Offen und ehrlich

Tim Mälzer: CDU-Kasperletheater – Koch belächelt Corona-Politik

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
    schließen

Tim Mälzer will nicht mehr. Keine Lust auf die Corona-Krise! Der TV-Koch aus Hamburg sehnt sich nach Normalität – und prangert Corona-Politik der CDU an.

Hamburg – Eigentlich kann Tim Mälzer mit seinem Leben sehr zufrieden sein. Der TV-Koch betreibt mit der „Bullerei“ und der „Guten Botschaft“ zwei erfolgreiche Restaurants in Hamburg. Doch sind diese seit geraumer Zeit geschlossen. Eine Folge des bundesweiten Lockdowns und den damit verbundenen Corona-Regeln. Deswegen muss Mälzer seinen Unmut freien Lauf lassen.

Koch:Tim Mälzer
Geboren:22. Januar 1971 (Alter 50 Jahre), Elmshorn
Ausbildung:Johannes-Brahms-Schule (1990)
Bücher:Heimat, Greenbox, Born to Cook, Die Küche u.v.m.
Nominierungen:Deutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung u.v.m.
Eltern:Christa Mälzer, Rainer Mälzer

Tim Mälzer: TV-Koch regt sich über Corona-Politik auf – und wünscht sich „klare Öffnungsperspektive“

Tim Mälzer äußert sich immer wieder zu den Corona-Beschlüssen von Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten. Der Hamburger TV-Koch vertritt eine klare Meinung – Mälzer wünscht sich „eine klare Öffnungsperspektive“. Diese ist nach Ansicht von Mälzer nicht gegeben.

Der Hamburger TV-Koch Tim Mälzer sieht im Unions-Streit ein Kasperletheater der CDU. (24hamburg.de-Montage)

Dementsprechend tappt eine ganze Branche im Dunkeln. Darf im Sommer zumindest die Hamburger Außengastronomie wieder öffnen? Nur eine der Fragen, die Tim Mälzer umtreibt. Womöglich schaut der Gastronom aus der Hansestadt neidisch in den hohen Norden. Denn in Schleswig-Holstein hat die Außengastronomie wieder geöffnet. Und Mälzer? Sitzt weiter auf dem Trockenen.

Hamburger Gastronom Tim Mälzer nimmt Corona-Schicksal in eigene Hand

Doch will sich der Hamburger Koch seinem Schicksal nicht völlig ergeben. Um einen drohenden Corona-Ruin* abzuwenden, ergreift Tim Mälzer selbst die Initiative. Ob mit rosa Foodtruck oder einem eigenen Szene-Café in Hamburg-Eppendorf – wo andere ruhen, findet Mälzer kreative Wege.

Die Devise von Tim Mälzer ist klar. Stellvertretend für die deutsche Gastronomie-Branche schlägt der Koch im Gespräch mit SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz Alarm. „Wir wollen nicht am Zitzen des Finanzministeriums hängen“, stellt Mälzer seinen Standpunkt gegenüber Scholz klar.

Tim Mälzer: TV-Koch und Kollegen bieten Corona-Schnelltests an

Es ist eine heikle Situation, in der sich nicht nur Tim Mälzer befindet. Zum einen sind Corona-Soforthilfen unabdinglich, um Betriebe, aber auch Personalkosten zu decken. Das weiß auch der Hamburger Koch, der in seinen zwei Restaurants in der Hansestadt rund 100 Mitarbeiter beschäfigt.

Und zum anderen möchte die Gastronomie-Branche nicht von einer höheren Instanz abhängig sein. Um einen kleinen Schritt in Richtung Normalität gehen zu können, hat sich Tim Mälzer mit seinen Kollegen zusammengetan. Im Verbund wird die „Gastro Selbsttest GmBh“ gegründet. Tim Raue, The Duc Ngo und Mälzer selbst bieten Corona-Schnelltests zum „fairen Preis“ an.

Tim Mälzer: Hamburger Gastronom nennt Kanzler-Wahnsinn bei der CDU „Kasperletheater“

Eine Aktion, die für bundesweites Aufsehen sorgt, durchaus aber auch eine Angelegenheit der Politik gewesen wäre. An der deutschen Regierung lässt Tim Mälzer kein gutes Haar – und ärgert sich über eine „menschenfremde und selbstbezogene Politik“. Im Gespräch mit der NOZ legt Mälzer seine Gedanken offen und sieht ein „Kasperletheater“ rund um die CDU-Kanzlerkandidatur.

„Ich finde, dass die Politik selten so offenbart hat wie im vergangenen Jahr, dass der Bürger, der Mensch, leider keine Rolle spielt“, resigniert Tim Mälzer. Im internen Machtkampf der Unionsparteien sieht der Hamburger Koch die große Schwierigkeit. „Ganz ehrlich: Die sollen sich um die Probleme kümmern, die wir jetzt haben, und nicht um die, die die eigene Partei in den nächsten vier Jahren haben wird.“ Harter Tobak von Mälzer, der weiterhin seinen Mund aufmacht. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stephan Wallocha/imago images & Michael Weber/imago images & Steinach/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare