„Trendlabor entsprungen“

Tim Mälzer: TV-Koch zerreißt Corona-Gastro-Trends

  • Yannick Hanke
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„Kitchen Impossible“-Star Tim Mälzer (Vox) spricht in einem Interview über Foodtrends, die in Pandemie-Zeiten beliebt sind. Nicht alle sollen wirklich gut sein.

HamburgTim Mälzer gilt als Mann der klaren Worte, der mit seiner Meinung nicht lange hinterm Berg hält. Im Interview mit der „Gala“ spricht der TV-Koch über aktuelle Foodtrends und die Auswirkungen von Coronavirus-Sars-CoV-2 auf die Gastronomie-Branche. Der 49-jährige Hamburger* stört sich vor allem an einer Sache.

Koch:Tim Mälzer
Geboren:22. Januar 1971 (Alter 49 Jahre), Elmshorn
Ausbildung:Johannes-Brahms-Schule (1990)
Bücher:Heimat, Greenbox, Born to Cook, Die Küche u.v.m.
Eltern:Christa Mälzer, Rainer Mälzer
Nominierungen:Deutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung, Deutscher Fernsehpreis – Freie Formatkategorie

Tim Mälzer: TV-Koch spricht über „Megatrend“ – von Fleisch zu Veganismus

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Coronavirus-Krise die Gastronomen dieses Landes hart trifft*. Restaurantbetreiber und Kneipen-Besitzer können ihrem Beruf de facto nur eingeschränkt nachgehen, eine Vielzahl an Auflagen und Hygiene-Konzepten muss penibel berücksichtigt werden. Das weiß auch TV-Koch Tim Mälzer, der seinen Unmut über die „Corona-Sperrstunde*“ bereits in der ZDF*-Talkshow von Moderator Markus Lanz* geäußert hat.

Nun legt der 49-Jährige nach und plaudert im „Gala“-Gespräch aus dem Nähkästchen. Zunächst einmal äußert sich Mälzer zu Lebensmitteln, die „derzeit im Kommen“ sind und „sich zu echten Trends durchsetzen“ können. „Vegane und vegetarische Produkte [sind] längst ein Trend, der inzwischen ein Megatrend geworden ist und selbst Menschen erreicht, die keine eingefleischten Vegetarier oder Veganer sind“, heißt es vom „Kitchen Impossible*“-Star (Vox).

TV-Koch Tim Mälzer kann nicht jeden Corona-Gastro-Trend begrüßen.

Tim Mälzer: „Kitchen Impossible“-Star (Vox) schwärmt von „Essen to Go“

Die globale Pandemie würde sich laut Mälzer aber auch im Bereich der Lebensmittel bemerkbar machen. „Momentan tun sich die Trends etwas schwerer in der internationalen Verbreitung. Covid-19 hat dafür gesorgt, dass die besonderen Hygienemaßnahmen den Trend der Sharing-Gerichte vorerst etwas gebremst hat“, spricht der Gastronom über die harte Realität. Doch weiß der Hamburger in dieser Hinsicht auch ein Fünkchen Hoffnung zu verbreiten. „Wir waren da gerade am Anfang, das wird vielleicht nach der Krise wieder verstärkt zunehmen“, lautet die vage Prognose von Mälzer.

Der Foodtrend im Jahr 2020 liegt für den TV-Koch, der seine Gäste unlängst aus der „Bullerei“ werfen musste*, klar auf der Hand. „Essen to Go in jeder Form: Zum Abholen oder zum Bringen lassen. Hier kommen vor allem solche Gerichte als Trend daher, die sich auch gut für den ToGo-Verzehr eignen, abseits der klassischen Pizza- oder Burgerketten“. Im Folgenden verlagert sich das Gespräch in Richtung der Gastronomie-Konzepte, die sich bedingt durch die Coronavirus-Krise zwingend bilden und etablieren mussten – und bei Mälzer nicht nur auf positive Resonanz stoßen.

Tim Mälzer: Hamburger Gastronom schimpft über Corona-Foodtrends – „Trendlabor entsprungen“

Was der TV-Koch denn von „Ghost Kitchen, Pop-Up-Bars und Delivery only“ halten würde, wird an dieser Stelle gefragt. Die Antwort Tim Mälzers: „Die Pandemie wird einige Konzepte, die vor allem stark digital getrieben angeboten werden können, sehr stark bevorzugen und vorantreiben. Aber nicht jeder Pandemie-Trend ist auch automatisch gleichzusetzen mit guter Küche“. Dabei kann sich der Gastronom auch selbstkritisch zeigen und spricht offen über seine Kochkünste in den eigenen vier Wänden*.

Dies wird auch Interview mit Mälzer angemerkt, er würde „privat bodenständig“ kochen. Wie steht er denn aber nun grundsätzlich zu Foodtrends? „Manche Foodtrends aus einiges Food-Gazetten erscheinen mir manchmal zu sehr einem Trendlabor zu entspringen, die sind mir dann zu gewollt und zu abstrakt. Aber im Grunde sind organisch entstandene Foodtrends schon eine Bereicherung“, findet Tim Mälzer ein versöhnliches Schlusswort. Sein Tränen-Auftritt bei Markus Lanz* ging da noch in die ganz andere Richtung. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa/picture alliance

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