TV-Koch bei den Tagesthemen

Tim Mälzer spricht für Millionen – 220.000 Betriebe könnten Löffel abgeben

  • Christian Domke Seidel
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TV-Koch Tim Mälzer liefert in den Tagesthemen einen Coronavirus-Appell an die Politik: So können 2,5 Millionen in der Gastronomie Tätige gerettet werden. 

  • Tim Mälzer* will die deutsche Gastronomie retten.
  • 2,5 Millionen Arbeitsplätze sind bedroht.
  • Lockerungen sind ein Minusgeschäft.

Hamburg – Der erste Schritt ist getan. Mit strengen Abstandsregeln und einer maximalen Zahl an Gästen dürfen in vielen Bundesländern Deutschlands erste Restaurants und Cafés wieder öffnen. Dem Coronavirus-Sars-Cov-2* zum Trotz. Auch bald in Hamburg*. Doch für die deutschen Gastronomen und deren Zulieferer geht es weiterhin um ihre Existenz. Um rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze. Ein Katastrophenszenario, das Tim Mälzer* abwenden will. In den Tagesthemen erklärt er, wie das klappen könnte.

Tim Mälzer in den Tagesthemen: So will der Hamburger die Gastro vor der Coronavirus-Krise retten

Tim Mälzer richtet in den ARD Tagesthemen eindringliche Worte an die Politik. Vorschläge, wie die fast 2,5 Millionen Jobs in der Gastronomie gerettet werden könnten, hatte er auch. (Screenshot)

Tim Mälzer hat sich seit dem Ausbruch der Coronavirus-Krise zum Frontmann der deutschen Gastronomie entwickelt. Er ist das vielleicht bekannteste Gesicht der Szene. Zuletzt flossen bei Markus Lanz sogar Tränen* angesichts der überwältigenden Katastrophe, die es zu überwinden gilt. Doch Tim Mälzer ist keiner, der aufgibt. Jetzt schickt er, stellvertretend für 220.000 Betriebe in ganz Deutschland, in den Tagesthemen am Sonntag, 10. Mai 2020 einen Appell samt Forderungen an die Politik.

Welche das sind, hat Tim Mälzer direkt erklärt. Die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen müsse auch auf Getränke ausgeweitet werden. „Sonst sind die meisten kleinen Kneipen und viele Landgasthöfen von diesen Hilfen ausgenommen.“ Eine Maßnahme, die auch zeitlich ausgeweitet werden müsse: „Wenn nur temporär, dann für drei Jahre. Denn das sind die Löcher, die hier gerade aufgerissen werden. Das werden wir in einem Jahr nicht wieder aufholen.“ Außerdem fordert Tim Mälzer einen Rettungsfonds, der die tatsächlichen Fehlsummen ausgleicht und eine Minderung der Miete per Gesetz. „Wir wollen kein Geld geschenkt, aber wir wollen eine Basis, um unser Geld wieder selbst erwirtschaften zu können.“

Lockerungen sind für die Gastronomie ein Minusgeschäft

Zwar freue sich Tim Mälzer über die beschlossenen Lockerungsmaßnahmen, da diese vor allem ein psychologisch wichtiges Signal seien, rein wirtschaftlich betrachtet seien sie jedoch ein Minusgeschäft. Es würden zwischen einem Drittel und der Hälfte der Gäste kommen, gleichzeitig würden aber wieder erhöhte Kosten entstehen. Für Personal und Waren beispielsweise. Könnten Wirte mit dieser Auslastung leben, hätten diese aktuell nicht so große Probleme.

Dazu wünscht sich Mälzer Planungssicherheit. Die deutschen Gastronomen bräuchten „klare Signale, wie lange die Beschränkungen vorgesehen sind.“ Nur so könnten sich die Wirte wirtschaftlich anpassen.

Zulieferer nicht mitgerechnet: 2,4 Millionen Arbeitsplätze sind in Gefahr

Laut dem Deutsche Hotel- und Gaststättenverband sind 2,4 Millionen Menschen im Gastgewerbe beschäftigt. Zusammen sind sie für einen Jahresumsatz von fast 94 Milliarden Euro verantwortlich. Das zeigt die Dringlichkeit von Tim Mälzers Anliegen. Zumal an der Gastronomie auch noch Zulieferbetriebe wie Schlachtereien, Getränkeunternehmen und Landwirte hängen.

Zwar ist Tim Mälzer die Branche und dessen wirtschaftliche Situation wichtig, für die Maßnahmen gegen den Coronavirus-Sars-Cov-2 hat er aber durchaus Verständnis: „Da ich kein Virologe oder Wissenschaftler bin, nehme ich diese Einschränkungen erst einmal als wichtig an.“ Mit Blick auf die Zukunft glaubt er: „Wenn der Virus es zulässt, wenn die Datenlage es zulässt, dann hoffe ich, das wir bald wieder volle Restaurants und Kneipen haben. Aber nicht zu Lasten der Gesundheit unserer Gäste oder Mitarbeiter.“

Ende Mai macht TV-Starkoch Tim Mälzer einen mutigen Schritt, um eine drohende Coronavirus-Pleite von seinen Restaurants abzuwenden – Mälzer eröffnet an der Hamburger Alster* seine „Gute Botschaft“, berichtet 24hamburg.de ausführlich. Für sein Engagement während der Coronavirus-Krise bekam der Hamburger TV-Koch sogar einen Preis von Eckart Witzigmann verliehen. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Youtube/tagesschau

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