Ranga Yogeshwar als „Merkel-Verbündeter“

„Markus Lanz“ (ZDF): TV-Moderator Ranga Yogeshwar kritisiert in Talkshow massiv die „Öffnungsorgien“

Der TV-Moderator und Physiker Ranga Yogeshwar übt in der ZDF-Talkshow von Hamburger Fernsehmoderator Markus Lanz massive Kritik an der Politik.
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Der TV-Moderator und Physiker Ranga Yogeshwar übt in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz massive Kritik an der Politik. (Screenshot)
  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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In der neuesten Ausgabe seiner ZDF-Talkshow empfängt der Hamburger Fernsehmoderator Markus Lanz eine illustre Runde an Gästen. Diese sind SPD-Politiker Sigmar Gabriel, Journalistin Dagmar Rosenfeld, Moderator Ranga Yogeshwar, CDU-Politiker Bernd Althusmann und Ökonom Marcel Fratzscher. Vor allem Wissenschaftsjournalist Yogeshwar fällt durch seine Kritik an den „Öffnungsorgien“ auf.

  • Ranga Yogeshwar mit massiver Kritik an Politik.
  • Markus Lanz: Uneinigkeit zwischen Gabriel und Yogeshwar in Hamburger TV-Talkshow.
  • Coronavirus-Pandemie: Wiedereröffnung von Restaurants „weit weg von normal und unvorsichtig“.

Hamburg/Altona - In der Sendung von Mittwoch, dem 6. Mai 2020, wird mal wieder über die durch das Coronavirus bedingte Krisensituation diskutiert und gestritten. Homeoffice, Wirtschaftskrise, Kritik an Virologen - die Themenvielfalt im Kontext der Pandemie gestaltet sich bunt. Eingeleitet wird die in Hamburg-Altona produzierte ZDF-Talkshow mit einer Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die Basis für nachfolgende Diskussionen darstellt.

„Markus Lanz“: Lob und Kritik für Merkel in Hamburger Talkshow

Laut Rosenfeld seien die Warnungen Merkels „im Nichts verhallt“. Dies bezieht sich auf die Empfehlungen der Bundeskanzlerin, die sie an die Landesminister gerichtet hatte. Die Journalistin spricht der 65-jährigen Politikerin die einstige „Macht des Wortes" ab und findet lobende Worte für Markus Söder (CSU), dem Ministerpräsidenten Bayerns.

Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesvorsitzender der SPD, ist hingegen von Merkels bisherigem Kurs überzeugt. Laut ihm habe es die Regierungschefin „sehr gut gemacht“. Ranga Yogeshwar outet sich gar als „Merkel-Verbündeter“ und kann das vermeintlich zaghafte Verhalten von Merkel hinsichtlich etwaiger Lockerungen nachvollziehen.

Die Kanzlerin „habe verstanden, worum es geht. Wir haben das große Glück, dass wir in diesem Land von einer Politikerin regiert werden, die genug Sachverstand hat, um die Dynamik von Epidemien wirklich zu verstehen", ordnet Yogeshwar ein.

Coronavirus-Pandemie: Wiedereröffnung von Restaurants „weit weg von normal und unvorsichtig“

Im Folgenden werden die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie diskutiert. Nun läuft Rosenfeld, Chefredakteurin der Tageszeitung „Die Welt“, zu Hochtouren auf. Sie spricht „vom großen Ganzen“ und bezeichnet die einstige Beschränkung von Geschäften, die nur bei einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen durften, als „sehr willkürlich".

Auch die Wiederöffnung der Restaurants bzw. der Gastronomie an sich sei laut ihr „weit weg von normal und von unvorsichtig“. Denn letztendlich gehe es um zahlreiche Arbeitsplätze, sagt Rosenfeld. Ähnlich hatte bereits TV-Koch und Gastronom Tim Mälzer gegenüber Markus Lanz argumentiert.

Ranga Yogeshwar: Physiker bezeichnet politische Beschlüsse als „Öffnungsorgien“

Aufgrund der seit Mittwoch von der Bundesregierung beschlossenen Lockerungen der Coronavirus-Regeln befürchten viele Virologen eine zweite Infektionswelle. Ähnlich sieht es auch Ranga Yogeshwar, der auf Seite der Virologen steht. Er bezeichnet die neuen Beschlüsse als „Öffnungsorgien“ und sagt bei „Markus Lanz“: „Ich sehe es krtisch. Wir sind jetzt in Phase zwei, in der die Politik etwas machen müsste“.

An sich sei die Einführung der Kontaktbeschränkung keine große Herausforderung gewesen, da „die Menschen bereits zuvor erkannt hatten“, sagt Yogeshwar. Nun sei aber die Politik gefragt: „In Zeiten, wo scheinbar alles irgendwie in Ordnung ist, in denen aber die Gefahr da ist, bei dass ein Weg eingeschlagen wird, der uns noch lange mit dem Problem auseinandersetzen wird, statt jetzt den Mut zu haben, noch zwei bis drei Wochen intensiver dafür zu sorgen, dass die Zahlen runtergehen“, erläutert der 60-Jährige.

„Markus Lanz“: Yogeshwar versus Gabriel

Daraufhin wartet der Physiker in der Hamburger Runde bei „Markus Lanz“ mit einem Vorwurf an die Politik auf: „In Zeiten der Unsicherheit sollte sie sich nicht an den tiefen Bedürfnissen der Menschen orientieren. Sondern sie sollte den in einer Demokratie weiteren wichtigen Schritt machen und überlegen: ‚Was sind die wichtigen Entscheidungen, damit es morgen besser wird und nicht das, was sie jetzt tut. Ich finde das politisch schwach“, zeigt sich Yogeshwar deutlich enttäuscht.

Dies kann Sigmar Gabriel so nicht stehen lassen und versucht zu deeskalieren: „Es ist etwas Normales, dass die Politik versucht, sich schrittweise zu bewegen. Auch wenn es nicht ausgeschlossen ist, dass wir in eine schwierige Phase kommen. Die Gefahr ist da, aber ich wüsste nicht, wie man sie vermeiden sollte“, sagt der SPD-Politiker.

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