Gastro-Rettung

Tim Mälzer: Wie Rambo – Heulsuse kämpft tapfer gegen Corona-Pleite

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Erst heult Tim Mälzer bei Markus Lanz, weil die Kassen wegen der Corona-Krise leer sind. Nun findet er doch noch tausende Euro für Gastro-Hilfen.

  • Tim Mälzer leidet stark unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie.
  • Kürzlich erklärte er, dass seine Geld-Reserven aufgebraucht und die Konten leergeräumt sind.
  • Jetzt spendet er zusammen mit Koch Fabio Haebel tausende Euro für die Gastro-Rettung.

Hamburg – Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Tim Mälzer unter der Corona-Krise leidet. Als Betreiber zweier Restaurants in der Hansestadt ist er unmittelbar vom Corona-Lockdown betroffen und auch finanziell extrem angeschlagen. So vermeldete er erst kürzlich, dass seine Geldreserven mittlerweile aufgebraucht seien, weil Corona-Hilfen vom Staat nicht rechtzeitig angekommen seien. Vielmehr noch: seine Konten seien mittlerweile leer geräumt. Schnell machten Gerüchte die Runde, dass der TV-Koch aufgrund von Corona tatsächlich pleite ist. Doch jetzt spendet der „Kitchen Impossible*“-Star eine große Summe für die Rettung der Gastro-Branche. Gibt Mälzer für Andere sein letztes Hemd?

Koch:Tim Mälzer
Geboren:21. Januar 1971 in Elmshorn
Bücher:Born to Cook, Greenbox, Die Küche u.v.m.
Nominierungen:Deutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung, Deutscher Fernsehpreis – Freie Formatkategorie
Auszeichnungen:Deutscher Fernsehpreis für das beste Factual Entertainment

Tim Mälzer: Von der Heulsuse zum Kämpfer – TV-Koch wird zum Gastro-Retter

Es ist noch gar nicht so lange her, da saß Tim Mälzer in der Talkshow von Moderator Markus Lanz und heulte, weil ihm die Corona-Pandemie und deren Folgen so nah gingen. Später ließ er zwar verlauten, dass er sich für seinen Tränen-Auftritt schäme, trotzdem zeigte er aber in zahlreichen weiteren Auftritten im TV oder auf Social Media wie nah ihm die ganze Sache tatsächlich geht. Kein Wunder – denn der Gastronom ist unmittelbar von der Pandemie betroffen. Mehrfach musste er selbst seine Hamburger Restaurants „Die Gute Botschaft“ und „Die Bullerei“ schließen. Das hat den TV-Koch auch finanziell stark belastet. Doch immer wieder zeigte sich Mälzer auch kämpferisch.

Tim Mälzer spendet trotz eigener Geldsorgen für die Gastro-Rettung. (24hamburg.de-Montage)

Zuletzt musste der TV-Koch die große Party zu seinem 50. Geburtstag absagen. Doch den Kopf in den Sand zu stecken, kam für Mälzer nicht in Frage. Kurzerhand organisierte er ein Live-Koch-Event für all seine Freunde, bei dem sogar Peter Tschentscher und Olaf Scholz virtuell zu Gast waren. Dazu verkaufte er an alle, die mitmachen wollten, eine große Kochbox, um gemeinsam zu kochen. Die Einnahmen sollten natürlich seine Verluste durch den Lockdown kompensieren.

Nicht das erste Mal, dass Mälzer in Corona-Zeiten kreativ wird. So verkaufte er schon vor Weihnachten zusammen mit Koch Fabio Haebel und vielen Hamburger Gastronomien die „Kehrwiederpakete“. 3100 dieser Pakete wurden mittlerweile ausgeliefert. Die Einnahmen, genauer gesagt 18.000 Euro, spendet Tim Mälzer nun ganz selbstlos an den Hilfsfonds der Hamburger Gastronomie. Und so wird der TV-Koch am Ende doch noch von der Heulsuse zum Kämpfer. Dafür sollte er sich jetzt absolut nicht mehr schämen müssen.

Tim Mälzer erklärt die Spendenaktion mit einfachen Worten: „Weil wir Hamburg sind“

Die Aktion wurde initiiert von den beiden Hamburger Köchen Fabian Haebel und Tim Mälzer. Auch Haebel ist Betreiber von Gastronomien. In Hamburg betreibt er das Haebel und das XO auf St. Pauli. Zusammen mit 25 Hamburger Anbietern kreierten die beiden den Inhalt der sogenannten „Kehrwiederpakete“. Tim Mälzer fand rührende Worte über die Entstehung des Projekts: „Das Paket kann nur kommen, weil wir Hamburg sind. Wir sind eine Stadt, die sich miteinander und umeinander kümmert, die Diversitäten in allen Belangen zulässt und in Krisen in der Lage ist, aus ihnen Einheiten zu bilden, die sich gegenseitig stützen. Wir verstehen in Hamburg, dass wir eine Gemeinschaft sind und packen an“.

Die Box beinhaltet insgesamt 25 Produkte aus Hamburger Gastronomien, Micro-Getränkeherstellern, Verlagshäusern und Food-Manufakturen. Darunter auch kulinarische Köstlichkeiten wie Mälzers Bolognese-Soße, Brotbackmischungen, Marmeladen, typischen Hamburger Kaffee und norddeutsche Süßigkeiten. Bestellt werden konnte die Box vor dem 24. Dezember 2020 als Weihnachtsgeschenk, versandt wurden die Pakete Ende Januar. Zu den prominenten Ausstattern der Box gehören unter anderem der Ottenser Bonschladen, Salt & Silver und die Gaststätte Klippkroog. Dementsprechend schnell war die Box ausverkauft. Eine gute Idee also von dem Koch-Duo, das damit sicher einen großen Beitrag zur Erhaltung der Gastro-Szene in Hamburg beigetragen hat. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Stephan Wallocha/imago images & Mary Evans (imago images)

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