Rapper kassiert Shitstorm

Deutschrapper Sido wird Coronavirus-Skeptiker

  • Yannick Hanke
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Das Coronavirus-Sars-Cov-2 wird von vielen Verschwörungstheoretikern geleugnet. Auch der Berliner Deutschrapper Sido will nicht an die Pandemie glauben.

Berlin – Die verchromte Maske, sein einstiges Markenzeichen, hat Deutschrapper Sido schon vor einigen Jahren in den Schrank zurückgelegt. Doch nun scheint der 39-Jährige ein neues Accessoire gefunden zu haben, das seinen Kopf schmückt. Gemeint ist der Aluhut, ein metaphorischer Gegenstand, der oft mit Anhängern von Verschwörungstheorien assoziiert wird.

Coronavirus-Leugner: Deutschrapper Sido wird zum Verschwörungstheoretiker

Denn als Verschwörungstheoretiker par excellence hat sich der Berliner Rapper unlängst in einem Gespräch mit Deutschrapper Ali Bumaye präsentiert. Dieser hat, wie auch Kumpel Sido mit Zuhause mit Sido, seine eigene YouTube-Show, die auf den Namen Ali therapiert“ hört. Während sich der Ex-Aggro Berlin-Rapper vor allem mit YouTubern trifft und sich wie beispielsweise mit MontanaBlack übers Gaming unterhält (auch ingame.de berichtete ausführlich*) lädt sich Ali Bumaye bevorzugt andere Deutschrapper ein.

Deutschrapper Sido präsentiert bei „Ali therapiert“ seine Coronavirus-Verschwörungstheorien. (Screenshot)

Hierzu zählte bereits der aus Berlin stammende Rapper Fler. Dieser macht abseits seiner Musik durch Social Media-Streitigkeiten mit dem Hamburger Bonez MC, seines Zeichens bester Kumpel von Gzuz und Boss der 187-Strassenbande, auf sich aufmerksam. Doch auch Sido ist kein Kind von Traurigkeit, wie er in der neuesten „Ali therapiert“-Folge fast schon eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Deutschrapper erntet Social-Media-Shitstorm

Von Ali Bumaye auf die aktuelle Welt- und Konzertlage angesprochen, bezieht sich Sido in seiner darauffolgenden Einschätzung auf dubiose „Quellen“, die er aber nicht genauer benennen möchte. Vielmehr lässt er verlauten, dass er an „geheime Bruderschaften, die alten Clans“ glaube und auch denken, dass Kinder verschwinden würden. Äußerungen, die ihm seinen Job bei ProSieben gekostet haben könnten. Der Deutschrapper ist nämlich nicht länger Teil von „The Voice of Germany“.

Ebenso fallen Ausdrücke und Begrifflichkeiten wie „Kinderblut“ und „unsichtbare Schattenregierung“, wie „nordbuzz“ berichtet. Dort ist ebenfalls zu lesen, was Sido über Verschwörungstheoretiker Xavier Naidoo denkt, der sich wie auch Til Schweiger mit seinen Äußerungen als Coronavirus-Sars-Cov-2-Zyniker präsentiert. Ob er wohl auch in Attila Hildmanns verrückter Corona-Gruppe auf Telegram ist?

Sowohl Fans als auch neutrale Beobachter Sidos zeigen sich mehr als verwundert und besorgt über die Äußerungen des frisch geschiedenen Deutschrappers. Auf Twitter ist ein veritabler Social Media-Shitstorm entfacht worden, der seinesgleichen sucht und mit dem Berliner Rapper hart ins Gericht geht:

Sido in den Schlagzeilen: Sexistische Schlägertype?

Nicht das erste Mal, dass der auch als Schauspieler agierende Sido in negativer Art und Weise auffällt. Zu Zeiten von Aggro Berlin, einem ehemaligen Independent-Label aus der Hauptstadt, war es zuhauf die Musik des damaligen Maskenmanns, über die medial extrem diskutiert wurde. Die Texte von Sido, aber auch von einstigen Label-Kollegen wie Fler, B-Tight oder Harris wurden immer wieder als gewaltverherrlichend, misogyn und homophob eingestuft.

Doch Paul Würdig, wie der Berliner Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, kann nicht nur verbal austeilen. 2004 kam es auf dem „MTV HipHop Open“-Festival in Stuttgart zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Sido und dem Frankfurter Battle-Rapper Azad. Der Schlägerei war eine von Sido ausgesprochene sexuelle Beleidigung gegenüber der Mutter des heute 46-Jährigen vorausgegangen.

Deutschrapper als Juror: Faustschlag für Journalisten

Ebenso sah sich Sido bereits mit einem Strafverfahren konfrontiert, das ihn 2009 der Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung bezichtigte. Ihm wurde vorgeworfen, eine körperlich eingeschränkte Frau mit Steinen beworfen zu haben. Dies wurde vom Deutschrapper jedoch vehement abgestritten. Letztendlich wurde das Verfahren gegen eine Zahlung von 14.000 Euro eingestellt.

Medial große Beobachtung fand Sidos Tätigkeit als Juror in der ORF-Castingshow „Die Große Chance“. Aber auch hier war die Beachtung eher negativer Natur und erneut statt eine körperliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt. 2012 wurde Sido gegenüber dem ORF-Reporter Dominic Heinzl handgreiflich, beschimpfte diesen wüst und attackierte den Journalisten mit einem Faustschlag ins Gesicht, woraufhin Heinzl zu Boden ging. Verschwörungs-Kumpel Attila Hildmann hat ebenfalls Journalisten attackiert. Es blieb aber bei einer heftigen Verbal-Attacke.

Sido ohne Reue: „Heinzl macht ne Judorolle“

Zwar entschuldigte sich Würdig via Twitter gegenüber der Mutter von Heinzl für eine im Rahmen der Streitigkeiten geäußerte Beleidigung. Doch so wirklich Reue konnte Sido nicht zeigen. In seinem 2013 veröffentlichten Song „Hier bin ich wieder“ rechnete der Berliner mit dem Reporter ab und rappt: „ [...] Heinzl macht ne Judorolle. Auf dem Boden, weil er sein Niveau da suchen wollte“. Übrigens: neuer Ärger droht dem Deutschrapper durch eine Anzeige der Tierrechtsorganisation PETA, die ihn der Tierquälerei bezichtigt*.

Auch gegenüber Journalisten der Bild-Zeitung ist Bad Boy Sido Mitte Mai 2020 nicht zimperlich, wenn Sido gegen sie „Abschaum!“, „Verpisst euch!“, „Ihr seid Dreck!“ schimpft und hangreiflich wird.

Quelle: 24hamburg.de

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Rubriklistenbild: © YouTube/Ali Bumaye

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