Karriere am Herd nicht die erste Wahl

Tim Mälzers Berufswunsch – das wollte Vox-Koch mal werden

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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In der Corona-Krise geht es der Gastronomie und Tim Mälzer sehr schlecht. Wäre der Hamburger Koch doch bloß geworden, wovon er als Kind geträumt hat.

  • Am 22. Januar feiert Tim Mälzer seinen 50. Geburtstag.
  • Der TV-Koch gesteht, dass er eigentlich andere Jobs für sich im Sinn hatte.
  • Der Hamburger Gastronom gibt zu, dass er in seiner Jugend ein nicht ganz so netter Typ war.

Hamburg – Am 22. Januar feiert Tim Mälzer Geburtstag. 50 Jahre alt wird der Hamburger Gastronom und TV-Koch (Vox) dann. Ein halbes Jahrhundert Lebenserfahrung. Zeit, um das, was einem bislang so widerfahren ist, zu reflektieren. Genau das tut auch der umtriebige und meinungsstarke „Küchenbulle“, der sich an seine Jugendzeit erinnert und dabei auch verrät, dass er eigentlich gar kein Koch werden wollte, sondern zwei anderen Jobs den Vorzug gegeben hätte.

Koch:Tim Mälzer
Geboren:22. Januar 1971 (Alter: 49 Jahre) in Elmshorn
Eltern:Christa Mälzer, Rainer Mälzer
Bücher:Heimat, Born to Cook, Greenbox, Die Küche u.v.m.
Nominerungen:Deutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung, Deutscher Fernsehpreis - Freie Formatkategorie
Auszeichnungen:Deutscher Fernsehpreis für das beste Factual Entertainment

Tim Mälzer: TV-Koch wäre lieber Architekt geworden – oder Hoteldirektor

Wenn es denn dazu gereicht hätte. Denn zumindest bei einem von beiden Berufen, in denen sich Tim Mälzer, der erst abtauchen und seinen Geburtstag gar nicht feiern wollte, sich selbst hätte vorstellen können, scheiterte an einer Hürde, die der 49-Jährige nicht zu überwinden wusste. „Ich bin Koch geworden, obwohl Architektur eine Zeit lang im Raum stand“, sagt der „Kitchen Impossible*“-Star in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

TV-Koch Tim Mälzer hätte sich auch eine Karriere als Architekt oder Hoteldirektor vorstellen können. (24hamburg.de-Montage)

Da aber hatten die Zulassungsbeschränkungen für ein Architektur-Studium ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, gibt der Gastronom, der in der Corona-Krise mit einer Online-Party zu seinem Geburtstag seinen Hintern retten will, ganz offen zu. „Bei einem Abitur von 3,9 im Schritt oder noch schlechter wären das relativ viele Wartesemester geworden“, sah auch Tim Mälzer, der öfter Gast bei TV-Talker Markus Lanz ist und dort gerne mal sein Unverständnis zur Corona-Politik äußert, früh ein, dass er diesen Traum vorzeitig begraben musste.

Tim Mälzer: Der Abiturschnitt des TV-Kochs war zu schlecht, um Architektur zu studieren

Stattdessen habe er sich dann dazu entschlossen, eine Koch-Ausbildung zu beginnen. Mit einem Hintergedanken. „Ich wollte eigentlich Hoteldirektor werden“, so der Gastronom, der in der Corona-Krise zum Sprachrohr eines ganzen Berufszweigs wurde und selbst auch mit den Folgen des Lockdowns zu kämpfen hat.

An der Rolle des Hoteldirektors habe ihn unter anderem der der 24-Stunden-Room-Service und der Wäschedienst begeistert. „Das war meine eigentliche Motivation diesen Beruf auszuwählen. Das ist natürlich totaler Quatsch. Aber so war meine naive Welt damals noch“, berichtet Mälzer.

Tim Mälzer: Die Entscheidung, Koch zu werden, entpuppt sich als „glückliche und richtige Wahl“

Letztlich habe sich dann die Entscheidung, Koch zu lernen, als „glückliche und richtige Wahl“ entpuppt. „Ich war sofort drin“, so Mälzer, der vor allem vom Wir-Gefühl in der Küche angetan war: „Jeder Teller besteht aus den Handgriffen vieler verschiedener Menschen, bis er so wunderschön serviert werden kann. Das hat mir immer wahnsinnig gut gefallen.“

Was Mälzer den Berufseinstieg erleichterte: dass er, der später in seiner Karriere in London mit dem englischen TV-Star-Koch Jamie Oliver in einem Restaurant zusammenarbeitete, Talent hatte. Dennoch: Für seine Ausbilder war der in Elmshorn vor den Toren von Hamburg geborene heutige TV-Koch keiner, mit dem man sofort gut die berühmten sprichwörtlichen Kirschen essen konnte.

Tim Mälzer: Als Jugendlicher war der Gastronom in der Ausbildung „aufmüpfig und großspurig“

„Ich war ein renitenter, aufmüpfiger, großspuriger Jungspund. Aber ich war fleissig“, holt Mälzer, der sich trotz aller Probleme aus 2020 auf 2021 freut, nach der Job-Beichte zum zweiten großen Geständnis vorm runden Geburtstag aus. Heute, so sagt er, sei er mit Herz und Seele Koch, Wirt und Gastronom: „Ich bin ein professioneller Gastgeber“, so der 49-Jährige, dessen Kreationen auch im Volksparkstadion des Hamburger SV in einer Lounge kredenzt werden und der ein bekennender Fan der „Rothosen“ ist. Zuletzt erklärte er, was ihn am HSV richtig ärgert* und was sein spektakulärster Moment mit dem Verein war.

Davon abgesehen ist Mälzer auch sonst jemand, der sein Herz auf der Zunge trägt. Er sagt das, was er denkt – und schreckte dabei auch nicht davor zurück, zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Corona-Politik zu kritisieren. Auch für ihn werde als Folge des Lockdowns „die Luft wirklich, wirklich eng“, bekannte Mälzer jüngst, dass ihm das Geld ausgehe. Die Rücklagen seien inzwischen aufgebraucht. Mehr noch: „Die Konten sind inzwischen geräumt.“ Bisher habe der TV-Koch lediglich eine Vorauszahlung von 10.000 Euro bekommen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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