TV-Koch in der Krise

Nachhilfe von Steffen Henssler: Tim Mälzer total planlos

  • Laura-Marie Löwen
    VonLaura-Marie Löwen
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Der Corona-Lockdown stellt das Leben von Chaos-Koch Tim Mälzer auf den Kopf. Der TV-Koch will seine Restaurants retten – und bekommt Hilfe von Steffen Henssler.

  • Tim Mälzer*: Coronavirus-Lockdown trifft „Bullerei“-Chef hart.
  • Der Koch aus Hamburg bangt um die Existenz seiner Restaurants.
  • Steffen Henssler soll Tim Mälzer helfen – das planen die beiden.

Hamburg* – Die kommenden Wochen werden für TV-Koch Tim Mälzer eine wahre Herausforderung. Der „Bullerei“-Chef muss wegen des zweiten „Lockdowns“ alle seine Restaurants in Hamburg schließen. Schon der letzte Lockdown im Frühjahr hat Mälzer finanziell stark gebeutelt. Zu Gast bei Markus Lanz (ZDF) kamen dem 49-Jährigen deswegen sogar die Tränen*. Nun beginnt das ganze Szenario von vorn: Mindestens bis Ende November darf Mälzer keine Gäste in seiner „Bullerei“ oder der „Guten Botschaft“ begrüßen. Er verrät, wie er diese Zeit meistern will und welche Rolle Kollege Steffen Henssler dabei spielt.

KochTim Mälzer
Geboren22. Januar 1971 (Alter 49 Jahre), Elmshorn
AusbildungJohannes-Brahms-Schule (1990)
BücherHeimat, Greenbox, Born to Cook, Die Küche
ElternChrista Mälzer, Rainer Mälzer
NominierungenDeutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung, Deutscher Fernsehpreis - Freie Formatkategorie

Tim Mälzer (Vox) im Coronavirus-Lockdown: Hamburger Koch bangt um Restaurants

Tim Mälzer findet den zweiten Coronavirus-Lockdown „bitter“. Das erzählt der Hamburger Koch in einem Interview mit dem Handelsblatt. 24hamburg.de/vip* berichtete bereits ausführlich über Mälzers Reaktion zu den verschärften Coronavirus-Maßnahmen.* Der „Bullerei“-Besitzer hat bereits mit anderen Gastro-Chefs einen Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfasst, um die Schließung der Gastronomiebetriebe zu verhindern. Mälzer findet das Vorhaben von Bund und Ländern nicht fair und fühlt sich als Restaurantbetreiber falsch behandelt. Übrigesn: Mälzer kritisiert auch Corona-Gastro-Trends*.

Tim Mälzer holt sich Nachhilfe von Steffen Henssler. (24hamburg.de-Montage)

„Die Art und Weise, wie Politiker über die Gastronomie als Pandemie-Treiber gesprochen haben, grenzte für mich an Rufschädigung. Als Unternehmer und Arbeitgeber hat man uns Gastronomen alles abverlangt in der Krise. Wir haben kreativ auf jede Einschränkung reagiert. Die Gastronomie wird ja nicht wegen Ansteckungsgefahr geschlossen, dafür gibt es keine Belege. Wir sind ein Bauernopfer, damit die Menschen zu Hause bleiben“, erzählt der TV-Koch empört.

Allerdings begrüßt Tim Mälzer das Rettungspaket, welches die Bundesregierung Gastro-Betreibern als Entschädigung für die finanziellen Verluste durch den Lockdown versprochen hat. Dieses sieht vor, dass beispielsweise Restaurantbesitzer 70 bis 75 Prozent des Umsatzes erhalten, den sie im November 2019 erzielt haben. Laut „Bullerei“-Chef sei diese Hilfe ein „positives Signal an die Gastronomie“. Würde das Hilfspaket so umgesetzt werden wie geplant, dann ginge die Gastronomie „den Weg durch den Lockdown mit der Politik gemeinsam“.

Tim Mälzer fürchtet Corona-Pleitewelle in Gastronomie – Steffen Henssler soll helfen

Trotzdem: Eine Pleitewelle in der Gastronomie könnte das Rettungspaket laut Mälzer nicht verhindern. Der „Bullerei“-Chef prognostiziert sogar, dass sich die Gastroszene „massiv verändern“ werde. In drei Jahren werde sie „ganz anders aussehen“. Auch um seine eigenen Restaurants macht sich Tim Mälzer Sorgen. Neben der „Bullerei“ betreibt er auch noch „Die Gute Botschaft“ in Hamburg sowie das „Hausmann’s“ in Frankfurt. Für einen Laden davon werde er „Jahre brauchen, um die finanziellen Löcher dort wieder zu schließen“.

Der „Kitchen Impossible“-Star erinnert sich auch noch gut an den ersten Lockdown im Frühjahr und die massiven Herausforderungen, vor denen er damals stand. Mehrere Millionen Euro Verluste habe er damals gemacht und musste Mitarbeiter aus eigener Tasche bezahlen, um sie nicht kündigen zu müssen, erzählt er gegenüber dem Handelblatt.

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⁣Das Beste draus machen! ⠀ ⠀ Stetig wechseln die nötigen Corona-Maßnahmen und schränken den wirtschaftlichen Betrieb der Gastronomie dadurch beträchtlich ein. Wir geben uns aber nicht so leicht geschlagen und werden, mit der üblichen Bullerei Power, auch durch diese Zeit kommen. ⠀ ⠀ Ab dem 2.11.2020 heißt dies nun, dass unsere Gasträume geschlossen bleiben. Aber die Bullerei macht dennoch weiter. Wir planen gerade eifrig und mit voller Wucht, damit ihr auch während dieser Zeit in den vollen Genuss der Bullerei Küche kommt. Genaue Informationen dazu kommen in den nächsten Tagen. ⠀ ⠀ Kommt bis Sonntag nochmal bei uns vorbei und genießt das Ambiente, unseren Service, unsere Küche, unsere Getränke und die volle Aufmerksamkeit von unserem mega Team. ⠀ ⠀ Bleibt gesund, bleibt optimistisch, bleibt Bullerei ❤⠀ ⠀ #bullerei #power #optimistisch #durchhalten #weitermachen⠀ ⠀ ⛑ Unter bit.ly/bsafe2020 könnt ihr euch jederzeit über unsere aktuellen Hygienemaßnahmen informieren. ⛑⠀⠀⠀ ⠀ ⠀

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Dieses Mal will Mälzer einiges anders machen, um die Krise zu bewältigen. So plant der 49-Jährige, einen Lieferservice für seine „Bullerei“ einzurichten. „Wir sind gerade in der Testphase, kochen etwas und fahren damit eine halbe Stunde in der Stadt herum und sehen, ob es noch schmeckt. Nicht jedes Gericht lässt sich in den Lieferservice packen“. Allerdings gibt Mälzer auch zu, dass er von Lieferdiensten wenig Ahnung habe. Deswegen hole er sich gerade „Nachhilfe“ von seinem Kollegen Steffen Henssler, bei dem der Lieferservice „herausragend“ funktionieren würde.

Schon im vergangenen Jahr musste Tim Mälzer große finanzielle Verluste einstecken: In seiner „Bullerei“ im Hamburger Schanzenviertel wurde eingebrochen. Dabei stahlen die Diebe etwa 28.000 Euro aus der Restaurantkasse*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/Henning Kaiser/Julian Stratenschulte/dpa

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