Moderne Poesie

Deutschrap: Fatih Akin dreht Rheingold mit Xatar

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Regisseur Fatih Akin verfilmt Leben von Deutschrapper Xatar. Der Titel „Rheingold“ spielt auf eine alte deutsche Sage an. Hiphop gleich Poesie?

  • Rapper Xatar gilt in der Deutschrap-Szene als eine Legende.
  • Seine Lebensgeschichte reicht vom Knast bis zum erfolgreichen Unternehmer.
  • Regisseur Fatih Akin produziert mit seiner Hamburger Firma Bombero International den Film „Rheingold“.

Hamburg – Er ist aus der Deutschrap-Szene nicht mehr wegzudenken. Rapper Xatar begeistert mit seiner Musik viele – doch noch mehr mit seinem Leben. Er mauserte sich vom Knasti zum Gutmensch und spendete kürzlich sogar 86.000 Euro für Spielplätze. Das Leben von Giwar Hajabi, wie Xatar mit bürgerlichem Namen heißt, ist also eine Reise vom Schatten ins Licht, vom Verbrecher zum Wohltäter. Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Fatih Akin sah in dieser Lebensgeschichte nun das Potenzial zum Filmhit – sein neuer Film „Rheingold“ soll das Leben von Xatar nacherzählen.

Rapper:Xatar
Geboren:24. Dezember 1981 (Alter 39 Jahre), Sanandadsch, Iran
Vollständiger Name:Giwar Hajabi
Musiklabel:Alles oder Nix Records
Filme: Familiye, Nur Gott kann mich richten

Fatih Akins neuer Film: Rheingold basiert auf Xatars Biografie „Alles oder Nix“

Der Regisseur Fatih Akin nannte die Hauptrolle seines neuen Filmes „Rheingold“ kürzlich den „Baba aller Babas“ und spielte damit auf einen der erfolgreichsten Tracks des Rappers Xatar aus dem Jahr 2015 an. Nun will Akin das Leben des Rappers mit einem Film würdigen. Die Produktion, die von Akins Hamburger Firma Bombero International durchgeführt wird, wird zusätzlich mit 700.000 Euro von der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein gefördert. Der Film, der etwa eine Woche lang in Hamburg aufgezeichnet wird, soll am Ende etwa 145 Minuten lang sein.

Giwar Hajabi alias Xatar selbst freut sich über die Verfilmung seines Lebens. Auf Instagram teilte er seine große Freude mit seinen Fans. „Es war sehr schwer, zwei Jahre lang den Mund zu halten, doch nun ist die Katze aus dem Sack. Der international renommierte Regisseur, Cannes und Golden Globe Preisträger @fatih_bombero verfilmt gemeinsam mit @warnerbrosde mein Leben! Ich bin sehr stolz darauf, auch als Fatih-Akin-Fan seit klein auf“, schrieb der Rapper auf Instagram zu diesem Erfolg. Ob Xatar selbst seine Person in dem Film spielen wird, gaben weder Regisseur Akin, noch der Rapper selbst bisher bekannt.

Der deutsche Regisseur Fatih Akin verfilmt das Leben von Deutschrapper Xatar. (24hamburg.de-Montage)

Neben Xatar hatten auch andere Deutschrapper schon die Ehre Filme zu drehen. So gab es mit „Zeiten ändern dich“ beispielsweise auch schon einen Film über das Leben von Deutschrapper Bushido. Und auch Sido spielte bereits in dem Film „Blutzbrüdaz“ mit, der ebenfalls von Fatih Akin mitproduziert wurde. Kürzlich kündigte auch Rapper Fler einen Film an. „GOATS“ soll sogar schon 2021 erscheinen. Und vielleicht reicht es ja auch für die 187-Straßenbande, um Rapper Gzuz der selbst bald in den Knast muss, mal zu einem Film.

Xatars turbulentes Leben: Vom Goldräuber zum Filmstar

Wenn nicht seins, welches Leben eines Rappers wäre dann würdig verfilmt zu werden? Immerhin ist die Lebensgeschichte von Giwar Hajabi schon mal filmreif. Xatar, der 1981 in Sanandadsch im Iran geboren wurde, hat so einiges hinter sich. Die wohl bekannteste Geschichte aus seinem Leben ist die des Goldraubs vom 15. Dezember 2009.

Damals überfiel er zusammen mit Freunden einen Transporter und erbeutete Gold in Wert von 1,7 Millionen Euro. Daraufhin floh er bis in den Irak, wo er dann festgenommen und angeblich sogar gefoltert worden sein soll. All dies erzählte er später während des Gerichtsverfahrens in Deutschland.

Denn dem Rapper wurde ein Straferlass angeboten, sofern er die ganze Wahrheit über den Raub erzählt. Im Mai 2011 legte er ein umfassendes Geständnis zu dem Diebeszug ab. Das Gericht verurteilte ihn dann im Dezember 2011 wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu acht Jahren Haft. Auch während seiner Inhaftierung war Xatar sowohl als Manager als auch als Musiker aktiv. 2014 wurde der Rapper dann frühzeitig aus der Haft entlassen.

Mittlerweile ist Xatar aber weit weg vom Image als Gold raubender Gangsterrapper. Denn neben seiner Tätigkeit als Musikmanager macht Giwar Hajabi sein Geld auch noch als Unternehmer in den Bereichen Mode, Shisha, Tiefkühlware und Imbiss-Läden. Mit seiner Xatar-Stiftung setzt er sich außerdem für soziale Hilfsprojekte ein.

Wie Musikexpress berichtet, unterstützte er 2017 beispielsweise den Aufbau eines Waisenhauses im Irak. Die Dreharbeiten zum Film seines Lebens sollen im Sommer dieses Jahres stattfinden. Viele Fans von Xatar hoffen, dass auch der bekannte „Gangster-Film-Schauspieler“ Kida Ramandan dann mit vor der Kamera stehen wird. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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