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Weil er Urteil nicht akzeptieren will: Neuer Prozess gegen 187-Rapper Gzuz

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Von: Tomasz Gralla

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Weil Rapper Gzuz das Gerichtsurteil gegen ihn nicht akzeptiert, kommt es im Landgericht Hamburg nun zu einem neuen Prozess.

Hamburg – Im September 2020 wurde Rap-Star Gzuz, der mit bürgerlichem Namen Kristoffer Jonas Klauß heißt, zu 18 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 510.000 Euro verurteilt. Der Gangster-Rapper, Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Straßenbande, zeigte sich mit dem Urteil nicht einverstanden und legte Revision ein.

Jetzt wird die Berufungsverhandlung am Landgericht Hamburg bis zum 14. Februar 2022 verhandelt.

Rapper:Gzuz
Bürgerlicher Name:Kristoffer Jonas Klauß
Geboren:29. Juni 1988, Hamburg
Musiklabels:Auf!Keinen!Fall!, 187 Strassenbande, High & Hungrig Ent.

187-Strassenbande-Rapper Gzuz erneut vor Gericht: Berufungsverhandlung in Hamburg beginnt

Der Fall gegen Gzuz wird neu aufgerollt, insgesamt sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Erst einmal, denn sollte es zu neuen Beweisen, Verzögerungen oder sonstigen unerwarteten Zwischenfällen kommen, würde die Verhandlung verlängert. Anders als beim ersten Verfahren wird diesmal auch ein psychiatrischer Sachverständiger anwesend sein und den Prozess begleiten. Seine Anwesenheit könnte die Schuldfähigkeit des Rappers Gzuz* vermindert, sollte der Psychiater zu dem Schluss kommen, dass Rauschmittel Einfluss bei den Taten hatten.

Rapper Gzuz (bürgerlich Kristoffer Jonas Klauß) gestikuliert vor Prozessbeginn im Gerichtssaal in Hamburg. Nun wird sein Fall neu aufgerollt.
Gzuz muss erneut vor Gericht. Ein alter Fall des Rappers wird neu aufgerollt, weil er das Urteil nicht akzeptiert. (24hamburg.de-Montage) © Daniel Reinhardt/dpa

187-Rapper Gzuz verurteilt: Seine Vergehen und Strafe

Verurteilt wurde der Hamburger Gzuz im September 2020 wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, wegen Drogenbesitzes und Körperverletzung. So soll er eine junge Frau, die in der Öffentlichkeit ein Selfie mit ihm machen wollte, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Die Polizei fand zudem bei einer Hausdurchsuchung eine Schreckschusspistole und Munition. Auch soll er aus einem unverschlossenen Rettungsfahrzeug versucht haben, eine Sauerstoffflasche zu stehlen.

Der Richter ging in seinem Urteil – 18 Monate Haft und eine Zahlung von 300 Tagessätzen à 1700 Euro – über den Antrag der Staatsanwaltschaft, die 14 Monate Haft gefordert hatte, hinaus. Das Strafmaß begründete der Richter damit, dass Gzuz, dem es an Geld nicht mangelt, seiner Meinung nach Gesetzesverstöße nutze, um sein Image zu pflegen. „Sie inszenieren sich als Gangster-Rapper und wollen als Straftäter behandelt werden. Jetzt werden sie als Straftäter gewürdigt“, sagte der Hamburger Richter Johann Krieten bei der Urteilsverkündung. 

Eskalation vor Gericht: Rapper Gzuz rastet aus – Richter stichelt

Im neu aufgerollten Verfahren sollen zahlreiche Zeugen erneut befragt werden. Potenzieller Zündstoff für eskalative Situationen, die man eigentlich nur aus dem TV kennt. Denn schon bei der Verhandlung im Herbst 2020 kochten die Gemüter über. Selbst Richter Krieten konnte sich die eine oder andere Stichelei nicht verkneifen. „Wer, wenn nicht Sie, gehören in den Knast?“, fragte Krieten den Angeklagten rhetorisch. Und auch gegen Gzuz’ Anwalt Christopher Posch, bekannt aus einer RTL-Justiz-Sendung, konnte er einen Seitenhieb nicht zurückhalten: „Wir verhandeln hier nach dem Strafgesetzbuch, nicht nach einem Drehbuch.“

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Auch Gangster-Rapper Gzuz* selbst sollte sich diesmal besser unter Kontrolle haben, will er eine Strafmilderung erwirken. Dass Gzuz auf offener Straße Corona-Demonstranten anpöbelt und Angele Merkel preist, ist eine Sache. Doch vor Gericht sollte er drei Gänge runterschalten. Beispiel: Beim ersten Verfahren nannte der Richter den Angeklagten einen „Sozial-Rüpel“, der die Regeln missachte und glaube, mit Geld alles zu bekommen. Woraufhin Gzuz antwortete: „Sie auch!“

Noch unangenehmer wurde es, als die Lebensgefährtin des Rappers als Zeugin aussagen sollte. Einem Fotografen schmetterte er die Worte „H****sohn, H****sohn deine Mutter soll sterben!“ entgegen. Später entschuldigte er sich für seinen Ausraster. *24hamburg.de, buzzfeed.at sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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