Zoff ums Geld

Til Schweiger: „Kokst du dir das Hirn weg?“ – Wut-SMS an „Zweiohrküken“-Autorin

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Schauspieler und Produzent Til Schweiger (56) hat eine Klage am Hals. Quell des Unheils ist die Drehbuchautorin von „Keinohrhasen“ Anika Decker (45).

  • Til Schweiger* hat eine Klage am Hals.
  • „Keinohrhasen“-Drehbuchautorin Anika Decker fordert Geld.
  • Auch für ihre Mitarbeit an „Zweiohrküken“ sei sie nicht ausreichend beteiligt worden.

Hamburg/Berlin – Zoff für Til Schweigers Filmproduktionsfirma „Barefoot Films“. Drehbuchautorin Anika Decker klagte vor dem Landgericht in Berlin am Dienstag, 6. Oktober 2020, weil sie laut eigenem Bekunden nicht ausreichend an Til Schweigers Kult-Schmonzetten „Keinohrhasen“ (2007) und „Zweiohrküken“ (2009) beteiligt wurde. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, habe sie für „Zweiohrküken“ 60.000 Euro und eine gedeckelte Zusatzvergütung erhalten. Für „Keinohrhasen“ gab es 17.500 Euro fürs Drehbuch und anschließend 32.500 Euro von Til Schweiger als „Geschenk“.

Drehbuchautorin:Anika Decker
Geboren:1. August 1975 (Alter 45 Jahre), Marburg
Filme: Traumfrauen, High Society - Gegensätze ziehen sich an, Zweiohrküken, Rubbeldiekatz, Keinohrhasen, SMS für Dich

Til Schweiger von Anika Decker („Keinohrhasen“, „Zweiohrküken“) verklagt – Wut-SMS

Laut Klageschrift spielte die Liebeskomödie mit und von Til Schweiger aber allein im Kino zirka 70 Millionen Euro ein. Im Anschluss kamen noch DVD-, Streaming- und Pay-TV-Einnahmen in Millionenhöhe dazu. Die genauen Umsätze kenne sie aber nicht. Und das sei genau das, was sie so auf die Palme bringe. Deshalb forderte sie beim Gerichtstermin, zu dem Til Schweiger selbst nicht erschien, nun Transparenz – auch von der Filmproduktionsfirma Warner Bros., die neben „Barefoot Films“ auch an den Streifen beteiligt war.

Til Schweiger und Drehbuchautorin Anika Decker streiten um Geld.

Immer wieder waren die Prozesstermine am Berliner Landgericht verschoben worden – zuletzt aufgrund des Coronavirus*. Bereits vor zwei Jahren reichte Decker die Klage gegen „Barefoot Films“ und Warner Bros. ein, um Transparenz und eine angemessene Beteiligung zu erhalten. Til Schweiger soll ihr damals im Affekt eine respektlose SMS geschrieben haben, deren Inhalt dem Landgericht vorliegt: „Lebst du noch? Oder kokst du dir das Hirn weg wie Zickler? Du bist scheinheilig und link.“

Mit „Zickler“ war hier der im Jahr 2019 verstorbene Filmproduzent Zickler gemeint, mit dem Schweiger lange zusammengearbeitet hatte. Die Frage, ob Anika Decker noch lebe, stieß derselbigen ebenfalls sauer auf. Denn mit Anfang dreißig erlitt die Drehbuchautorin eine Blutvergiftung mit Organversagen und lag tagelang im Koma. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Decker: „Ich habe damals geglaubt, dass ich gut bezahlt wurde. Das mag man für naiv halten, aber ich denke, ich stehe damit nicht allein da.“

Til Schweiger von Anika Decker verklagt: Geheime Verträge zwischen Netflix, Warner und Barefoot?

Später sei ihr aufgefallen, dass sie über die Absatzzahlen der Filme und die Umsätze von „Barefoot Films“ und „Warner Bros.“ nichts wisse. Inzwischen würde sie glauben, dass es sich dabei um ein „System“ handele.

Decker: „Ich kenne keine Drehbuchautoren, die mir sagen können, wie viel Geld zwischen den Firmen, die an einem Film beteiligt sind, geflossen ist. Das sind geheime Verträge, im Fall von Keinohrhasen und Zweiohrküken zwischen Barefoot und Warner oder zwischen Netflix und Warner. In der Musik- oder der Buchbranche bekommst du eine Abrechnung, die dir Auskunft über deine Prozente gibt und dich automatisch am Erfolg beteiligt. Im Film gibt es das nicht. Wir müssen es erfragen.“

Til Schweiger von „Keinohrhasen“-Autorin verklagt: Das sagt der ARD-Tatort-Star

Durch ihre Klage und den Medien-Wirbel darum hoffe sie auf einen Wandel in der Branche: „Ich glaube, dass es eine Signalwarnung hätte, wenn meiner Forderung nach Auskunft über die eingespielten Erlöse stattgegeben wird.“ Und Til Schweiger? Der kommentiert das Spektakel eher wortkarg in der „Bild“: „Das ist ein laufendes Verfahren, zu dem ich mich nicht äußern kann. Ich habe aber vollstes Vertrauen in die deutsche Gerichtsbarkeit.“

Schon Ende Oktober 2020 will das Landgericht Berlin die Entscheidung schriftlich mitteilen. Ob Til Schweiger dann Geld locker machen muss, wird sich zeigen. Derzeit ist er aber mit ganz anderen Themen beschäftigt. Gerade erst ist sein neuer Kinofilm „Gott du kannst ein Ar*** sein“ angelaufen. 24hamburg.de berichtet darüber, weshalb keine der Schweiger-Töchter* in dem Streifen mitspielt. Außerdem drehte Wahl-Hamburger* Til Schweiger neulich erst einen Film an der Ostsee*.

Und: Schon bald wird der ARD-Tatort-Star auch noch Opa*. Dann wartet also auch privat eine ganz neue Rolle auf ihn. Körperlich hingegen laufe es gerade nicht mehr so gut bei Til Schweiger. Erst neulich sprach er darüber, „nicht mehr so fit wie früher“ zu sein. Der Schauspieler kämpfe sogar täglich mit Schmerzen*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.  

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa & Audi_AG_M._Nass/dpa

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