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Til Schweiger klagt an: Scharfe Munition hat am Filmset nichts verloren

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Von: Vivienne Goizet

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Deutschland Revolverheld Til Schweiger (Tatort) fühlt mit Alec Baldwin nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau. Er findet zu Munition am Set klare Worte.

Berlin – Til Schweiger kennen viele aus dem Tatort. In der Krimiserie wird auch gerne mal mit Waffen hantiert. Schauspieler und Regisseur Schweiger kennt sich also mit Waffen und Munition am Filmset aus und weiß, welche Regeln gelten. Im Interview mit der „Bild am Sonntag“ erklärt er seine Sicht der Dinge auf die Schüsse, mit denen Alec Baldwin die Kamerafrau Halyna Hutchins tötete.

Tragische Unfälle bei Dreharbeiten wie im Falle Baldwin, der nach den tödlichen Schüssen Konsequenzen zieht*, sind leider kein Einzelfall. So war bereits der Sohn von Bruce Lee, Brandon Lee, bei den Dreharbeiten zum Film „The Crow“ im Jahr 1993 tödlich verunglückt. Auch ihn traf ein tödlicher Schuss.

Schauspieler:Til Schweiger
Geboren:19. Dezember 1963, Freiburg im Breisgau
Größe:1,78 m
Neue Filme:Die Rettung der uns bekannten Welt, Medieval

Til Schweiger über scharfe Munition am Filmset: Hat an einem Filmset überhaupt nichts verloren

Schauspieler Til Schweiger, der auch gerne mal im Corona-Lockdown ausrastet, kritisiert, dass umgebaute Waffen als Requisiten verwendet werden. Seiner Ansicht nach habe „scharfe Munition an einem Filmset überhaupt nichts verloren“. Schweiger hat auch schon in Amerika gedreht und weiß, dass die Waffenmeister dort eigentlich „extrem penibel“ sind. Waffenmeister sind die Menschen am Filmset, deren Aufgabe es ist, Waffen zu präparieren und über den Verbleib jeder Waffe Bescheid zu wissen.

Til Schweiger guckt nachdenklich in die Luft
Schauspieler Til Schweiger (Tatort) äußert sich zum Fall Alec Baldwin und der erschossenen Kamerafrau Halyna Hutchins: Scharfe Munition hat am Filmset nichts verloren. © Stefan Sauer/dpa

Zudem gäbe es am Filmset Regeln zum Umgang mit Waffen, erklärt Til Schweiger gegenüber der „Bild am Sonntag“. Man solle nie direkt auf Menschen zielen und man dürfe nicht damit herumspielen. Auch wäre der Finger am Abzug ein absolutes No Go. Da scheinen ja dann einige grundsätzliche Regeln beim Dreh in Santa Fe zum Low-Budget-Western „Rust“ nicht beachtet worden zu sein.

Til Schweiger klagt an: „Dann liegt die Vermutung nahe, dass vielleicht jemand absichtlich da Patronen reingemacht hat“

Zu dem Vorfall selber sagt Schweiger: „Wenn [Alec Baldwin] zwei Leute verwundet hat, und eine Person davon tödlich, dann liegt die Vermutung nahe, dass vielleicht jemand absichtlich da Patronen reingemacht hat.“ Tatsächlich konzentrieren sich die Ermittlungen nach Informationen von t-online auf die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed und den Regieassistenten Dave Halls, der Baldwin die Waffe in die Hand gedrückt hat.

Der Regieassistent solle ihm sogar den Hinweis gegeben haben, dass es sich um eine „kalte Waffe“ handele, was im Filmsprech wohl so viel bedeutet wie: Sie enthält keine scharfe Munition. Das gehe aus einem Polizeibericht hervor, welcher der New York Times vorliegt. Dieser besagt aber auch, dass der Regieassistent nicht wusste, dass die Pistole geladen war.

Schweigers Mitgefühl gilt unter anderem Alec Baldwin. Er habe gedacht, „was der jetzt für eine Bürde mit sich trägt“. Baldwin ist nur knappe sechs Jahre älter als Schweiger. Sie haben fast gleich viel Erfahrung im Filmgeschäft.

Regisseur Joel Souza, der ebenfalls von der Waffe durch einen versehentlichen Schuss verletzt wurde, aber überlebte, äußerte sich zu dem Vorfall. Er wurde am Freitag, 22. Oktober 2021, aus dem Krankenhaus entlassen und erklärte am Samstag gegenüber der amerikanischen Film-Website Deadline.com, wie schwer ihn der Verlust von Halyna Hutchins traf. * 24hamburg.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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