Er kann's nicht lassen

Til Schweiger verspottet das RKI - mischt er sich jetzt unter die Coronavirus-Verschwörer?

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
    schließen

Til Schweiger nimmt bekannterweise kein Blatt vor den Mund - und erst Recht nicht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Seine Meinung zu diesem Thema äußert er in letzter Zeit mehr als deutlich, wird dabei fast schon cholerisch. Sein neuester Beitrag: Eine Verspottung des RKIs. Warum so erbittert, lieber Til?

Hamburg - Til Schweiger (56) scheint sich immer mehr unter die Bewegung der Coronavirus-Verschwörungstheoretiker zu mischen. War er anfangs noch klarer Befürworter der Coronavirus-Maßnahmen und regte sich über Spaziergänger auf, die sich nicht an die Abstandsregeln hielten, so kippte seine Meinung dazu recht schnell. In den vergangenen Wochen hat der Schauspieler immer wieder mit dubiosen Coronavirus-Posts auf sich aufmerksam gemacht und damit ordentlich polarisiert. Doch Shitstorms von kritischen Fans scheinen ihn nicht davon abzuhalten, auch weiterhin seinem neuen Image als Coronavirus-Zyniker treu zu bleiben. Zielte er zuletzt auf die Lockdown-Maßnahmen der Bundesregierung, so wettert er jetzt gegen das Robert-Koch-Institut (RKI) - und das nicht zum ersten Mal.

Til Schweiger kritisiert das Robert-Koch-Institut und erntet Kritik. (24-hamburg.de-Montage)

Til Schweiger verhöhnt das RKI - wird der Schaupieler zum Coronavirus-Verschwörer?

Til Schweigers neuester Beitrag aus seiner Reihe von kritischen Aussagen zur Coronavirus-Sars-Cov-2-Pandemie zeigt eine Karikatur. Darauf zu sehen: Prof. Lothar Wieler neben einer Lotto-Maschine, die mit der Aufschrift „RKI“ versehen ist. Offenbar will Til Schweiger seinen Fans damit zeigen, wie willkürlich und unzuverlässig die Veröffentlichung der Infektionszahlen durch das Robert Koch-Institut doch sei. Dazu kommentiert der TV-Star mit lachenden und weinenden Emojis: „Wäre so witzig, wenn es nicht so traurig wäre“.

Damit polarisiert er bei seinen Fans - die Kommentare unter dem Post sind gespalten. Manche Nutzer stimmen Til Schweiger in seiner RKI-Kritik zu: „Da muss ich wohl recht geben Til. Diese Lage ist so ernst wie keine andere seit vielen Jahrzehnten“. Eine andere Followerin schreibt hingegen: „Du bist ein Vorbild für viele Menschen hier in Deutschland, und solltest solche Posts genau überdenken...".

In der Kommentarspalte tummeln sich auch Menschen, die deutlich extremer über die aktuelle Situation sprechen. Von „Maulkörben“ für Kritiker ist die Rede. Der Coronavirus-Sars-CoV-2 sei die „größte Fake-News des Jahrhunderts“. Die „diktatorischen Maßnahmen“ werden kritisiert und die Hoffnung wird geäußert, dass endlich mehr Menschen „aufwachen“ würden. So wird in großen Bereichen der Kommentarspalte ein Framing und Duktus verwendet, der sonst bei Verschwörungstheoretikern beliebt ist. Ein Thema, das auch bei Markus Lanz diskutiert wird.

Hamburger Schauspieler Til Schweiger tritt immer häufiger als Coronavirus-Zyniker auf

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass sich Til Schweiger gegenüber seinen 400.000 Instagram-Fans als Coronavirus-Zyniker präsentiert. Der Produzent einer Dokumentation über Bastian Schweinsteiger hat schon öfter durch kritische Beiträge und verharmlosende Videos für Wirbel gesorgt. Und auch das RKI war schon einmal die Zielscheibe des Hamburger Schauspielers. Über das wissenschaftliche Institut mokierte er sich bereits Ende April in einem Instagram Post. Die vermittelte Aussage war: Alle Menschen sterben sowieso irgendwann, Coronavirus hin oder her. Schweigers Kommentar dazu: „Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich mich wegwerfen.

In eine ähnliche Richtung ging ein Video, dass der Wahlhamburger Til Schweiger einen Tag darauf teilte. Dabei handelte es sich um ein Video des HNO-Arztes Bodo Schiffmann, der als Stellvertreter der Protestpartei „Widerstand 2020“ gesehen werden kann. Dieser Bewegung schließen sich vermehrt Coronavirus-Verschwörer und Personen der rechten Szene an, so berichtet die Mopo. Schweigers Kommentar dazu: „Sehr interessant und informativ!“. Ob Til Schweiger sich bewusst ist, dass er mit der Verbreitung solcher Aussagen solche dubiosen Positionierungen fördert, ist fragwürdig.

Til Schweiger: Privat ist der Hamburger Schauspieler besser drauf

Ein Glück, das Til Schweiger privat Freundin Sandra an seiner Seite hat. Das gemeinsame Liebesglück scheint den Wahlhamburger emotional zumindest zeitweise etwas zu beruhigen, 24hamburg.de berichtete. Denn für den ARD-Schauspieler ist die Quarantäne in Hamburg zurzeit nicht einfach: Schließlich musste er all seine Projekte wegen der Coronavirus-Pandemie pausieren.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Screenshot Instagram/Til Schweiger/Georg Wendt/dpa/picture alliance

Kommentare