Restaurants machen dicht

Tim Mälzer fürchtet um Gastro-Tod – TV-Koch mit Angst vor Lockdown

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Schlechte Nachrichten für Tim Mälzer: Er muss sein Restaurant „Bullerei“ in Hamburg wieder schließen. Schuld ist der zweite Lockdown. Der TV-Koch hat Angst vor dem Gastro-Tod. 

  • Der zweite Coronavirus*-Lockdown betrifft vor allem die Gastronomie.
  • Auch Tim Mälzers Kult-Restaurant „Die Bullerei“ muss schließen.
  • Der „Kitchen Impossible-Star“ findet die Einschränkungen „katastrophal“.

Hamburg* – Ab Montag, 2. November 2020, muss Tim Mälzer die Türen seines Kult-Restaurants „Die Bullerei“ im Hamburger Schanzenviertel schließen. Hintergrund ist der von Bund und Ländern beschlossene Teil-Lockdown, welcher den starken Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen eindämmen soll. Seitens der Gastronomen herrscht große Empörung über die strengen Einschränkungen. Und auch Tim Mälzer hat eine starke Meinung zu dem Thema.

KochTim Mälzer
Geboren22. Januar 1971 (Alter 49 Jahre), Elmshorn
AusbildungJohannes-Brahms-Schule (1990)
BücherHeimat, Greenbox, Born to Cook, Die Küche
ElternChrista Mälzer, Rainer Mälzer
NominierungenDeutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung, Deutscher Fernsehpreis - Freie Formatkategorie

Tim Mälzer (Vox) muss „Bullerei“ wegen Coronavirus-Lockdown schließen – Gastroszene gefährdet

Für die Gastronomie bedeutet der Teil-Lockdown eine große Herausforderung: Schon im Frühjahr haben einige Restaurants und Bars die Zwangsschließung nicht überlebt. Jetzt dürfen sie erneut keine Gäste mehr aufnehmen. Schon vor dem Beschluss der neuen Coronavirus-Maßnahmen hatten einige Gastro-Chefs, darunter auch Tim Mälzer, einen Brandbrief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU)* verfasst. Darin kritisierten sie die geplanten Einschränkungen stark. „In der aktuellen zweiten Welle der Corona-Pandemie war die Gastronomie nie ein Infektionsherd“, argumentieren sie.

Tim Mälzer muss seine Bullerei aufgrund des zweiten Corona-Lockdowns wieder schließen. (24hamburg.de-Montage)

Auch eine Analyse, auf die sich die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bezieht, zeigt: Bis Ende Oktober könnten mehr als 8300 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Deutschland insolvent gehen. Und auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel befürchten eine massive Pleitewelle im Gastronomiegewerbe. Allein in Hamburg seien mehr als 15 Prozent der Gastronomiebetriebe insolvenzgefährdet (Stand: Ende Oktober 2020).

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⁣Das Beste draus machen! ⠀ ⠀ Stetig wechseln die nötigen Corona-Maßnahmen und schränken den wirtschaftlichen Betrieb der Gastronomie dadurch beträchtlich ein. Wir geben uns aber nicht so leicht geschlagen und werden, mit der üblichen Bullerei Power, auch durch diese Zeit kommen. ⠀ ⠀ Ab dem 2.11.2020 heißt dies nun, dass unsere Gasträume geschlossen bleiben. Aber die Bullerei macht dennoch weiter. Wir planen gerade eifrig und mit voller Wucht, damit ihr auch während dieser Zeit in den vollen Genuss der Bullerei Küche kommt. Genaue Informationen dazu kommen in den nächsten Tagen. ⠀ ⠀ Kommt bis Sonntag nochmal bei uns vorbei und genießt das Ambiente, unseren Service, unsere Küche, unsere Getränke und die volle Aufmerksamkeit von unserem mega Team. ⠀ ⠀ Bleibt gesund, bleibt optimistisch, bleibt Bullerei ❤⠀ ⠀ #bullerei #power #optimistisch #durchhalten #weitermachen⠀ ⠀ ⛑ Unter bit.ly/bsafe2020 könnt ihr euch jederzeit über unsere aktuellen Hygienemaßnahmen informieren. ⛑⠀⠀⠀ ⠀ ⠀

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Tim Mälzer sprach gegenüber RTL von einer miserablen Stimmung in der Gastro-Szene. „Wir wurden in so eine schäbige Ecke gedrängt“, erzählt er. Trotz Brandbrief und Forderungen müssen Restaurants nun schließen. Wie reagiert der Bullerei-Chef darauf? „„Ein erneuter Lockdown ist im ersten Moment katastrophal“, findet Mälzer. Erst vor kurzem hinterfragte er noch bei Markus Lanz (ZDF) die Coronavirus-Regeln* und wehrte sich gegen eine Sperrstunde. In einem Interview kritisiert Mälzer zudem Corona-Gastro-Trends*.

Tim Mälzers „Bullerei“ muss wegen Lockdown schließen: So will Restaurant die Coronavirus-Pleite verhindern

Allerdings plant der Bund ein Hilfspaket für alle Betriebe, die von Schließungen betroffen sind: Große Unternehmen sollen 70 Prozent, kleine Unternehmen 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem Vormonat erhalten. Das gibt Mälzer etwas Hoffnung: „Wir haben das allererste Mal ein Signal aus Berlin gehört, dass wir eine Systemrelevanz besitzen. Dass wir nicht die Treiber sind, sondern, dass wir sehr vieles richtig gemacht haben“. Seine „Bullerei“, die vor kurzem eine Neueröffnung feierte*, plant bereits, wie sie mit der Schließung umgehen soll.

In einem Instagram-Statement zeigt sich das Restaurant noch recht positiv: „Wir geben uns aber nicht so leicht geschlagen und werden, mit der üblichen Bullerei Power, auch durch diese Zeit komme“, heißt es. Gegenüber RTL verrät Tim Mälzer, dass sein Restaurant einen Lieferservice anbieten will – denn der ist laut Lockdown-Regelungen nicht verboten. So stark hat sich der Bullerei-Chef beim letzten Lockdown nicht gezeigt: Bei Markus Lanz (ZDF) brach er noch in Tränen aus*, 24hamburg.de/vip* berichtete. Offenbar hat Tim Mälzer gelernt, mit Niederlagen umzugehen. Denn auch der Einbruch in seiner „Bullerei“* muss ein harter Rückschlag für den TV-Koch gewesen sein.

Tim Mälzer, der vor allem für seine ehrliche und direkte Art bekannt ist, kann sich aber auch von einer knallharten Seite zeigen: 24hamburg.de berichtete über eine Situation in der „Bullerei“, bei der er Gäste aus seinem Restaurant schmiss*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/picture alliance & Mario S./Google Maps & Fabian Hensel/SWR- Das Erste/dpa/picture alliance

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