Panik-Rocker gegen Schlachtriesen

Udo Lindenberg attackiert Tönnies und Ministerin Klöckner – Kampf mit Greenpeace gegen Billigfleisch

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Udo Lindenberg hat ein Video veröffentlicht. Darin greift er mit klaren Worten den Fleischboss Clemens Tönnies dessen Schlachtbetriebe sowie Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner an. Zusammen mit Greenpeace geht der Panik-Rocker gegen Billigfleisch vor.

  • Udo Lindenberg* positioniert sich klar gegen Billigfleisch.
  • In Facebook-Video attackiert Hamburger* Musiker Clemens Tönnies und Julia Klöckner hart.
  • Er unterstützt Greenpeace-Aktion und will Unterschriften sammeln.

Hamburg Udo Lindenberg ist bekannt für seine klaren Worte. Engagiert er sich für ein Thema, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Diesmal trifft es den Schlachtriesen Clemens Tönnies und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. „Menschen und Tiere quälen ist sch***e“, schleudert er den beiden in einem Video entgegen. Er will damit eine Aktion von Greenpeace unterstützen.

MusikerUdo Lindenberg
Geboren17. Mai 1946 (Alter 74 Jahre), Gronau (Westfalen)
AlbenStärker als die Zeit, Stark wie Zwei, Ich mach mein Ding, MTV Unplugged, Atlantic Affairs, Belcanto, Udopia
MusikgruppePassport
GeschwisterErich Lindenberg, Inge Lindenberg, Erika Lindenberg

Udo Lindenberg und Greenpeace kämpfen gegen Billigfleisch: Clemens Tönnies und Julia Klöckner hart krtitisiert

Udo Lindenberg ist ein engagierter Musiker. Er setzt sich politisch ein und nutzt seine Reichweite auf den sozialen Medien und in der Presse. Das Coronavirus-Sars-CoV-2* hat ihn zu einer künstlerischen Pause gezwungen. So bleibt mehr Zeit, für andere Dinge einzutreten. So unterstützte er die Aktion „Fuck the Virus“*, mit der UNICEF eine riesige Summe sammelte, um das Flüchtlingslager auf Lesbos zu unterstützen. Außerdem machte er sich für andere Künstler* und die Black Lives Matter-Bewegung* stark.

Udo Lindenberg hat eine unangenehme Botschaft für Fleischriesen Clemens Tönnies und Landwirtschaftsministerin Julia Glöckner. (24hamburg.de-Montage)

Jetzt scheint der Hamburger Panik-Rocker ein neues Ziel gefunden zu haben. Gemeinsam mit Greenpeace attackiert er in einem Video Schlachtriesen Clemens Tönnies und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hart. Er hat dem Billigfleisch den Kampf angesagt. Sogar ein eigenes Video hat er gemeinsam mit den Umweltschützern produziert. Im Udo-Style.

Skandale bei Schlachtriesen Tönnies: Lindenberg-Fans sollen offenen Brief an Julia Klöckner unterschreibe

Clemens Tönnies und sein Schlacht-Imperium kommen seit Monaten nicht aus den Schlagzeilen raus. Sei es der Coronavirus-Ausbruch in Gütersloh*, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Leiharbeiter* in den Fabriken, das Tierwohl* oder die vermeintlichen Tricks zur Umgehung eines Gesetzes*. Die Vorwürfe gegen Clemens Tönnies sind vielfältig.

Zu den vielen Kritikern gesellen sich jetzt auch Greenpeace und Udo Lindenberg. Die Umweltschutzorganisation hat einen offenen Brief an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner verfasst und sucht Unterzeichner. Der Hamburger Musiker soll Fans zur digitalen Unterschrift ermutigen. Per Video.

Video im Stil von Udo Lindenberg: Klare Worte – „Menschen und Tiere quälen und die Umwelt zerstören ist sch***e“

Darin sieht man, wie Clemens Tönnies ein rohes Steak isst, dabei tanzt und einen Hit von Udo Lindenberg covert. Er singt: „Ich mach mein Ding! Egal was die anderen labern. Was die Schwachmaten einem so raten, ist doch egal.“ Neben ihm tanzt Julia Klöckner. Im Hintergrund sind Bilder von Schlachtern, Tieren und Fleischtheken zu sehen.

Dann tritt Udo Lindenberg an das Party-Pärchen heran. „Hey, stopp mal, Clemens. Dein Ding ist sicher nicht meins. Menschen und Tiere quälen und die Umwelt zerstören ist sch***e“, wirft er dem Schlachtriesen vor. Doch auch für Julia Klöckner hat der 74-Jährige noch ein paar Worte übrig: „Ey, komm mal aus den Puschen, Julia.“

Greenpeace stellt Forderungen an Julia Klöckner - Clemens Tönnies in der Kritik, Udo Lindenberg spricht Klartext

Danach wendet er sich wieder an die Fans: „Keine Panik! Unterzeichne den offenen Brief an Julia und mach Schluss mit Billigfleisch. Yeah.“ Der angesprochene Brief stammt von Martin Kaiser, dem geschäftsführenden Vorstand von Greenpeace. Darin heißt es mit Bezug auf die Vorfälle bei den Tönnies-Schlachtereien: „Es ist skandalös, dass diese seit langem bekannten Missstände von der Politik und den Aufsichtsbehörden geduldet wurden. Sie tragen als Ministerin Verantwortung für die sichere Versorgung mit gesunden Lebensmitteln.“

Die Schlachthöfe von Tönnies seien kein Einzelfall. Die Zustände sind systembedingt, klagt Greenpeace.

Um dieser Verantwortung nachzukommen, hat Greenpeace fünf Forderungen an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestellt:

  • Setzen Sie konsequent geltendes Tierschutzrecht durch.
  • Schaffen Sie Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher.
  • Verabschieden Sie ein Lieferkettengesettz, dass soziale und ökologische Standards regelt.
  • Setzen Sie die Vorschläge der Borchert-Kommission zur Verbesserung des Tierwohls um.
  • Treten Sie dafür ein, dass die Verteilung von EU-Subventionen nach der Größe der bewirtschafteten Fläche ein Ende hat.

Tönnies Schlachtbetriebe kein Einzelfall: Julia Klöckner soll Branche wandeln – Udo Lindenberg ist gegen Billigfleisch

Forderungen, die in den Augen von Greenpeace bislang nicht umgesetzt wurden: „Wir verstehen nicht, wie Sie zulassen können, dass für die Erzeugung von Billigfleisch seit Jahren geltendes Tierschutzrecht ausgesetzt und damit das Verfassungsgebot zum Tierschutz massenhaft unterlaufen wird.“

Greenpeace im Kampf gegen Billigfleisch. Landwirtschaftsministerin soll grundlegende Dinge ändern.

Doch auch Greenpeace ist klar, dass die Tönnies-Betriebe nicht die Alleinschuld tragen. Deswegen heißt es in dem Brief an Julia Klöckner: „Sie wissen, dass es nicht einzelne ‚schwarze Schafe‘ sind, die unmenschliche Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen oder Tierquälerei in engen Ställen zu verantworten haben. Die industrielle Erzeugung von Billigfleisch ist ein krankes System, das Tiere quält, unsere Gesundheit gefährdet, der Umwelt schadet und die Klimakrise anheizt.“ Zum System gehört der Tiertransport, bei dem es immer wieder zu Unfällen* kommt. Engagiert wie Udo Lindenberg ist, hat er jüngst auch die Coronavirus-Demo in Berlin scharf kritisiert*. Trotz des Aufschreis kam es erneut zu einem Coronavirus-Ausbruch in einer Fleischerei*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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