Anzeige wegen Tierquälerei

Sido: PETA-Tierschützer gegen Berliner Deutschrapper – „Fische als Spielzeug verwendet“ – ist Sido ein Tier-Hasser?

  • Yannick Hanke
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Aggrorapper Sido hat Ärger mit der Tierrechtsorganisation PETA. Diese wirft dem Berliner Musiker vor, im Rahmen des „Angelcamp“-YouTube-Formats von Streamer Knossi absichtlich Fische gequält zu haben. Stimmt das und welches Verhältnis hat Sido zu Tieren?

  • Sido hat Ärger mit Tierrechtsorganisation PETA.
  • Deutschrapper* soll Fische gequält haben.
  • Strafanzeige gegen Rapper Sido wurde bereits gestellt.

Berlin/BrandenburgDeutschrapper Sido ist unter die Angler gegangen. Im Rahmen des YouTube-„Angelcamps“ von Livestreamer Knossi war der Berliner in Brandenburg zugegen, um möglichst dicke Fische an Land zu ziehen. Das könnte dem 39-Jährigen nun zum Verhängnis werden. Denn die Tierrechtsorganisation PETA wirft ihm Fischquälerei vor und hat bereits eine Strafanzeige gestellt.

Rapper:Sido
Geboren:30. November 1980 (Alter 39 Jahre), Prenzlauer Berg, Berlin
Vollständiger Name:Paul Hartmut Würdig
Größe:1,86 m
Ehepartnerin:Charlotte Würdig (verh. 2012)
Filme & Fernsehsendungen:Eine Braut kommt selten allein, Blutzbrüdaz, Halbe Brüder, Männersache, Sido geht wählen

Sido: Deutschrapper wird von Tierrechtsorganisation PETA angezeigt – YouTube-„Angelcamp“ von Streamer Knossi der Fischquälerei bezichtigt

Der Ausspruch „Not macht erfinderisch“ gilt nicht erst seit Coronavirus-Sars-CoV-2* und den damit verbundenen Einschränkungen, ist im Kontext der Pandemie aber ziemlich zutreffend. Nicht zuletzt Kunst- und Kulturschaffende mussten und müssen umdisponieren, gewohnte Auftritte vor einem Live-Publikum können zumeist nur in Form von Autokino-Konzerten abgehalten werden.

Ist er mit seiner Teilnahme am „Angelcamp“ von Streamer Knossi baden gegangen? Deutschrapper Sido sieht sich mit einer Anzeige der Tierrechtsorganisation PETA konfrontiert. (Screenshot)

Zum Glück gibt es aber Plattformen wie Twitch oder YouTube, werden sich vor allem einige Deutschrapper sagen, die in Krisenzeiten neue Wege der Unterhaltung und Selbstvermarktung entdeckt haben. Hierzu zählt auch Sido, Ex-Juror der Sat.1-Castingshow „The Voice of Germany“* und bundesweit bekannter Musiker. Ob in seiner eigenen Show, in welcher der 39-Jährige mit Entertainer MontanaBlack* launig über die Vergangenheit plauderte*, oder als Gast in Formaten wie „Ali therapiert“* - der Berliner nutzt die Möglichkeiten bis zur Erschöpfung aus.

Jüngstes Beispiel hierfür ist seine Teilnahme am „Angelcamp“, das von Livestreamer Jens Knossalla, besser bekannt unter dem Alias „Knossi“, initiiert wurde. Drei Tage lang streamten Sido und andere mehr oder minder prominente Personen Mitte Juli von einem Badesee nahe Brandenburg an der Havel. Der als „Event“ deklarierte Ausflug wurde beim Live-Streaming-Videoportal Twitch übertragen, die mehrteiligen Highlights finden sich auf dem YouTube-Kanal von Knossi.

Sind für ihre ausgefallenen Aktionen bekannt: Die Tierschützer von PETA demonstrieren gegen Fischfang.

Die Angel-Versuche von Sido, Knossi und Konsorten fanden im Netz viel Anklang, bis zu 300.000 Zuschauer sahen sich das Freiluft-Spektakel an. Nicht ganz so unterhaltsam findet die TierrechtsorganisationPeople for the Ethical Treatment of Animals“ (PETA) die Unternehmung des Deutschrappers. Wegen des Verdachtes auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz hat PETA nun eine Strafanzeige gestellt.

