„Das is ja echt n‘ Hammer“

Udo Lindenberg versteigert Coronavirus-Kunstwerk und spendet große Summe an Flüchtlingshilfe

Udo Lindenberg im Hintergrund sein Coronavirus-Gemälde mit dem Schriftzug „Ich bleibe zu Hause - Fuck the virus“
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Udo Lindenberg vor seinem Coronavirus-Gemälde (Montage)
  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Als wäre die Flüchtlingskrise nicht schon genug Elend, leidet die angespannte Lage noch mehr unter dem Coronavirus. Deutschlands Kult-Rockstar Udo Lindenberg will nicht wegsehen und spendet eine Rekordsumme.

  • Panikkünstler aus Hamburg versteigert eines seiner Likörelle-Bilder zum Rekordpreis.
  • Udo Lindenberg hat das Bild anlässlich des Coronavirus gemalt.
  • Diese Riesensumme geht nun an das Kinderhilfswerk Unicef.

Hamburg – Das Bild ist mittlerweile ein bekanntes Symbol für die Coronavirus-Krise geworden. Udo Lindenberg veröffentlichte am 20. März 2020 ein Gemälde mit dem Schriftzug „Ich bleibe zu Hause - Fuck the virus“. Das Bild, in Lindenbergs typischem Likörelle-Stil, erhielt schon viel mediale Aufmerksamkeit und bekam etwa auf seinem Instagram-Account mit über 13.000 Likes überdurchschnittlich viel Zuspruch. Der Panikrocker selbst musste in dieser Zeit aus Hamburg flüchten, weil sein Zuhause, das Hotel Atlantik, den Service eingestellt hatte.

Udo Lindenberg: Coronavirus-Gemälde erreicht Rekordwert bei Versteigerung

Am Montag dann die frohe Botschaft über Instagram: Udo Lindenberg hat das besagte Gemälde versteigern lassen und eine beachtliche Summe dafür erhalten. Auch das Auktionshaus United Charity bestätigte am Dienstag die Versteigerung.

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Wow, wir sind platttt... biggest thanx und glückwunsch an die meistbietende,, Liza M. aus quickborn !! 🔝🔝🔝💯💯💙💙💙🙌🙌🙌 35.100 euro für die geflüchteten familien in moria, das is ja echt n hammer ‼️ mille grazie an alle die mitgesteigert haben, volle power für die kids- DANKE United Charity & @unicef_deutschland für eure phantastische arbeit!! freu mich sehr über diese aktion , wir runden die spendensumme mal auf 50 T auf ok? stay healthy, stay strong ❤️ euer udo ⠀ #teammenschheit #versteigerung #unicef #unicefdeutschland #unitedcharity #zusammenhalten #solidarität #menschheit #coronavirus #covid19 #zusammengegencorona #gemeinsamgegencorona #gemeinsamsindwirstark #zusammenstark #wirgegencorona #wirvsvirus #humanitärehilfe #nothilfe #gesundheit #schutz #zusammenhalt #fürjedeskind #spendenaktion #udolindenberg #lindenberg #lindenwerk #panischemalerei #panikmalerei #likörell #tineackefoto 📸 Pic by @tineackefoto

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Mit mehr als fünfzig Geboten war das Coronavirus-Bild sehr begehrt. Am Ende konnte Liza M. aus Quickborn in Schleswig-Holstein als Höchstbietende das Kunstwerk für sich beanspruchen. Mit einer Rekordsumme von 35.100 Euro ist es das bisher teuerste Werk von Udo Lindenberg, das auf der Versteigerungsplattform unter den Hammer kam.

Nicht nur für seine Panik-Konzerte und seine Likörelle-Bilder ist Udo Lindenberg bei vielen seiner Fans bekannt. Auch sein stetiger Einsatz für soziale Hilfe in der Welt ist ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben. Deshalb geht der Erlös aus dieser Versteigerung nicht in seine eigenen Taschen, sondern an das Kinderhilfswerk Unicef mit einer klaren Mission. Lindenberg will insbesondere das Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos unterstützen.

Laut Udo Lindenberg sind in dem Lager aktuell 20.000 Flüchtlinge „zusammengepfercht“, obwohl das Lager nur für 3.000 Personen gebaut wurde. Darunter seien auch unbegleitete 1.500 Kinder, „gefangen in menschenunwürdigen Zuständen.“

Udo Lindenberg rundet Spendensumme für Flüchtlingshilfe auf 50.000 Euro

Die überwältigende Spendensumme hat wohl auch den Panikkünstler Udo Lindenberg vom Hocker gerissen. „35.100 Euro für die geflüchteten Familien in Moria, das is ja echt n‘ Hammer! Mille grazie an alle die mitgesteigert haben, volle Power für die Kids“, schreibt er zu seinem Beitrag auf Instagram und Facebook.

Damit noch nicht genug. Udo Lindenberg will von seinem Privatvermögen noch eine Schippe darauf legen und rundet die Spendensumme auf 50.000 Euro für die Flüchtlingshilfe auf.

Die Reaktionen von Udo Lindenbergs Fans auf dieses Statement sind überaus positiv. So schreiben sie in den Facebook-Kommentaren: „Klasse Aktion und Hut ab fürs Aufrunden“, „Top Aktion. Udo setzt in diesen dynamischen Zeiten ein wichtiges Zeichen für Solidarität, Respekt und Unterstützung. Super.“ oder „Tolle Sache! Und Danke! Hoffentlich kann es sinnvoll eingesetzt werden!“

Coronavirus: Udo Lindenberg kritisiert „das vergessene Drama“ der Flüchtlingskrise

Das Coronavirus ist aktuell in aller Munde, doch die anhaltende Flüchtlingskrise wird medial zu wenig behandelt. So zumindest sieht es Udo Lindenberg, der schon Ende März in einem Instagram-Beitrag auf das „vergesse Drama“ aufmerksam gemacht hatte. Es sein „ein unvorstellbares Elend, dass zurzeit völlig ausgeblendet wird.“. Udo Lindenberg richtet sich mit seiner Kritik auch direkt an die Europäische Union: „EU, gibts dich noch??? Solidarity power!“

Wie merkur.de* berichtet, wurden am 19. April 47 Kinder und Jugendliche aus mehreren Flüchtlingslagern in Griechenland nach Deutschland geholt. Angesichts der von Udo Lindenberg genannten Zahl von 1.500 Kindern alleine im Flüchtlingslager Moria, scheint diese geringe Zahl jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein. So hat etwa die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl die geringe Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge kritisiert.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionnetzwerks.

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