„Zehn Jahre Freiheitsstrafe“

Deutschrapper PA Sports nimmt Einfluss auf Justizministerin Lambrecht (SPD): härtere Kindesmissbrauch-Strafen

  • Yannick Hanke
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Deutschrapper PA Sports mit großem Einfluss auf die deutsche Justiz. Kaum hat der 31-Jährige härtere Strafen für Täter gefordert, die sich an minderjährigen Kindern vergehen, zeigt auch Justizministerin Christine Lambrecht von der SPD Einsicht.

  • PA Sports: Deutschrapper* beeinflusst Justizministerin Lambrecht (SPD).
  • Härtere Strafen erwirkt: Kindermissbrauch wird konsequenter geahndet.
  • Straftaten-Katalog“ von PA Sports: Was ist schlimmer als Mord?

EssenDeutschrapper PA Sports hat oft eine klare Meinung, auch zu gesellschaftlichen Entwicklungen. In seiner Musik gibt sich der 31-Jährige mitunter kompromisslos und scheut auch die Konfrontation mit anderen Kollegen nicht. Der gebürtige Essener äußerte nun seine Ansicht über die seiner Meinung nach zu geringen Strafen für Täter, die sich an minderjährigen Kindern vergehen. Mit Erfolg: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht von der SPD lenkt ein und hört auf den Deutsch-Iraner. Mittlerweile hat sich die Politikerin auch bei Markus Lanz (ZDF) hierzu geäußert*.

Rapper:PA Sports
Geboren:1. April 1990 (Alter 30 Jahre)
Genre:Hip-Hop/Rap
Plattenfirmen:Wolfpack Entertainment, Major Movez, LIFE IS PAIN, Chapter ONE, AMINO, P.M.B.

Deutschrapper PA Sports beeinflusst Justizministerin: Lambrecht (SPD) für härtere Kindermissbrauch-Strafen

PA Sports ist beileibe nicht der erste Deutschrapper, der sich zum Thema Kindesmissbrauch und den in Relation dazu geringen Strafen für die Täter äußert. Bereits Kontra K hatte seine Meinung kundgetan und via Social Media mit dem „menschlichen Abschaum“ abgerechnet*. Nun ist es also der 31-jährige Essener, der seinem Unmut Luft verschafft. Der Deutsch-Iraner wendet sich mit seinem Statement gar an die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht von der SPD.

So heißt es von PA Sports: „Warum [...] werden diese Sachen so milde behandelt in Deutschland? Ich versteh das nicht, ich will das gerne verstehen, es gibt ja einen Grund dafür. Gibt es eine Lobby, die das geil findet, das pusht, sich irgendwie schützend davorstellt, ich versteh das nicht". Um den deutlich irritiert wirkenden Deutschrapper verstehen und seine Fragen einordnen zu können, lohnt ein kurzer Blick zurück.

SPD-Politikerin Lambrecht hatte verlauten lassen, dass Kindesmissbrauch nach wie vor als „Vergehen, nicht aber als „Verbrechen“ gewertet wird. Eine Aussage, die ihr medial viel Kritik einbrachte. Durch den Status quo werden Täter nur geringfügig bestraft und ihnen wird eine Bewährungs- oder Geldstrafe auferlegt. Bisher, denn nun lenkt die Bundesjustizministerin ein, revidiert ihre Worte und plädiert für härtere Strafen.

Erfolg für Deutschrapper PA Sports: Täter von Kindesmissbrauch werden strenger bestraft

Bereits unsittliche Berührungen sollen geahndet und als Verbrechen gewertet werden. „Im Gesetz muss ganz klar zum Ausdruck kommen, dass es sich hierbei ohne Wenn und Aber um Verbrechen handelt“, lässt Lambrecht mittlerweile ziemlich entschlossen wissen. Bei der Kategorie „Verbrechen“ liegen die Strafen nicht unter einem Jahr Haft, womit der Spielraum nach untern deutlich begrenzt wird.

