht ein Bußgeld von 500 Euro. Verletzt oder tötet eine Hauskatze eine Haubenlerche, ist laut Spiegel sogar eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro möglich. Die Haubenlerche ist nämlich der Hauptgrund, weshalb die Verordnung überhaupt eingeführt wurde.

Ab sofort dürfen Katzen nicht mehr raus – Naturschützer wollen Vogelarten retten

Zwischen April und August ist Brutzeit der Haubenlerche, einer vom Aussterben bedrohten Vogelart. Die hohe Dichte an frei laufenden Katzen sei eine Gefahr für die Vögel, heißt es von den Naturschützern. In der Vergangenheit gab es zwar Maßnahmen, durch diese wurden Haubenlerchen jedoch nicht ausreichend geschützt. Damit die Haubenlerche in ihrer Art weiter fortbestehen kann, käme es „auf das Überleben jedes einzelnen Jungvogels“ an, teilte der Landkreis laut RTL mit. In Walldorf gebe es dem Spiegel zufolge nur noch drei Brutpaare. „Sehr hohes Aussterberisiko“ bestehe für die lokalen Populationen. Besonders gefährdet seien die flugunfähigen Jungvögel, die Katzen leichter zum Opfer fallen.

Eine Haubenlerche sitzt auf dem Boden.
Zwischen April und August ist Brutzeit der Haubenlerche, einer vom Aussterben bedrohten Vogelart. © AGAMI/D. Occhiato/imago

Katzen müssen bis Ende August im Haus bleiben – Bürgermeister zeigt Verständnis gegenüber Besitzern

Nicht allen Katzenbesitzern in Walldorf sagt die neue Verordnung zu. Bürgermeister Matthias Renschler (FDP) zeigt Verständnis gegenüber den Haustierhalten. „Uns sind da die Hände gebunden“, so Renschler gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Er wisse, was es bedeutet, wenn die Katze mal zwei Tage eingesperrt werden muss: „Die gehen an die Tapete oder ans Sofa, sie über mehrere Monate einzusperren, halte ich für realitätsfremd.“ Möglicherweise ist Renschler ja auch ein Tierfan – so wie in diesem Fall: Feuerwehrmann rettet ein Katzenbaby – und gibt ihm ein liebevolles Zuhause. Die beiden sind seitdem unzertrennlich.

Ausgangssperre für Katzen kommt: Diese Ausnahmen gelten

Bei der Ausgangssperre für Katzen gelten laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland folgende Ausnahmen: Ein Nachweis, dass die Katzen nicht durch das Brutgebiet der Haubenlerchen laufen, könnte den Katzen ihren Freigang genehmigen. Auch seine Katze beim Spaziergang anzuleinen, wäre eine Möglichkeit. Die »Rhein-Neckar-Zeitung« berichtet, der Kreis schlage als Übergangslösung vor, die Katzen bis zum 31. August zu Freunden oder Verwandten zu bringen, die nicht im Gebiet des Katzenverbots wohnen. So könnten Besitzer ihren Katzen die Ausgangssperre ebenfalls ersparen.

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