Mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einig

Markus Lanz (ZDF): Peter Tschentscher (SPD) in Angst – strengere Corona-Regeln angekündigt

  • Yannick Hanke
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SPD-Politiker Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Hamburgs, verteidigt in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz die Coronavirus-Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Es würde keine Angst geschürt werden.

Hamburg-Altona – In der Markus Lanz-Ausgabe vom Dienstag, 29. September 2020, sind Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Journalisten Elmar Theveßen und Christiane Hoffmann, Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sowie der Künstler Ai Weiwei zu Gast im TV-Studio in Hamburg-Altona. Im Fokus stehen die neuen Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung und Regulierung von Coronavirus-Sars-CoV-2. Übrigens: Ai Weiwei spricht über die Coronavirus-Maßnahmen in China*.

Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter 54 Jahre), Bremen
Ehepartnerin:Eva-Maria Tschentscher (verh. 1998)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Bürgermeister von Hamburg seit 2018
Ausbildung:Universität Hamburg (1995)

Markus Lanz (ZDF): Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) beschäftigt Coronavirus-Regeln

Der Erste Bürgermeister Hamburgs, SPD-Politiker Peter Tschentscher, sei direkt aus Berlin in die Hansestadt gekommen, merkt ZDF*-Moderator Markus Lanz direkt zu Beginn des Gesprächs mit dem 54-Jährigen an. „Wie heiß wurde heute mit Kanzlerin Angela Merkel diskutiert? Ihr ist die Sorge rund um das Infektionsgeschehen doch deutlich anzumerken“, heißt es vom Talkmaster. Zum Hintergrund: In der Bundeshauptstadt wurden am Dienstag, 29. September 2020, neue Regelungen im Rahmen der Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise verabschiedet*.

SPD-Politiker Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Hamburgs, macht sich für die Coronavirus-Politik der Bundesregierung stark. (24hamburg.de-Montage)

„Die Sorge war da, aber eigentlich war es ganz harmonisch. Es war nicht so, dass wir groß gestritten haben. Vielmehr haben alle Beteiligten in den letzten Wochen die Überzeugung gewonnen, dass wir in einer stabilen, aber problematischen Entwicklung sind“, antwortet Peter Tschentscher. „Wir waren uns einig, dass wir Grenzen setzen und stärker regulieren müssen“, fügt der SPD-Politiker an. Manuela Schwesig (SPD) hingegen findet, dass neue Coronavirus-Regeln lokal gelten sollen*.

Markus Lanz (ZDF): Peter Tschentscher (SPD) verteidigt Kanzlerin Angela Merkel (CDU)

Mit dem Gesagten will sich Markus Lanz nicht unnötig lange aufhalten und verweist auf Angela Merkels Aussage, dass pünktlich zu Weihnachten mit einer Infektionszahl von 19.200 Personen zu rechnen ist. Wie die Bundeskanzlerin denn auf diesen konkreten Wert kommen würde, fragt der ZDF-Moderator seinen Gesprächspartner. „Sie wollte veranschaulichen, was man so abstrakt sonst gar nicht ausdrücken kann. Also diese Verdoppelung von Zahlen“, heißt es zunächst einmal von Peter Tschentscher.

„Wenn sich der Wert immer verdoppelt, ist es nicht so, das immer das Gleiche hinzukommt. Sondern man kommt bei sehr wenigen Verdoppelungen zu sehr hohen Zahlen. Und ich glaube, dass sie das einmal veranschaulichen wollte. Erst ist alles einmal niedrig. Und dann werden aus 9.000 schnell 18.000 Infizierte“, erklärt der SPD-Politiker und meint hiermit die vom Coronavirus-Sars-CoV-2 infizierten Menschen in der Bundesrepublik.

Markus Lanz (ZDF): Moderator stört sich an Corona-„Worst-Case-Szenarien“

Der Erste Bürgermeister Hamburgs will aber noch weiter ins Detail gehen. „Man muss sich das bewusst machen: Wir haben das schon einmal im März erlebt. Es beginnt mit ein paar einzelnen Infektionen, dann sind es ein paar mehr. Und dann kann es sehr schnell passieren, dass sich diese Viren schnell verbreiten. Wir müssen deswegen frühzeitig diese großen Verdoppelungsstellen verhindern“, sagt Tschentscher. Sieht Markus Söder (CSU) ähnlich, der die deutsche Wirtschaft retten will*.

