Rapper Manuellsen klagt an

Rassismus-Vorwurf im Deutschrap: Keine Schwarzen beim „Black Artist Day“ – Samy Deluxe schweigt

  • Yannick Hanke
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Deutschrapper Samy Deluxe will mit seinem „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD) ein Zeichen gegen Rassismus setzen. „Kollege“ Manuellsen wirft dem Hamburger jetzt vor, wichtige schwarze Künstler nicht bedacht zu haben.

  • Deutschrapper * Samy Deluxe veranstaltet „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD).
  • Samy Deluxe will Zeichen gegen Rassismus setzen.
  • Manuellsen fehlen wichtige schwarze Künstler.

Berlin/HamburgSamy Deluxe veranstaltet am Donnerstag, 24. September 2020, den sogenannten „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD) in Berlin. Mit diesem möchte der Deutschrapper ein Statement gegen Rassismus setzen und schwarzen Künstlern eine Plattform bieten. Deutschrapper Manuellsen kritisiert jedoch, dass Samy Deluxe zahlreiche wichtige Personen mit dunkler Hautfarbe nicht eingeladen hat.

Rapper:Samy Deluxe
Geboren:19. Dezember 1977 (Alter 42 Jahre)
Ehepartnerin:Brooke Russell (verh. 2001-2005)
Kinder:Elijah Malik Russel

Samy Deluxe: Deutschrapper veranstaltet „Black Artist Appreciation Day“ – ohne wichtige schwarze Künstler?

Das Ein-Tages-Event „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD) ist eine Charity-Veranstaltung, im Rahmen dessen schwarze Künstler auftreten und die Einnamen gespendet werden. Initiator ist der Hamburger* Samy Deluxe, Afrodeutscher und etablierter Deutschrapper. Unter anderem Roger Reckless, Fetsum, BSMG und der „Baus of the Nauf“ selbst werden am Donnerstag, 24. September 2020, im Berliner „Sisyphos“ auftreten.

Deutschrapper Samy Deluxe veranstaltet am Donnerstag, 24. September 2020, den „Black Artist Appreciation Day“. Seine Künstlerauswahl wird kritisiert. (24hamburg.de-Montage)

Laut Deutschrapper Manuellsen würde das angekündigte Line-up jedoch in keinster Weise das Spektrum an schwarzen Künstlern in Deutschland abbilden. Der Ruhrpott-Musiker vermutet gar, dass Samy Deluxe auf Straßenrap verzichtet hat, da ansonsten zahlungskräftige Sponsoren abgesprungen wären.

Samy Deluxe: Deutschrapper Manuellsen kritisiert Künstlerauswahl von Hamburger Musiker

In einem Instagram-Livestream zeigt sich Manuellsen sichtlich empört über die Künstlerauswahl, die Samy Deluxe getroffen hat. Dies solle aber nicht als „Disrespect“ gegenüber den auftretenden Musikern verstanden werden. Vielmehr möchte Manuelllsen darauf hinweisen, dass seiner Ansicht nach wichtige Personen fehlen würden.

„Jetzt wagt er es tatsächlich diesen Black Artists Appreciation Day zu machen und ohne die Löwen einzuladen, die seit Jahren sich in Livestreams setzen, rassistische Aussagen treffende Rapper zu Müll reden, rassistisch aussagende Rapper abfangen und zur Rede stellen und machen und tun“, echauffiert sich der 41-Jährige.

Samy Deluxe verzichtet auf Deutschrapper OG Keemo – „216“-Song gegen Polizeigewalt

Konkret spricht Manuellsen von illustren Namen wie Shadow030, Nura, Sugar MMFK, Jalil und Luciano, die von Samy Deluxe nicht für den „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD) berücksichtigt wurden. Zudem hebt Manuellsen den Namen von OG Keemo hervor. Wie von 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, weist der Mainzer in seinem Song „216“ auf Misstände hin, die sich auf die Polizeigewalt gegen Schwarze beziehen*.

Manuellsen lobt OG Keemos Track als den „härtesten Anti-Rassismus-Song“ aller Zeiten und kann dementsprechend nicht verstehen, dass solch ein Deutschrapper keine entsprechende Plattform geboten bekommt. Auch das Fehlen von 187 Strassenbande*-Rapper Maxwell wird beklagt. Dieser würde schließlich seit Jahren Gold- und Platinplatten einheimsen. Mitunter findet sich der 187er aber auch vor dem Gericht wieder*.

Samy Deluxe: Deutschrapper soll Angst vor abspringenden Sponsoren haben

Für den Anklage erhebenden Manuellsen liegt der mögliche Grund für das Vorgehen von Samy Deluxe klar auf der Hand. Sponsoren des Events wären schlicht und ergreifend nicht damit konform gewesen, wenn „Kriminelle“ und „Gangster“ im Rahmen des „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD) auftreten. So lautet zumindest die Vermutung von Manuellsen.

Letztendlich gibt der Ruhrpott-Rapper zum Besten, dass es „meines Erachtens [...] so was gar nicht geben [muss]. Artists sollen immer appreciatet werden, egal woher sie kommen, wenn sie was bewegt haben“. Der 41-Jährige befürwortet einen „Good-Artists-Day“, ohne genauer auf ein entsprechendes Konzept einzugehen.

Samy Deluxe hat bisher nicht direkt auf die Anschuldigungen von Manuellsen reagiert. Jedoch hat der aus Hamburg stammende Musiker in einem Instagram-Post verraten, dass mit vielen „Special Guests“ zu rechnen ist. Es bleibt abzuwarten, um wen es sich hierbei handelt. Übrigens: Samy Deluxe hat sich in jüngerer Vergangenheit bereits eindeutig gegenüber Rassismus positioniert*. Karten für den „Black Artist Appreciation Day“ (BAAD) sind weiterhin online erhältlich. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christina Sabrowsky/Matthias Balk/dpa/picture alliance

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