Nach Psycho-Ausraster

Prinz Ernst August von Hannover – U-Haft im Schloss statt Knast

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Prinz Ernst August von Hannover (66) sorgt seit Jahrzehnten mit Prügel- und Pinkel-Pannen in der Öffentlichkeit für Aufruhr. Jetzt macht der Urenkel des letzten Deutschen Kaisers mit einer Attacke auf ein Ehepaar von sich reden. Doch bei einem geschätzten Vermögen des Fürstenhauses von 350 Millionen Euro braucht man sich über U-Haft und andere Späße nicht zu sorgen.

  • Prinz Ernst August von Hannover* attackiert Ehepaar in Grünau (Österreich).
  • Dem Welfenprinz drohen vierzehn Tage Haft.
  • Jetzt ist er wieder wohlauf und zu Besuch bei einem befreundeten Baron.

Update vom Donnerstag, 17. September 2020, 14:13 Uhr: Grünau im AlmtalErnst August Prinz von Hannover ist (mal wieder) mit einem blauen Auge davon gekommen. Nachdem es Anfang September 2020 in seiner Jagdhütte in Grünau im Almtal (Oberösterreich) zum Eklat kam (mehr Infos unten), landete er zunächst in U-Haft. Doch sein Freund und Namensvetter Baron Ernst von Gecmen-Waldeck (77) habe ihn nun aus der JVA Wels abgeholt – stilecht im Oldtimer-Cabriolet von Mercedes. Für Ernst August von Hannover heißt es jetzt also: Schloss statt Knast und Luxus statt trocken Brot.

Prinz Ernst August von Hannover hat gut lachen: Von der U-Haft geht‘s für den Pinkel-Prinzen direkt in ein Schloss (Symbolbild). (24hamburg.de-Montage)

In der braunen 200-D-Limousine aus den 60er Jahren soll der Baron Ernst August am Freitagmorgen, 11. September 2020, in eine Nervenklinik nach Salzburg chauffiert haben. Wie die „Bild“ berichtet, habe Ernst August die Heilanstalt jedoch nach zwei Stunden wieder verlassen. Laut „Bild"-Informationen residiere der Prinz jetzt in der 500 Quadratmeter großen Villa seines Freundes, weil das Welser Gericht ihm untersage, in seine Jagdhütte zurückzukehren.

Prinz Ernst August von Hannover reißt Verkehrsschild aus dem Boden und bedroht Ehepaar: Knast!

Erstmeldung vom Montag, 14. September 2020, 16 Uhr: Grünau im Almtal (Oberösterreich) – Er trägt einen Adelstitel und benimmt sich regelmmäßig wie die Axt im Walde. Prinz Ernst August von Hannover sitzt in U-Haft. Das Oberhaupt des ehemals königlichen Hauses Hannover muss um seine Freiheit bangen. Ihm drohen mindestens 14 Tage Haft, wie die „Krone“ berichtet. Derzeit wartet der Prinz, der im Jahr 2000 an den türkischen Pavillon der Expo in Hannover pinkelte und seitdem den Ruf des „Pinkelprinzens“ weg hat, aber noch auf die Entscheidung des Haftrichters. Was war passiert?

König:Ernst August von Hannover
Geboren: 26. Februar 1954 (Alter 66 Jahre), Hannover
Haus: Haus Hannover
Kinder: Alexandra, Prinz Christian, Ernst August von Hannover
Eltern: Ernst August von Hannover, Ortrud Prinzessin zu Schleswig-Holstein
Ehepartnerinnen: Caroline von Hannover (verh. 1999), Chantal Hochuli (verh. 1981–1997)

Prinz Ernst August von Hannover reißt Verkehrsschild aus dem Boden und bedroht Hausmeister-Ehepaar

Am 7. September 2020 eskaliert die Situation in seiner Jagdhütte in der idyllischen Waldregion Grünau im Almtal (Oberösterreich). Eine Bedienstete des Prinzen erstattet Anzeige: Sie und ihr Ehemann seien von Prinz Ernst August von Hannover gefährlich bedroht und genötigt worden. Der 66-jährige Urenkel von Kaiser Wilhelm II. soll das Paar aufgefordert haben, sich zu „schleichen“. Andernfalls werde Ernst August ihnen einen „Schlägertrupp“ schicken.

