Tänzerin verarmt und krank in Indonesien

Udo Lindenberg als Lebensretter – Hilfe für todkranke Ikone vom Kiez

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Udo Lindenberg hilft Kiez-Ikone Barbara Ossenkopp, bekannt als „Chinesen Babs“. Sie ist sterbenskrank in Indonesien. Freund und Panik-Rocker Udo wird zum Helden!

Hamburg/Jakarta – Sie ist eine lebende Kiez-Legende: Barbara Ossenkopp, wegen ihrer hohen Wangenknochen und markant geschminkten Augen auch „Chinesen Babs“ genannt. Striptease-Tänzerin, Schauspielerin, Drehbuch-Autorin, Medienstar – Ossenkopp war vieles.

Musiker:Udo Lindenberg
Geboren:17. Mai 1946 (Alter: 74 Jahre) in Gronau (Westfalen)
Alben:Stärker als die Zeit, Stark wie Zwei u.v.m
Musikgruppen:Passport, Atlantis, Band für Afrika

Selbst Hollywood-Ikone Charlton Heston warf mal ein Auge auf sie. Ihr Auftritt an der Seite von Udo Lindenberg in der Musiksendung „Disco 74“ ist bis heute legendär. Später brach sie mit dem Medienrummel, packte Anfang der 80er ihre Sachen und wanderte aus – nach Indonesien. Dort pflegte sie kranke Orang-Utans.

Udo Lindenberg eilt Kiez-Ikone „Babs“ zur Hilfe

Doch nun braucht die 78-Jährige selbst Hilfe! Die 78-Jährige lebt verarmt und todkrank auf Jakarta, leidet an Leukämie und Parkinson. Ossenkopp braucht dringend ärztliche Behandlung – doch die ist teuer: „Sie muss zur Blutwäsche, allein das kostet jedes Mal 1000 Euro“, sagte Günter Zint, Sankt-Pauli-Museum-Gründer und ein alter Freund Ossenkopps zur „Bild“-Zeitung. Ihr gehe es sehr schlecht.

Eilt seiner „Chinesen Babs“ zur Hilfe: Panik-Rocker Udo Lindenberg. Der Schauspielerin geht es auf Indonesien schlecht. (24hamburg.de-Montage)

Aber der Hilfeschrei bleibt nicht ungehört: Hamburger Panik-Rocker Udo Lindenberg eilte gleich zur Hilfe, berappte 5000 Euro für seine „Chinesen Babs“. Jeden Tag erkundige er sich nach ihrem Gesundheitszustand. Zint (79) sammelt weiter Spenden – über paypal: guenter@panfoto.de. Toll, wenn man solche Freunde hat.

Von der Bar-Dame zum Medienstar: Die Geschichte der „Chinesen Babs“

Zur Geschichte: Barbara Ossenkopp kam Anfang der 60er-Jahre nach Hamburg. Ein Mädchen vom Land, das Aufregung und Abenteuer suchte. Auf St. Pauli wurde sie fündig. Anfangs als Bar-Dame, später als Striptease-Tänzerin im berüchtigten „Salambo“, wo auch Geschlechtsverkehr auf offener Bühne zum guten Ton gehörte.

Ossenkopp tauchte tief in die sündige Meile Reeperbahn und die Kiez-Welt ein, wurde zur „Chinesen Babs“. Es dauerte nicht lange, da wurden Medien auf die dralle Brünette mit den flotten Sprüchen aufmerksam. Das Mädchen vom Land avancierte zum Star, wird in Talk-Shows eingeladen, interviewt für die Öffentlich-Rechtlichen Hollywood-Legenden wie Sean Connery und Jane Fonda.

Barbara Ossenkopp und Udo Lindenberg: Seelenverwandte

Später schrieb das Show-Girl Drehbücher, landete sogar eine eigene Film-Rolle – in dem Drama „Dorotheas Rache“. Ossenkopp spielte eine Domina. Es folgten weitere Film-Angebote – und eine innige Liebesbeziehung mit dem österreichischen Filmregisseur Peter Hajek. Sechs Jahre waren die beiden ein Paar.

Ihnen gehörte Ossenkopps ganzes Herz: die Orang-Utans auf Indonesien. (24hamburg.de-Montage)

Doch nach dem Liebes-Aus packte Ossenkopp ihre Sachen, sagt der Medien-Welt Lebewohl – und verschwand nach Indonesien. Auf Bali verdingte sie sich als Kunstmalerin. Bis sie 2002 Ulrike von Mengden kennenlernte. Von Mengden wohnte in einer Auffang-Station für Orang-Utans, in einem Zoo in Jakarta. Ossenkopp folgte ihr.

19 Jahre kümmert sie sich zusammen mit von Mengden um die bedrohten Menschenaffen. Die beiden Frauen kämpften gegen die Zerstörung des Regenwalds – und gegen die Korruption von Beamten und Industrie-Bossen.

An Udos Seite – Lindenberg gehört zu „Chinesen Babs“-Geschichte

Doch die Geschichte von „Chinesen Babs“ kann man nicht ohne Udo Lindenberg schreiben. Die beiden waren Seelenverwandte. Als Udo in der Musik-Show „Disco 74“ seinen Song „Andrea Doria“ zum Besten gab, tanzte Barbara an seiner Seite.

Der Musiker, der sich als Hamburger Promi immer wieder für die Belange seiner Heimat einsetzt (zuletzt mahnte er in einer Coronavirus-BotschaftKultur vor dem Aus“), hofft innig, dass seine Barbara bald wieder zurück in Hamburg ist. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Axel Heimken/dpa & Victor R. Caivano/dpa

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