Und auch die Verbreitung von Material, dass Minderjährige leicht bekleidet zeigt, soll nun härter geahndet werden. Darüber weiß die „Bild“-Zeitung zu berichten und zitiert Lambrecht wie folgt: „Ich will, dass Täter, die mit Kinderp********** auf widerlichste Weise Geld verdienen oder kriminelle Tauschringe betreiben, härter bestraft werden. Es ist ein abscheuliches Verbrechen, mit dem Missbrauch von Kindern Geld zu machen – und muss mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden können“.

Damit spielt die Politikerin nicht zuletzt auf den Pädophilen-Ring in Münster und den damit verbundenen Fällen an Kindesmissbrauch* an. Der reichweitenstarke PA Sports beäugt diesen Vorfall natürlich mehr als kritisch und konnte in Kombination mit dem öffentlichen Druck von Medienseite einen Erfolg verbuchen. In seinem emotionalen Statement hat der Deutschrapper bereits einige Vorschläge parat, wie zukünftig mit Tätern von Kindesmissbrauch umgegangen werden soll.

PA Sports „Straftaten-Katalog“: Deutschrapper appelliert an Vernunft - Was ist schlimmer als Mord?

Wenn ich so einen Straftaten-Katalog aufstellen müsste und einfach nur moralisch, ethisch, menschlich entscheiden müsste: Was sind die schlimmsten Dinge, die du als Mensch tun kannst? Dann wäre auf Platz 1 definitiv Mord, einem anderen Menschen das Leben wegzunehmen“, heißt es zunächst vom Deutsch-Iraner.

Ähnlich martialisch hatte sich bereits Manuellsen, der unlängst mit dem rassistischen Autokonzern Volkswagen abgerechnet hatte*, geäußert. Der mit Bushido im Beef stehende Deutschrapper* kommentierte den Fall in Münster mit einem schlichten „Kill em all". Eine Aufforderung, aber auch eine Referenz auf dessen gleichnamiges Album von 2015.

Der kritische Blick gilt den seiner Meinung nach bisher zu laschen Strafen für Tätern von Kindermissbräuchen: Deutschrapper PA Sports konnte dies ändern und Justizministerin Lambrecht (SPD) beeinflussen. (Screenshot)

Deutlich länger bespricht PA Sports den aktuellen Fall von Kindesmissbrauch. „Auf Platz 2 wär für mich ganz klar ein Kind zu missbrauchen. Auf Platz 3 kommt für mich direkt dahinter eine Frau zu vergewaltigen“, macht der Essener mit seinem persönlichen Strafenkatalog weiter. „Weil jeder Mensch mit einer einzigen Gehirnzelle und ein bisschen Herz weiß doch, dass so etwas das h**ensöhnigste ist, was man machen kann", appelliert der 31-Jährige an die Vernunft.

Verantwortungsvolle Deutschrapper: PA Sports nutzt Reichweite, andere ziehen gleich

„Ich will jetzt nicht irgendwelche Straftaten relativieren und sagen: Das ist so und das ist so [...] aber wir sind uns doch alle einig, dass ein Mensch, der Kinder missbraucht, etwas Schlimmeres gemacht hat als jemand, der Drogen verkauft“, setzt der Deutschrapper die Verhältnisse in den seiner Meinung nach richtigen Maßstab.

Die Frage nach Selbstjustiz erübrigt sich, positiv ist auf jeden Fall festzuhalten, dass sich mal wieder ein Deutschrapper seiner Reichweite und Verantwortung bewusst geworden ist. Ähnliches kann einem bunten Sammelsurium an hiesigen Sprechgesangskünstlern attestiert werden, die an der #blackouttuesday-Aktion auf Instagram teilnahmen* und auf die Opfer von Rassismus aufmerksam machten. Und selbst Farid Bang fällt nicht negativ auf und hat sich für seine „Ausschwitz-Line“ und den „Echo“-Eklat von 2018 entschuldigt*.

Quelle: 24hamburg.de-DeutschRap

* 24hamburg.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Instagram/pasports

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