Aline Abboud

Neue Tagesthemen-Sprecherin: Dem Ritual will sie nicht folgen

  • Anika Zuschke
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Aline Abboud wird die neue Sprecherin der ARD-Tagesthemen. Am kommenden Samstag feiert sie ihr Debüt. Doch eine Sache will die Halblibanesin anders machen.

Hamburg – Am kommenden Samstag, 4. September 2021, wird Aline Abboud zum ersten Mal als neue Sprecherin die ARD-Tagesthemen um 23:30 Uhr moderieren. Neben dem Moderationsteam Caren Miosga und Ingo Zamperoni wird die Halblibanesin damit zukünftig Pinar Atalay ersetzen. Diese hat es zum Privatsender RTL verschlagen – genauso wie Jan Hofer. Als Neuzugang bei den Tagesthemen möchte sich Abboud aber nicht sofort brav einreihen. Sie plant, mit einem Ritual zu brechen.

Journalistin:Aline Abboud
Geboren:23. Januar 1988 (Alter: 33 Jahre) in Berlin
Ausbildung:Universität Leipzig (2007–2013), Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (2007)
Tagesthemen-Moderatorin:Ab 4. September 2021

Die Tagesthemen im Ersten liefern eine 35-minütige Berichterstattung zu den politischen sowie gesellschaftlichen Ereignissen in Deutschland und der Welt und stehen für vertiefende Informationen sowie Hintergründe. Für die 33-jährige Journalistin ist das tägliche ARD-Nachrichtenmagazin „ein Nachrichten-Flaggschiff im Ersten“, das für Tradition und Moderne stehe und Nachrichten greifbar und verständlich mache. „Ich freue mich sehr, nun ein Teil des Teams zu sein und meine persönlichen Perspektiven mit einzubringen“ schließt Abboud laut NRD.de. Das Format wird in Hamburg produziert.

Neue Tagesthemen-Sprecherin Aline Abboud widersetzt sich einem Ritual

Doch in einem Aspekt möchte sich Aline Abboud den Traditionen widersetzen. Denn auf das geläufige Ritual eines eigenen Schlusssatzes nach der Moderation will sie verzichten. „Ich bin nicht so ein Freund von Floskeln, die den Schwenk hin zu ‚Alles wird gut‘ machen. Ich motiviere gerne Menschen, aber nicht mit solchen Sätzen“, erklärt die neue Tagesthemen-Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Aline Abboud: Möchte als neue Tagesthemen-Sprecherin mit einem Ritual brechen. (24hamburg.de-Montage)

Deswegen glaube sie nicht, dass sie da irgendetwas einführen werde. „Wenn dann spontan, oder wenn es gerade passt“, statuiert Abboud laut dpa. Dabei haben Schlusssätze bei den meisten Fernseh-Nachrichtensprechern Tradition und bieten ein gewisses Wiedererkennungsmerkmal.

ARD-Kollege Ingo Zamperoni schließt seine Moderation beispielsweise mit „Bleiben Sie zuversichtlich“ ab. Der frühere Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert wünschte zu später Stunde stets eine „geruhsame Nacht“. Und der ehemalige Tagesschau-Sprecher Jan Hofer beendete seine Nachrichtensendungs-Premiere bei RTL mit den Worten: „Machen wir alle das Beste daraus.“

Ich bin nicht so ein Freund von Floskeln, die den Schwenk hin zu ‚Alles wird gut‘ machen. Ich motiviere gerne Menschen, aber nicht mit solchen Sätzen.

Aline Abboud

Aline Abboud bringt langjährige Erfahrung im Fernsehen mit

Doch davon scheint sich Aline Abboud nicht beeindrucken zu lassen. Generell geht sie mit ihrem Einstand bei den Tagesthemen recht entspannt um: „Ich schaue einfach nur in ein schwarzes Loch im Teleprompter und habe das Gefühl, ich bin alleine und meine Oma guckt zu“, erzählt sie in einem Gespräch mit der dpa. Außerdem habe sie in den letzten Jahren gelernt, entspannter vor der Kamera zu stehen, fügt sie hinzu.

Denn die Berlinerin bringt einiges an journalistischer Kompetenz und Erfahrung mit: Beim Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestags absolvierte sie ein Volontariat, anschließend arbeitete sie als Redakteurin bei der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ und moderierte zuletzt den „heuteXpress“.

Seit 2019 steht sie bei „Die da oben!“ vor der Kamera, ein Format-Angebot von funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF. Bei dem zweiten öffentlich-rechtlichen nationalen Fernsehprogramm war auch Shakuntala Banerjee lange aktiv.

Hintergrund von Aline Abboud: In Ost-Berlin geboren mit Wurzeln im Libanon

Die in Ost-Berlin geborene Halblibanesin studierte Arabistik in Leipzig, Beirut und Istanbul und „wollte eigentlich immer Journalistin werden, um über den Nahen Osten zu berichten“, äußerte sie dem Tagesspiegel zufolge. Mit ihrem kulturellen und familiären Hintergrund beweist sie auch eine gewisse Vorbildfunktion.

So erzählt sie in einem dpa-Gespräch: „Viele junge Leute, die eine ähnliche Migrationsbiografie haben wie ich, schreiben mir, dass ich für sie ein Vorbild sei. Weil man denkt: Das kann ich dann auch schaffen. Das freut mich“ und ergänzt: „Ich bin Libanon-sozialisiert, ostdeutsch sozialisiert und ich bin ein Einheitskind. Ich versuche, die Chancen und Perspektiven zu nutzen, um andere zu motivieren und Dinge voranzutreiben.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Hendrik Lüders/NDR/Daniel Bockwoldt/dpa

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