„Wohlfühl-Doku“

Til Schweiger: Der „Donald Trump des Massen-Entertainments“ – Kritik an Schweini-Doku

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
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Filmemacher Til Schweiger kassierte Kritik für seine erste Dokumentation. Seit dem 5. Juni ist der Film über die Fußball-Legende Bastian Schweinsteiger auf Amazon Prime Video verfügbar.

Hamburg Seit dem 5. Juni ist die Dokumentation von des Hamburger Til Schweiger über Ex-Profikicker Bastian Schweinsteiger bei Amazon Prime Video verfügbar. Obwohl die Schweini-Doku „Schw31ns7eiger: Memories – Von Anfang bis Legende“ schon vor Veröffentlichung im großen Stil beworben und in den ersten Tagen überschwänglich kommentiert wurde – selbst Bundestrainer Jogi Löw „umarmte“ Til vor Begeisterung – werden jetzt zunehmend kritische Stimmen laut.

SchauspielerTil Schweiger
Geboren19. Dezember 1963 (Alter 56 Jahre), Baden-Württemberg
Größe1,78 m
EhepartnerinDana Schweiger (verh. 1995–2014)
KinderEmma Schweiger, Luna Schweiger, Lilli Schweiger, Valentin Florian Schweiger
FilmeTatort, Lindenstraße, Joe & Max

Til Schweiger: Schweinsteiger-Doku viel zu oberflächlich

Der Dokumentarfilm, bei dem der Hamburger Til Schweiger als Produzent mitwirkte, beleuchtet die Fußballkarriere und das Leben von Bastian Schweinsteiger. Dennoch erfährt man in den 113 Minuten wenig Privates von dem Ex-Kicker und seiner Frau Ana Ivanovic. Zwar werden Bilder von der Hochzeit in Venedig gezeigt und auch das ein oder andere persönliche Wort von Schweinsteiger-Papa Fred oder Bruder Tobias ist zu hören – mehr persönliche Momente gibt es aber nicht.

Jürn Kruse schreibt für „Übermedien“ und trifft den Knackpunkt der ganzen Doku: „Das Problem dieses Films steht kurz vor dem Ende weiß auf schwarz auf einer Texttafel: Für Ana & Bastian.“ Ein bloßes Kratzen an der Oberfläche, wer sich von der Schweini-Doku private Einblicke erhofft, geht leer aus. Emotionen ja, aber ohne wenig Aussage dahinter. Der „Musikexpress“ sieht dies ähnlich und betitelt den Streifen als „Wohlfühl-Doku“, welcher es an „Tiefe und kritischen Stimmen fehlt.“

Til Schweiger als der „Donald Trump des hiesigen Massen-Entertainments“

Auch Jan Freitag vom Branchenblatt „DWDL“ äußert über das, was er dort auf dem Bildschirm zu sehen bekommt, keine Lobeshymne. Die Dokumentation sei „eine Jubelarie, die mit Rückgratlosigkeit noch freundlich umschrieben ist“. Ihm fehle es in dem Film nicht bloß an Distanz, dem Rezensent ist vor allem der Macher Til Schweiger ein Dorn im Auge. „Und wenn der Donald Trump des hiesigen Massenentertainments im Hintergrund die Fäden zieht, kann sein überdimensioniertes Ego gar nicht anders, als sich ständig zum Bühnenrand vorzudrängeln. So stehen abgesehen von der Titelfigur drei Personen im Fokus dieser Dokumentation: Til Schweiger. Til Schweiger. Und Til Schweiger. Und das will schon was heißen“, schreibt Jan Freitag.

Til Schweiger Doku über Bastian Schweinsteiger wird von Kritikern zerrissen

Der Sportjournalist Thomas Poppe lässt in der „Fums“-Kolumne ebenfalls wenig gutes Haar an der Schweini-Doku: „Wäre diese Doku ein Schwimmbad – sie käme in Sachen Tiefe nur selten aus dem Babybecken heraus, um mal ein Bein in den Nichtschwimmerbereich zu strecken.“ Coole Insights? Fehlanzeige.

Til Schweiger hat eine Dokumentation über Bastian Schweinsteiger gedreht. (24hamburg.de-Montage)

Til Schweiger: Doku für Fans von Bastian Schweinsteiger ein Muss

Aber nicht alle Kritiken über die Doku von Filmemacher Til Schweiger sind derartig haarsträubend. Es gibt auch positive Meinungen, wie die von Bundestrainer Jogi Löw. Und auch auf Amazon Prime Video ist von Kritik kaum eine bis gar keine Spur - von fünf möglichen Sternen erreicht die Schweini-Doku durch die Kunderezensionen eine Gesamtbewertung von 4,8 Sternen. Das kann sich sehen lassen. Für Fans des Fußballers ist die Dokumentation ohnehin ein Muss, da sind sich laut t-online.de viele User auf der Bewertungsplattform IMDb einig.

Rubriklistenbild: © Tobias Hesse/Matthias Balk/picture alliance/pixabay

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