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Til Schweiger (ARD-Tatort) über schlechte Kino-Kritik: „Habe ich was von“

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Für sein filmisches Schaffen wurde Til Schweiger (56, ARD-Tatort) gerade mit dem Preis Golden Eye ausgezeichnet. Doch im Feuilleton werden seine Filme immer wieder zerrissen. Der Schauspieler nimmt‘s gelassen und zieht noch etwas Positives aus der Kritik.  

  • Til Schweiger* wird für sein filmisches Schaffen ausgezeichnet.
  • Beim Zurich Film Festival gewinnt er das „Golden Eye“.
  • Herbe Kritik an seinen Filmen nimmt Til Schweiger gelassen.

Hamburg/Zurich – Mit seinen selbst produzierten Schmonzetten wie „Keinohrhasen“, „Zweiohrküken“ oder „Kokowääh“ ist Til Schweiger kommerziell erfolgreich. Die breite Masse fährt auf die Filme des Hollywood-Hanseaten ab. Doch aus der „Bildungsschicht“ erntet der 56-Jährige für seine selbst produzierten Filme immer wieder herbe Kritik – obwohl er diese laut eigenem Bekunden gegenüber „Neue Züricher Zeitung“ (NZZ) auch gerne erreichen würde.

Schauspieler:Til Schweiger
Geboren: 19. Dezember 1963 (Alter 56 Jahre), Freiburg im Breisgau
Ehepartnerin: Dana Schweiger (verh. 1995–2014)
Kinder: Emma Schweiger, Luna Schweiger, Lilli Schweiger, Valentin Florian Schweiger
Fernsehsendungen: Tatort, Lindenstraße, Joe & Max
Nächster Film: Medieval

Til Schweiger (ARD-Tatort) spricht über Kino-Kritiker: „Habe ich was von“

„Die meisten Menschen lesen diese Kritiken nicht. Aber es gibt bildungsbürgerliche Menschen wie meinen Vater, die lesen das eben doch. Meine Eltern sind immer nur ins Kino gegangen, wenn sie eine tolle Kritik in der Frankfurter Rundschau und in der Süddeutschen Zeitung gelesen haben. Und so Leute will ich auch erreichen mit meinen Filmen.“

Til Schweigers Filme gefallen längst nicht jedem. Doch der Schauspieler weiß mit der Kritik umzugehen.

Seit „Knockin‘ On Heaven‘s Door“, in dem Til Schweiger neben ARD-Tatort-Kollege Jan Josef Liefers (54) die Hauptrolle spielte, würden alle seine Filme im Feuilleton nur noch kritisiert. Til Schweiger: „Die können sie besprechen und sie schei** finden, das ist ihr Recht, aber bitte erst, wenn der Film schon im Kino angelaufen ist. Dann müssen sie auch eine Karte kaufen, wie jeder andere Zuschauer.“

Der Wahl-Hamburger* sieht die Kritik positiv: „Und ich habe wenigstens etwas davon, weil ich von dem Ticket ja einen Bruchteil abkriege.“ Seit der Kritik an „Knockin On Heaven‘s Door“ (1997) zeige Til Schweiger seine Filme dem Feuilleton vor Kinostart nicht mehr, normalen Journalisten hingegen schon. Schweiger: „Ich habe halt festgestellt, dass meine Filme da keine Chance haben.“

Til Schweiger beim Zurich Film Festival mit Golden Eye ausgezeichnet

Dass seine Werke von der, wie er sie nennt, Bildungsschicht, abgelehnt werden, dürfte Til Schweiger aber nicht großartig verunsichern. Denn trotzdem wurde der Schauspieler und Produzent beim Zurich Film Festival nun mit dem „Golden Eye“ für sein filmisches Schaffen ausgezeichnet. Der Preis bedeute ihm „sehr viel.“ Schweiger weiter: „Ich habe mich sehr über diesen Preis gefreut. Und dieses Golden Eye sieht auch echt schön aus. Als mich der Festivalleiter vor einigen Wochen in einer E-Mail über die Auszeichnung informierte, ging die Nachricht runter wie Öl.“

Und bei der Preisverleihung durfte Til Schweiger sich dann auch noch über „eine wunderschöne Laudatio“ freuen, wie er der NZZ verrät. Und überhaupt: Die meisten seiner Filme locken sehr viele Zuschauer in die Kinos. Til Schweigers Alzheimer-Tragikomödie „Honig im Kopf“ zog etwa sieben Millionen Gäste an. Lediglich über eine „größte berufliche Niederlage*“ hatte Til Schweiger zuletzt gesprochen, wie 24hamburg.de berichtet.

Til Schweiger (ARD-Tatort) ist ein Alleskönner – das ist sein Erfolgskonzept

Til Schweiger ist ein wahrer Alleskönner. Schauspiel, Drehbuch, Regie, Schnitt, Produktion: Til Schweiger bekommt alles unter einen Hut. Sein Erfolgskonzept sei es, „offen für die kreative Unterstützung von anderen“ zu sein. „Ich kenne viele Regisseure, die wollen gar nicht, dass andere ihnen Ideen geben. Die haben Angst, dass sie ihre Autorität verlieren.“ Til Schweiger mache das anders: „Ich nehme aber auch Ideen von meinen Maskenbildnern und Aushilfsfahrern auf. Film ist Teamwork.“

Zuletzt hatte Til Schweiger in „Gott, du kannst ein Ar*** sein“* aber wieder mal „nur“ als Schauspieler an einem Film mitgewirkt. Seit dem 1. Oktober 2020 läuft der Film mit Til Schweiger und Heike Makatsch im Kino. 24hamburg.de berichtet darüber, weshalb ausnahmsweise mal keine Schweiger-Tochter in dem Film mitspielt*. Und: Til Schweiger ist nicht nur in der Film-Szene dick im Geschäft. Nebenbei ist er auch noch erfolgreicher Unternehmer, führt ein Restaurant nahe des Hamburger Hauptbahnhofs*, ein Hotel am Timmendorfer Strand an der Ostsee, einen Lifestyle-Onlineshop namens „Barefoot Living“, den er jetzt allerdings an „Die Höhle der Löwen“-Investor Georg Kofler* verkauft hat, und ein eigenes Passagierschiff.

24hambrug.de berichtet über Til Schweigers „Barefoot Boat“ in Passau*, das dank opulenter Ausstattung zu einem wahrlichen „Schnickschnack-Schiff“ geworden ist. Bald wartet jedoch schon die nächste neue Rolle auf Til Schweiger – diesmal im echten Leben. Denn der Hollywood-Hanseate wird Opa*. Sohnemann Valentin Schweiger (24) erwartet Ende 2020 oder Anfang 2021 erstmals Nachwuchs mit seiner langjährigen Freundin, macht aber ein Riesen-Geheimnis ums Baby*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.  

Rubriklistenbild: © Alexandra Wey/dpa

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