Porträt des Hamburger Jung

Jan Fedder - Hamburger Jung, Liebling im Großstadtrevier: Abschied einer TV-Legende

  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Jan Fedder war Musiker und Schauspieler. Sein Leben verbrachte er mit Ehefrau Marion in Hamburg. Hier galt er als Urgestein des Stadtteils St. Pauli.

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 in Hamburg geboren und wuchs in St. Pauli auf.
  • Der Künstler war bekannt für seine Filme, TV-Serien und Musik.
  • Er war mit Marion Fedder verheiratet und hatte fünf Kinder.

Hamburg – Der Schauspieler und Musiker Jan Fedder wuchs in Hamburg auf und war schon von Kindesbeinen an künstlerisch tätig. Von Theater über Tanz und Fernsehen absolvierte er alle Stationen, die das Showbusiness bietet, mit Bravour und war ein beliebter Gast im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Privat lebte er mit seiner Frau Marion Fedder zurückgezogen auf einem restaurierten Bauernhof. Jan Fedder verstarb am 30. Dezember 2019 in Hamburg. Er hinterlässt fünf leibliche Kinder.

Jan Fedder aus Hamburg: „Das Boot”, Großstadtrevier und weitere TV- und Kino-Erfolge

Schon früh versuchte sich Jan Fedder als Schauspieler. Bereits mit 13 Jahren wirkte er bei der Serie „Reisedienst Schwalbe“ mit und war jahrelang im Kinder- und Jugendtheater Klecks am Hamburger Großneumarkt auf der Bühne zu sehen. Auch Klassiker hatten es dem als „Hamburger Jung“ bekannten Künstler angetan. Folglich war er lange Zeit im Ernst-Deutsch-Theater in zahlreichen Aufführungen vertreten. 

Den großen Durchbruch bescherte ihm der von Star-Regisseur Wolfgang Petersen produzierte Film „Das Boot“, in dem Jan Fedder die Rolle des Bootsmannsmaats Pilgrim spielte. Danach war er in vielen verschiedenen TV-Formaten zu sehen und erlangte mit seiner Verkörperung des Polizisten Dirk Matthies in der Serie „Großstadtrevier“ Kultstatus. Im NDR-Onlineshop können Fans die Staffeln als DVDs erwerben. Auch in jüngerer Zeit war Jan Fedder mit Fatih Atkins Komödie „Soul Kitchen“ auf der Kinoleinwand zu sehen. Zudem war er ein gern gesehenes Gesicht in zahlreichen ARD-Produktionen, wie zum Beispiel „Neues aus Büttenwarder“. Zu seinen erfolgreichsten Filmen gehören:

  • Das Boot (1981)
  • Der Mann im Strom (2006)
  • Das Feuerschiff (2008)
  • Der Hafenpastor (Trilogie)
Jan Fedder als Dirk Matthies in Großstadtrevier

Jan Fedder aus Hamburg war auch musikalisch unterwegs

Jan Fedder war nicht nur ein begnadeter Schauspieler, auch seine musikalische Karriere konnte sich durchaus sehen lassen. Schon im zarten Alter von sieben Jahren sang er als Knabensopran im Chor des Hamburger Michels und nahm sogar mehrere Jahre Ballettunterricht, bevor er sich endgültig für die Schauspielerei entschied. Viele erfolgreiche Film- und Theaterauftritte später, brachte der Hamburger Jung sogar zwei Alben raus: 1998 „Aus Bock“ und 2004 „Fedder geht’s nicht“. Zudem verlieh er im Spielfilm „Vom Fischer und seiner Frau“ seine Stimme als Synchronsprecher.

Jan Fedder: Hamburg und Umgebung als Wohn- und Schaffensort mit Ehefrau Marion und Kindern

Hamburg war nicht nur im TV sein Revier, auch privat verbrachte der Künstler den Großteil seines Lebens hier. Er wurde in Hamburg geboren und wuchs in St. Pauli auf. Seine Eltern waren Adolf und Gisela Fedder, die in dem Viertel eine eigene Kneipe betrieben. Sein um sieben Jahre älterer Bruder Oliver Fedder war als Klavierbauer tätig und ebenso sehr an Kunst, Kultur und Musik interessiert. Dabei hätte Jan Fedder fast eine ganz andere Richtung eingeschlagen! Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Speditionskaufmann und war zu dieser Zeit lediglich nebenbei an Theatern beschäftigt.

Privat lebte er lange Zeit mit seiner Ehefrau Marion Fedder und den gemeinsamen Kindern auf einem Bauernhof in Ecklak, Kreis Steinburg, den er jahrelang selbst restauriert hatte. Seine Frau lernte der Schauspieler 1997 kennen; sie gaben sich im Jahre 2000 das Ja-Wort. Wenngleich Jan Fedder auf zahlreichen Veranstaltungen und roten Teppichen zu Gast war, war er stets darauf bedacht, sein Familienleben privat zu halten. Er pflegte eine Leidenschaft für Antiquitäten, besaß eine Sammlung verschiedener Mercedes-Oldtimer und schmückte sein Heim mit einem originalen Roststück der versunkenen Titanic.