Sido: Deutschrapper soll „Fische als Spielzeug“ benutzt haben - PETA-Tierschützern missfällt „Angelcamp“

In einer Pressemitteilung wird die Tierrechtsorganisation ziemlich deutlich. Dort heißt es von Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA: „Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist, kein Etwas – es ist inakzeptabel, wenn Fische als Spielzeug benutzt werden und für die Selbstdarstellung oder für Produktwerbung wiederholt und massiv leiden müssen“.

Damit wird sich auf den konkreten Ablauf der „Angelcamp“-Veranstaltung bezogen. Das Konzept gestaltete sich vergleichsweise simpel. Die Teilnehmer angelten nach den größten Karpfen um die Wette, wurde ein Fisch gefangen, wurde mit diesem vor der Kamera posiert. Im Speziellen wird die sogenannte „Catch & Release“-Praxis kritisiert, die auch schon im Vorfeld des Unterhaltungsformat angewendet worden sein soll.

Bei dieser werden geangelte Fische nach kurzer Zeit zurück ins Wasser geworfen. Damit hätten die prominenten Angler „deutlich erkennbare Leiden der Fische“ bewusst in Kauf genommen. Zudem sei auf den veröffentlichten Videos „eindeutig an den heftigen Atmungen zu erkennen, dass die Tiere unter Sauerstoffmangel litten“. In ihrer Pressemitteilung nennt PETA auch Beispiele der jüngeren Vergangenheit und schreibt explizit die Namen von Personen in der Öffentlichkeit aus.

So heißt es: „Bereits 2016 zahlte Ex-Fußballprofi Klaus Augenthaler in einem vergleichbaren Fall mehr als 3.000 Euro Geldbuße, der Rapper Marteria sogar 5.000 Euro“. Letztendlich bezieht sich die Tierrechtsorganisation auf das geltende Tierschutzgesetz, laut dem niemand „einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“. Darüber hinaus wird auf das Verbot verwiesen, „einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen.

Sido: Deutschrapper kassiert PETA-Strafanzeige bei Staatsanwaltschaft Potsdam – 187 Strassenbande-Mitglied Gzuz mit ähnlichem Fall

Die Strafanzeige hat PETA bei der Staatsanwaltschaft Potsdam erstattet - gegen alle „am Angeln beteiligten Teilnehmer“. Das große Ziel der Tierschützer ist es, weitere Ausgaben des „Angelcamps“ zu verhindern. Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Art und Weise Deutschrapper Sido und Streamer Knossi auf die Vorwürfe der Tierrechtsorganisation reagieren werden. Ob es bei Sidos Auftritt auf dem Splash-Festival 2021 zu ähnlich viel Ärger kommen wird?

Ein vergleichbarer Fall vor zwei Jahren endete ohne juristische Konsequenzen für das 187 Strassenbande-Mitglied Gzuz*. Der Hamburger* hatte im Mai 2018 einem Schwan eine Ohrfeige verpasst*. Die skurrilen Szenen gingen durchs Netz und empörten nicht nur Tierschützer. Mit der Ankündigung „Ey, ich geb‘ dem Schwan eine Ohrfeige“ vollbrachte der Kumpel von Bonez MC* seine Schandtat.

Als der sichtlich aufgebrachte Alster-Schwan erschrocken davon schwamm, bekam Gzuz einen Lachanfall und rief dem Tier „Du Hu***sohn“ hinterher. Der verbal gescholtene Grabstein ziert nun auch den fiktiven Gzuz-Grabstein (siehe Bild). Die vermeintliche Schwan-Attacke war nicht das erste Mal, dass der 32-jährige Hamburger Gzuz negativ auffiel. Aktuell sieht sich der Gangster-Rapper mit einem Gerichtsfahren konfrontiert, in dessen Rahmen er sich für verschiedene Strafdelikte verantworten muss. Gzuz konnte bisher einen Teilerfolg erzielen, eine Anzeige wegen Körperverletzung wurde zurückgezogen*.

So sieht der für Gzuz vorbereitete Grabstein aus – ein schwarzer Alster-Schwan ziert das letzte Andenken an Hamburgs großen Deutschrapper.

Bleibt unter anderem aber noch der Vorwurf des versuchten Diebstahls einer Sauerstofflasche*. Wofür er diese verwenden wollte, ist bis dato unklar und wurde nicht klar artikuliert. Ob er etwa unter Atemproblemen leidet? Dies könnte direkt mit Aufnahmen seines Grabsteins* verbunden, die derzeit durch das Netz kursieren. * 24hamburg.de, ingame.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © YouTube/Mit Sido

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