Prinz Ernst August von Hannover wartet auf das Urteil des Haftrichters. Ihm drohen 14 Tage Haft. (24hamburg.de-Montage)

Doch damit nicht genug. Nur wenig später am selben Tag ist der Prinz immer noch erzürnt. Mittlerweile ist er in der Herzog-von-Cumberland-Stiftung. Er reißt ein Verkehrsschild aus dem Boden und schlägt damit ein Fenster des Gebäudes ein. Mit der Aktion überzeugt er das Welser Gericht endgültig, zu handeln. Die Anordnung zur Festnahme folgt. Kurz nach 17 Uhr umzingeln mehrere Polizisten die Jagdhütte von Welfenprinz Ernst August und nehmen ihn mit. 24hamburg.de/vip berichtet auch über Skandal-Nudel Melanie Müller, die mit Coronavirus-Schlagzeilen* von sich reden macht.

Prinz Ernst August von Hannover bedroht Polizisten und landet in Psychiatrie

Ob der Adelige mit der Gnade der Behörden rechnen kann? Das bleibt abzuwarten. Nicht umsonst trägt Ernst August neben dem Spitznamen Pinkel-Prinz auch noch den Namen Prügel-Prinz. Nur wenige Wochen vor dem Eklat am 7. September 2020, rastet er bereits aus. Am 15. Juli 2020 ruft er etwa den Notruf, er liege in einem Graben und mehrere Personen wollen ihn ermorden. Hier geht es bereits um seinen Hausmeister, dessen Frau ihn nun angezeigt hat.

Der wolle ihm seine Medikamente nicht aushändigen. Während die Beamten sich Ernst Augusts Version anhören, sei dieser jedoch immer aggressiver geworden, erklären die Beamten in der „Krone“. Schließlich habe er einen Polizisten am Kopf gepackt und ihn und seine Kollegen mit einem dreißig Zentimeter langem Messerschleifer bedroht. Dann habe er den Beamten auch noch ins Gesicht geschlagen. Die Ordnungshüter hätten ihn schließlich auf Anweisung eines Arztes in eine Psychiatrie eingewiesen.

Prinz Ernst August von Hannover schreit so lange, bis er aus der Psychiatrie entlassen wird

Der „Krone“ sagt Ernst August im Nachhinein jedoch: „Ein Polizist hat mich geschlagen. Ich glaube, die waren besoffen, die machten zumindest den Eindruck. Dann haben sie mich in einer Ambulanz angekettet. Sie wollten mich niederspritzen. Ich stand die ganze Nacht. Ich habe ihnen gesagt, das tun sie mit mir nicht, ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich habe so lange geschrien, bis ich raus durfte.“

Doch nur eine Woche später habe es den Adeligen erneut in Richtung Polizei gezogen, wie die „Krone“ weiter berichtet. Mit einem Baseballschläger bewaffnet sei er in der Nacht auf Dienstag, 21. Juli 2020, mit dem Taxi zur Wache nach Scharnstein. Dort habe der Prügel-Prinz zwei Beamten mit Schlägen gedroht. Ernst August beteuert im Nachhinein, er habe nur Anzeige wegen Polizeigewalt erstatten wollen.

Bei seiner Ankunft mit dem Taxi sei die Wache allerdings nicht besetzt gewesen. Die Beamten seien auf Einsätzen unterwegs. Als zwei Polizisten zurückkehren, seien sie vom Prügel-Prinzen von Hannover beleidigt und mit dem Baseballschläger bedroht worden. Seit jener Skandal-Nacht habe der Pinkel- und Prügel-Prinz auch noch eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung an der Backe. Außerdem müsse er sich wegen Sachbeschädigung und Nötigung verantworten. Der Zwischenbericht über die Nacht, in der er in der Psychiatrie landete, liegt der Staatsanwaltschaft mittlerweile vor, wie die „Krone“ weiter berichtet. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa & Jens Büttner/dpa

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