Das würde ZDF-Moderator Markus Lanz verstehen. Jedoch stört sich der 51-Jährige daran, dass immer wieder „Worst-Case-Szenarien“ skizziert werden müssen. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit merkt nur an, dass die Pandemie „unser Verhalten verändert“. Eine genaue Prognose hinsichtlich konkreter Zahlen könne sowieso nicht abgegeben werden. „Es ist durchaus wichtig, auch mal zu sagen, was der schlimmste Fall sein könnte“, heißt es vom Virologen. Der schlimmste Fall für Trainer Christoph Daum war wohl der Nachweis des Drogenkonsums bei ihm*.

Markus Lanz (ZDF): Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verbreitet keine Angst – sagt Peter Tschentscher (SPD)

„Es geht hier nicht darum, Angst zu verbreiten“, schießt es in diesem Moment aus Peter Tschentscher heraus. „Wir müssen doch nur mal in die europäischen Nachbarländer gucken. Die Franzosen sind bei über 10.000 infizierten Menschen. Wir müssen jetzt frühzeitig etwas tun, um genau solche Zahlen bei uns zu vermeiden. Frankreich, Spanien, Tschechien – diese Länder sind auf den Karten des Robert Koch-Instituts mittlerweile tiefrot. Deswegen lautet die Botschaft für Deutschland: Wir sind noch in einer Lage, in der wir gut auf diese Entwicklungen reagieren können“, gibt der SPD-Politiker den Mahner. Übrigens: Jürgen Trittin (Grüne) hat Angst in Bezug auf eine Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump*.

In Hamburg würde es derzeit rund 80 Coronavirus-Sars-CoV-2-Infektionen pro Tag geben, schätzt der Erste Bürgermeister der Hansestadt. „Wenn es dabei bliebe, würde ich sagen, dass wir hier überwintern können, bis die Impfungen kommen. Aber es geht doch eben sehr schnell voran, wenn wir nicht aufpassen. Der Bund muss jetzt aber auch einiges tun. Er muss jetzt endlich dafür sorgen, dass wir diese elektronischen Aussteigerkarten bekommen, damit wir eine vernünftige Reiserückkehr-Regelung für Risikogebiete haben“, fordert Peter Tschentscher.

Markus Lanz (ZDF): Peter Tschentscher (SPD) entschlossen – Maske tragen ist „Dienst an der Allgemeinheit“

„Das einzige, was zählt, sind Infektionszahlen. Der Rest ist zweitrangig“, heißt es daraufhin von Markus Lanz, der den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU)* zitiert. Oder etwas doch nicht? „Hat er das so gesagt? Ich glaube nicht, dass er es so gemeint hat. Wir haben derzeit die Erfahrung, dass wir noch keine erhöhten stationären Krankenfälle haben. Aber das kommt mit einer zeitlichen Verzögerung auch – je mehr Infektionsaktivität wir haben. Und dann werden auch die empfindlichen Bevölkerungsgruppen, also die älteren Menschen, hiervon betroffen sein“, merkt der Erste Bürgermeister Hamburgs an.

Wie von 24hamburg.de-MarkusLanz berichtet, hat Peter Tschentscher ein ähnliches Szenario schon einmal im Rahmen der ZDF-Talkshow skizziert*. In der aktuellsten Ausgabe appelliert der 54-Jährige an die Vernunft der Jugendlichen, ihren Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich generell an die erforderlichen Regeln und Einschränkungen zu halten: „Natürlich ist es lästig, eine Maske während einer kompletten Zugfahrt aufhaben zu müssen. Aber es ist machbar. Man muss es einfach akzeptieren und es ist ein Dienst an der Allgemeinheit, das man sich selber beschränkt“.

In seiner Wortwahl drastischer zeigte sich der Hamburger Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD), der bei Markus Lanz über die Sorglosigkeit von Bar-Betreibern und jugendlichen Partygängern schimpft*. Auslöser hierfür ist nicht zuletzt der massive Coronavirus-Sars-CoV-2-Ausbruch in der Schanzenviertel-Bar „Katze“* gewesen, infolgedessen sich bis zu 600 Menschen mit dem Virus infiziert haben könnten. * 24hamburg.de und fr.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa & Jens Büttner/dpa

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