1. 24hamburg
  2. Unterhaltung

Tatort Hamburg „Schattenleben“: Ermittlungen in der linken Szene

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

In „Schattenleben“ ermitteln die Kommissare in der linken Szene. Und stoßen dabei auf verdeckte Ermittler und Polizeigewalt. So wird der Hamburg-Tatort am Sonntag.

Hamburg – Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren gab der NDR den Einstieg Wotan Wilke Möhrings als Tatort-Komissar bekannt. Seitdem ermittelt Möhring in der Rolle des in Hamburg-Billstedt aufgewachsenen Kommissars Thorsten Falke – erst als LKA-Beamter an der Seite von Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller), dann als Hauptkommissar, ab 2016 neben Julia Grosz (verkörpert durch Franziska Weisz) für die Bundespolizei in Norddeutschland.

Beim Tatort am Sonntag, 12. Juni 2022, ist das Duo Falk und Grosz in Hamburg im Einsatz.

TV-Format:Tatort Hamburg
Aktuelle Ermittler:Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz)
Im Dienst seit:2012 (Falk), 2016 (Grosz)
Bisherige Episoden:16

Tatort Hamburg: „Schattenwelten“ am Sonntag spielt in Hamburgs linker Szene

Viele Gefühle, viele Gläser Milch und mehrere Brandanschläge: Der neue Hamburger „Tatort“ mit dem Titel „Schattenleben“ dreht sich in zwei Strängen um die linke Szene der Hansestadt. Die Szene also, die sich in Form von Aktivisten der Roten Flora wochenlang ein Katz-und-Maus-Spiel mit Hamburgs Innensenator Andy Grote – Stichwort: Pimmelgate – geliefert hatte. Mit dem besseren Ausgang für die Flora-Aktivisten: die trugen am Ende im Pimmelgate einen Sieg davon.

Im Mittelpunkt des Sonntagskrimis im Ersten (12. Juni 2022, 20.15 Uhr) steht diesmal Bundespolizistin Julia Grosz (Franziska Weisz). Ihr Partner Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) rückt in die zweite Reihe – um am Ende dennoch eine wichtige Rolle zu spielen.

Tatort am Sonntag: Julia Grosz undercover in der linken Flint-Szene in Hamburg

Ermittlerin Julia Grosz schleust sich auf eigene Faust undercover in die linke Flint-Szene ein. Die Abkürzung Flint (auch: FLINT*) steht für Frauen, die lesbisch, intersexuell, non-binär oder trans sind. In der linken Szene Hamburgs sucht sie ihre Freundin und Kollegin Ela. Die war zuvor selbst als verdeckte Ermittlerin in dieser Szene unterwegs. Weil sie sich aber auf einmal bedroht gefühlt und niemandem mehr vertraut hat, suchte sie Kontakt zu ihrer einstigen Sommerliebe: Julia Grosz. Doch das Treffen mit der verängstigten Ela endete abrupt und seitdem ist sie verschwunden.

„Schattenleben“: Franziska Weisz (Julia Grosz) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ermitteln in Hamburgs linker Szene
„Schattenleben“: Franziska Weisz (Julia Grosz) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ermitteln in Hamburgs linker Szene. (24hamburg.de-Montage) © Hein Hartmann/imago/Tobias Hase/dpa

Tatort Hamburg: Polizeigewalt und Spitzel unter Linken

In Elas Wohngemeinschaft trifft Grosz unter anderem auf Nana (Gina Haller), die Lebensgefährtin von Ela. Die wirkt nicht nur impulsiv, sondern auch aggressiv und schwer einzufangen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Ela eigentlich mit einem Polizisten verheiratet ist. Wie militant ist die Szene, wer hat hier wen belogen und wer sind denn nun die Guten? Für die Bundespolizistin verschwimmen bei ihren Recherchen plötzlich die Grenzen.

Falke ermittelt zeitgleich zu einem Brandanschlag auf ein Polizistenhaus, bei dem eine Frau gestorben ist. Bei den Ermittlungen decken er und sein Kurzzeit-Partner Thomas Okonjo (Jonathan Kwesi Aikins) mehrere Fälle von vertuschter Polizeigewalt auf. Und das Team landet bei den Ermittlungen plötzlich auch beim Ehemann von Ela. Sind am Ende beide Fälle miteinander verbunden?

Tatort am Sonntag: Bis zum Finale spannend, schlau und scharfsinnig

Der „Tatort“-Fall «Schattenleben» von Mia Spengler – ihr zweiter nach „Goldene Zeiten“ mit dem Falke-Grosz-Duo - schafft es wunderbar, bis zum Schluss spannend zu sein. Dabei geht der Film so scharfzüngig wie schlau auch Klischees und Vorurteile an. Linke gegen Polizisten. Heteros gegen Lesben. Dunkelhäutige gegen Weiße. Vorurteile lauern überall und entkräften sich meist oft bei genauerem Hinsehen.

Es wird auch die Polizei kritisiert, wenn beispielsweise Okonjo die Ermittlungen verdeckter Polizisten in der Szene als „Spielen mit den Gefühlen von Menschen“ bezeichnet. Polizeigewalt gegen Linke und ins Leere laufende Anzeigen dagegen spielen eine Rolle. Auch die Gewalt der linken Szene selbst bekommt einen Platz. Für den Tatort am Sonntag in der ARD-Mediathek gibt es bereits eine kurze Vorschau, nach der Ausstrahlung findet man dort wie gewohnt die gesamte Folge.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Tatort Hamburg: Falke Partnerin Grosz legt erstmals homosexuelle Erfahrungen offen

Besonders an diesem Tatort nach einem Drehbuch von Lena Fakler ist auch, dass er eine starke weibliche Handschrift trägt. So wurde nicht nur auf eine diverse Besetzung geachtet, es sind auch rund 65 Prozent der wichtigsten Positionen des Teams von Frauen besetzt.

Julia Grosz darf erstmals – nachdem vor einigen Folgen eine Schwärmerei für eine Kollegin zumindest angedeutet wurde – beim Tatort am Sonntag ihre homosexuellen Erfahrungen offen legen. «Du warst also die Hete, die Ela damals das Herz gebrochen hat», sagt Nana dazu und lässt damit wieder alle Wege für weitere Herzensentwicklungen der Bundespolizistin offen. (mit dpa-Material)

Auch interessant

Kommentare