Jan Fedder und sein geliebtes St. Pauli in Hamburg

St. Pauli war und blieb Jan Fedders Kiez. Schon seine Eltern betrieben hier ein Gasthaus, wodurch Jan Fedder von Kindesbeinen an mit der Feier- und Kulturszene bekannt gemacht wurde. 47 Jahre lang hatte der große Sankt Paulianer seinen Hauptwohnsitz im Hamburger Stadtteil St. Pauli und war mit Berühmtheiten wie Olivia Jones und dem Pin-up-Künstler Erwin Ross (83, † 2010) befreundet. Dabei war Jan Fedder keineswegs nur in Hochglanzlokalen anzutreffen. Er schätzte vielmehr das bodenständige und kreative Ambiente der urigen Kneipen

Kurz vor seinem Tod kritisierte Jan Fedder, dass sich St. Pauli für seinen Geschmack zu sehr verändere. So machte er unter anderem auf die voranschreitende Gentrifizierung der Gegend, aber auch den schwindenden Gemeinschaftsgeist der Besucher aufmerksam und prangerte an, dass inzwischen häufig vor den Lokalen getrunken und gefeiert werde, um Geld zu sparen. Jan Fedder selbst war Multimillionär. Sein Nachlass geht an seine Ehefrau sowie einige geheime, von ihm eigens ausgesuchte Erben.

Jan Fedders Tod: Großer Abschied in Hamburg mit TV-Übertragung

Nach seinem Tod verabschiedeten sich Fans und Wegbegleiter wie Tim Mälzer, Uschi Glas und Axel Milberg in der Hamburger Michaeliskirche und auf der Reeperbahn von ihm. Der NDR übertrug den Abschied und zeigte eine Doku über Jan Fedders Lebenswerk, die in der Online-Mediathek des Senders verfügbar ist.

Jan Fedder: Todesursache, Bestattung und Grab in Hamburg

2012 wurde bei Jan Fedder ein Mundhöhlenkarzinom diagnostiziert. Als jahrelanger Raucher gehörte er zur Risikogruppe und entschied sich daher sofort für eine zweimonatige Bestrahlung. Es folgten sieben Jahre Kampf gegen den Krebs, dem sich der gebürtige Hamburger am 30. Dezember 2019 schließlich geschlagen geben musste. Aus Jan Fedders Wohnhaus wurde ein Notruf abgesetzt – jegliche Widerbelebungsversuche blieben allerdings erfolglos. 

Zuvor hatte Jan Fedder in einem Interview bekannt gegeben, seit seinem Sturz an einer schweren Beinentzündung zu leiden und auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Er unterzog sich monatelanger Reha-Aufenthalte und kämpfte laut eigener Aussage mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Bis zuletzt stand er für die SerienNeues aus Büttenwarder“ und „Großstadtrevier“ vor der Kamera. Sein Grab befindet sich auf dem Ohlsdorfer Friedhof und wurde von der Stiftung St. Michaelis mit einer eigenen Michel-Tafel bestückt.

Jan Fedder (NDR): Auszeichnungen und Ehrungen

Jan Fedder engagierte sich jahrelang als Botschafter für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und war Ehrenkommissar der Polizei Schleswig-Holstein sowie der Hamburger Polizei.

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LETZTES GELEIT⁣ Soeben ist die Trauerfeier für unseren #Ehrenkommissar Jan Fedder zu Ende gegangen. Auch unser Polizeipräsident Ralf Martin Meyer war als Redner Teil der bewegenden Zeremonie. In seiner Rede machte er deutlich, welche immense Bedeutung Jan Fedder für die #PolizeiHamburg, vor allem durch seine Rolle als Dirk Matthies in der Serie #Großstadtrevier, hatte und welches enge Band den Schauspieler und die Mitarbeiter der Polizei verband.⁣ Noch einmal über den Kiez:⁣ Im Anschluss an die Trauerfeier im #Michel haben unsere Sargträger und eine #Polizeieskorte dafür gesorgt, dass Jan Fedder dieser Wunsch nochmal ermöglicht wurde.⁣ Machs gut, Jan!⁣ .⁣ #polizeihamburg #hamburg #stpauli #trauerfeier #janfedder #feddergehtsnicht #polizei

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Zudem wurde ihm 2004 das Ehrenabzeichen als Schleusenwärter Hamburgs verliehen. Er war Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei und wurde 2005 als beliebtester Schauspieler des Nordens gekürt. Im darauffolgenden Jahr konnte er für die Hauptrolle in der ARD/NDR-Produktion „Der Mann im Strom“ außerdem den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ ergattern. 2013 wurde er vom Privatsender Hamburg 1 für sein Lebenswerk zum Hamburger des Jahres ernannt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Fabian Bimmer/dpa

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