Panikrocker für Engagement geehrt

Udo Lindenberg: Unicef-Ehrenpreise für Panik-Prinz

  • Jan Knötzsch
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Wahl-Hamburger Udo Lindenberg erhält von der Organisation Unicef den Ehrenpreis Kinderrechte. Was hat der Udonaut dafür angestellt?

  • Udo Lindenberg bekommt den „Ehrenpreis Kinderrechte“ von Unicef verliehen.
  • Unicef-Botschafter Alexander Gerst würdigt den Panik-Rocker als einen „Menschenfreund“.
  • Lindenberg engagiert sich seit Jahren für das Kinderhilfswerk.

Hamburg — Er ist Panik-Rocker, Wahl-Hamburger, rettet gerade das St. Pauli-Museum mit und ist als Dauergast im Hotel Atlantic bekannt — und nun in seiner langen Karriere als Rockmusiker um einen weiteren Preis reicher. Udo Lindenberg wurde von der Unicef mit dem Ehrenpreis Kinderrechte ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten schon unterstützt Lindenberg, der sich zuletzt in der Corona *-Krise mit einem dramatischen Appell zu Wort meldete, die Organisation, die sich weltweit für Kinderrechte einsetzt.

Musiker:Udo Lindenberg
Geboren:17. Mai 1946 (Alter: 74 Jahre) in Gronau (Westfalen)
Alben:Stärker als die Zeit, Stark wie Zwei u.v.m
Geschwister:Erich Lindenberg, Inge Lindenberg, Erika Lindenberg
Musikgruppen:Passport, Atlantis, Band für Afrika

Udo Lindenberg: Panik-Rocker seit Jahren für Unicef tätig

So gestaltet der inzwischen 74-jährige, der früher als Solokünstler mit seiner zugehörigen Band unterwegs war und in den letzten Jahren große Erfolge in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Jan Delay und Clueso hatte, regelmäßig zu Weihnachten eine Unicef-Grußkarte, auf der in diesem Jahr ein riesiges Friedenszeichen zu sehen ist. Die Erlöse aus dem Verkauf fließen in weltweite Hilfsprogramme für Kinder. „Er agiert laut und demonstrativ, mit vollem Risiko und auf offener Bühne. Das passt nicht jedem – und bringt Leben ins Haus“, heißt es in der Begründung von Unicef, warum der Wahl-Hamburger in diesem Jahr den Preis erhält.

Unicef-Udo: Kult-Rocker Udo Lindenberg wurde vom Kinderhilfswerk mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Udo Lindenberg: Für Unicef-Botschafter Alexander Gerst ist er „ein Außerirdischer“

Lindenberg sei „mehr als ein Musiker. Er ist ein Träumer, ein Mensch mit Haltung. Ein Zauberer, der mit einfachen Worten der Welt den Spiegel vorhält.“ Der Panik-Rocker bekomme die Trophäe „für sein außerordentliches und authentisches Engagement für die Verwirklichung des Rechts eines jeden Kindes auf ein Leben in Frieden und in Würde.“ Astronaut Alexander Gerst — zugleich auch Unicef-Botschafter — würdigte Lindenberg als „einen Menschenfreund, der sich um die Zukunft unserer Kinder und unserer Welt sorgt.“

„Gibt es Außerirdische? Ich würde sagen: Ja. Udo Lindenberg ist so einer“, sagte Gerst anlässlich der Preisverleihung an Lindenberg. „Auf der Erde haben wir uns an Kriege, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung beinahe gewöhnt. Von seinem ‚Udoversum‘ aus zeigt uns Udo Lindenberg aber, wie absurd das ist“, fügte der 46-Jährige, der in seiner Astronauten-Karriere insgesamt 362 Tage, 1 Stunde und 51 Minuten im Weltraum verbrachte, hinzu.

Udo Lindenberg: Corona hat ihm „zugeflüstert: Umdenken ist möglich“

„Wenn ich nicht daran glauben würde, könnte ich mir ja gleich die Kugel geben“, sagte Lindenberg selbst. Die Welt sei zwar „ganz schön düster. Wenn die Welt zu düster ist, dann müssen wir sie eben hell machen“, so der Geehrte. Manch einer hätte zwar angesichts der aktuellen Situation die „braune Brille“ auf, „aber Corona hat mir neulich zugeflüstert: Umdenken ist möglich“, erklärte der 74-Jährige weiter, der sich auf seinem Instagram-Account über den verliehenen Preis freute.

Udo Lindenberg: Wahl-Hamburger veröffentlicht Instagram-Statement zur Unicef-Ehrung

„Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Die ganze Würde des Menschen, eines jeden Kindes. In Moria, in Syrien, Niger, Jemen, auf der ganzen Welt – das wollen wir endlich mal umgesetzt sehen“, schreibt der Wahl-Hamburger dort. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen und sind alle sind weiter gefragt, niemals die zu vergessen, die im Schatten stehen und eine `ne grausam harte Zeit durchmachen. Und ich weiß, dass ich dabei auf euch Paniker*innen zählen kann. Also lasst uns am Start sein…“, so der „Kult-Rocker“ auf dem Kanal, auf dem er unlängst auch deutlich von der Politik Soforthilfen gefordert hatte, um die Existenz von Kulturschaffenden zu sichern. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © TineAcke/Inga Kjer/UNICEF/dpa/picture alliance

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