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Udo Lindenberg: Kultur vor dem Aus – wir müssen laut werden

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Udo Lindenberg appeliert: Der Kult-Rocker fordert Soforthilfen von der Politik für Kunst und Kultur. Menschen bangen um ihre Existenz.

Hamburg – Für Kunst- und Kulturschaffende ist 2020 ein gebrauchtes Jahr. Das weiß und bekommt auch Udo Lindenberg zu spüren. Der Kult-Rocker und Dauergast im Hamburger „Atlantic“-Hotel wendet sich via Instagram an die Politik und fordert sofortige, finanzielle Hilfe für all die Kreativen, die unter der Coronavirus-Pandemie leiden müssen.

Musiker:Udo Lindenberg
Geboren:17. Mai 1946 (Alter 74 Jahre), Gronau (Westfalen)
Alben:Stärker als die Zeit, Stark wie Zwei u.v.m.
Geschwister:Erich Lindenberg, Inge Lindenberg, Erika Lindenberg
Musikgruppen:Passport, Atlantis, Band für Afrika

Udo Lindenberg: Kult-Rocker macht auf prekäre Künstler-Situation aufmerksam

Udo Lindenberg steht seit rund 50 Jahren auf den Bühnen dieses Landes. Konzerte in großen Arenen, Shows auf Festivals und Gigs in kleinen Clubs pflastern die lange Karriere des heute 74-Jährigen. Der seit dem Jahr 1968 überwiegend in Hamburg lebende Rockmusiker hat in dieser Zeit so manches erlebt, Kollegen kommen und gehen sehen, Veranstaltungen auch mal absagen müssen.

Kult-Rocker Udo Lindenberg stellt klare Forderungen an die Politik. (24hamburg.de-Montage)

In solch einer Ausnahmesituation, wie sie derzeit besteht, hat sich aber wohl auch der Hutträger mit der sonoren Stimme noch nicht befunden. Das kulturelle Leben in Deutschland ist de facto lahmgelegt, Konzerte, Poetry Slams oder auch Theateraufführungen dürfen, wenn überhaupt, nur unter strengen Auflagen veranstaltet werden. Grund genug für den „Panikrocker“, um seine Reichweite zu nutzen und via Instagram auf die nach wie vor prekäre Lage aufmerksam zu machen.

Udo Lindenberg: Hamburger Musiker fordert Kohle von Politik

Bereits im Juni 2020 hat sich Udo Lindenberg an der bundesweit durchgeführten Aktion „Night of Light 2020“ beteiligt*. Im Rahmen dessen wurden Wahrzeichen und beliebte Plätze in zahlreichen deutschen Großstädten mit rotem Licht beleuchtet. Hiermit sollte auf die existenzbedrohende Situation der im Kunst- und Kultursektor tätigen Menschen hingewiesen werden. Geändert hat sich seitdem wenig bis gar nichts, Privatpersonen, Konzertagenturen und Veranstaltungsstätten stehen weiterhin vor dem Aus.

Diesen Umstand kann ein Udo Lindenberg natürlich nicht stillschweigend hinnehmen. Unter dem Hashtag „alarmstuferot“ richtet sich der 74-Jährige an die Politik und fordert unmissverständlich finanzielle Unterstützung. „Es kommen immer noch keine fürs Überleben ausreichenden Hilfen bei so vielen Leuten der Kultur und Veranstaltungswirtschaft an. Wir hängen hier unten im Jammertal, aber da gehören wir nicht hin“, heißt es unter anderem von Lindenberg.

Udo Lindenberg: „Panikrocker“ in Sorge um eigene Crew – „werden es kaum noch schaffen“

Im Folgenden wird der Kult-Rocker ziemlich deutlich und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: „Berliner Politnasen-Entscheider, ihr Lufthansa-Charmeure etc., kommt mal locker drauf und erkennt: Kultur-Land Deutschland darf nicht untergehen“. Lindenberg skizziert die kulturelle Vielfalt, die in der Bundesrepublik gegeben ist, und will partout nicht hinnehmen, dass diese sang- und klanglos im Erdboden verschwindet.

Natürlich berührt Lindenberg vor allem das Schicksal all der Menschen, die für die Organisation und Umsetzung seiner Konzerte zuständig sind. In diesem Fall spricht der passionierte Sonnenbrillenträger von „200 Leuten“, die einer ungewissen Zukunft entgegenblicken. „Einige Firmen und Solochecker aus unsrer großen Panikfamilie werden es wohl kaum noch schaffen, wenn nicht bald die angemessene Knete aus Berlin kommt“, schreibt Lindenberg. Übrigens: Kritik hatte er bereits an Masken-Gegnern wie Trash-TV-Star Melanie Müller* geübt.

Udo Lindenberg in Fahrt – Dresche für Attila Hildmann und Donald Trump

Darüber hinaus betont Udo Lindenberg den immensen Stellenwert der Kultur: „Mensch, KULTUR ist höchste Bildung des Herzens und des Intellekts. Oder sollen hier übermorgen nur noch ferngesteuerte Dumpfbacken durch die Landschaft schleichen? Ohne Kultur als ständiger Weckruf und Anpusher, den Turbo fürs echte Leben, für echte Empathie, NÖ, auf nach schlappland?“. Harte Worte, die nun ihren Weg in die richtigen Gehörgänge finden müssen. Übrigens: Auch eine „Sturm der Liebe“-Darstellerin übt Kritik am derzeitigen Lockdown*, weiß nordbuzz.de zu berichten.

Generell erhebt Lindenberg in Zeiten von Verschwörungstheoretikern und Populisten immer wieder mahnend den Zeigefinger. Vegan-Koch und Vorzeige-Schwurbler Attila Hildmann* wurde von ihm als „abstruser Spinner*“ abgetan, US-Präsident Donald Trump wurde in einem wortgewaltigen Pamphlet gnadenlos niedergemacht*. Besänftigen konnte Lindenberg wohl nur, dass sein zeitweise als gestohlen gemeldeter Porsche dank „Frau Spürnase*“ wieder in seinen Besitz gelangen konnte. *24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa & Daniel Bockwoldt/dpa

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