Mitleid mit Après-Ski-Betreibern

Reinhold Messner bei Markus Lanz (ZDF): Bergsteiger nimmt Corona gelassen

  • Yannick Hanke
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Kult-Bergsteiger Reinhold Messner gibt sich die Ehre und schaut in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz vorbei. So trotzt Messner der Coronavirus-Krise.

  • Markus Lanz (ZDF) empfängt Bergsteiger-Legende Reinhold Messner.
  • Das Coronavirus lässt Messner nicht verzweifeln.
  • Pandemie-Tipps: Messner rät zu neuen Sportarten.

Hamburg-Altona – In der Markus-Lanz-Ausgabe vom Dienstag, 15. Dezember 2020, sind Bergsteiger Reinhold Messner, dessen Bruder und Kinderarzt Hubert Messner, Theologin Margot Käßmann sowie Historiker Christopher Clark im ZDF-Studio zu Gast. Thematisch steht das Coronavirus im Fokus, auf Après-Ski in Pandemie-Zeiten angesprochen, zeigt sich Reinhold Messner zwiegespalten.

Bergsteiger:Reinhold Messner
Geboren:17. September 1944 (Alter 76 Jahre), Brixen, Italien
Geschwister:Günther Messner, Hubert Messner u.v.m.
Kinder:Simon Messner, Láyla Messner, Magdalena Messner, Anna Juditha Messer
Bücher:Everest Solo. ´Der gläserne Horizont´u.v.m.
Ehepartnerin:Sabine Stehle (verh. 2009), Uschi Demeter (verh. 1972–1977)

Markus Lanz (ZDF): Bergsteiger Reinhold Messner hält Coronavirus nicht für gut oder böse

Für Reinhold Messner lassen sich viele Berufsbezeichnungen finden. In erster Linie ist der 76-Jährige als Extrembergsteiger bekannt geworden, der die höchsten Gipfel der Welt erklommen hat. Darüber hinaus fasst sich der gebürtige Tiroler als Abenteurer auf, agiert als Buchautor und war Mitglied des Europäischen Parlaments. Im Rahmen seiner Bergsteiger-Karriere sah sich Messner immer wieder mit Extremsituationen konfrontiert, das Coronavirus stellt aber auch für ihn eine neue Herausforderung dar.

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner kann die schwierige Corona-Situation vieler Aprés-Ski-Betreiber nachvollziehen. (24hamburg.de-Montage)

Anlass genug für ZDF-Moderator Markus Lanz, seinen Landsmann zum Gespräch zu bitten. Und dieses hat es in sich. Für Messner sei das Virus weder gut noch böse. Vielmehr würde es seiner Erbinformation folgen. „Es muss sich vermehren, und der Mensch ist sein Wirt“, heißt es von der Bergsteiger-Legende. Vor dem Hintergrund der heutigen medizinischen Möglichkeiten, der Zahl an Virologen und den finanziellen Ressourcen, die in Forschung und Impfstoffe investiert werden, merkt Messner Folgendes an: „Wir sollten vielleicht lernen, dass wir Menschen keine Chance haben, die Natur in den Griff zu bekommen.“

Markus Lanz (ZDF): Reinhold Messner sieht Corona nicht als Rache der Natur

Ehe ihm Talkmaster Lanz ins Wort fallen kann oder Messner gar etwas in den Mund gelegt wird, lässt der Bergsteiger verlauten, dass er von einer Rache der Natur oder dergleichen nichts hören möchte. Denn die Natur sei völlig absichtslos. Als dieses Thema abgehakt ist, kommt der Hamburger Moderator auf das Ringen zwischen Freiheit und Gemeinschaft zu sprechen. Auf einem Monitor im Hintergrund wird ein Foto von Demonstrationen gegen die Coronavirus-Maßnahmen angezeigt.

Konträr hierzu beginnt Reinhold Messer seinen Monolog über die winterliche Bergwelt und bemüht einen speziellen Vergleich. Wenn er in Neuschnee herumstapfe, würde das für niemanden eine Gefahr darstellen. Jedoch sei er alleinig Schuld daran, wenn durch dieses Stapfen etwas an einem lawinengefährdeten Hang geschehen würde. „In der Wildnis bin ich allein dafür verantwortlich, was ich tue“, heißt es in diesem Kontext vom 76-Jährigen, der eine Brücke zur Ausnahmesituation rund um das Coronavirus zu schlagen versucht.

Markus Lanz (ZDF): Abenteurer Messner appelliert an Solidarität – Corona „gemeinsam lösbar“

Messner gilt gemeinhin als Mann der Extreme. Seinen ausgeprägten Hang zur absoluten Selbstbestimmung habe er in Pandemie-Zeiten jedoch aufgeben müssen – „weil ich der Meinung bin, das ist nur gemeinsam lösbar“, appelliert der Tiroler an ein solidarisches Miteinander. Dementsprechend halte er sich an die gebotenen Regeln, auch wenn der Bergsteiger nicht immer mit allen Entscheidungen der Politik d´accord ist.

Der Italiener, der seinen Wohnsitz im Schloss Juval in Meran, Südtirol, hat, spricht darüber, dass er um seine in 1000 Meter Höhe gelegene Residenz keine Menschenseele treffen würde. Deswegen läge die Ansteckungsgefahr in seinem Zuhause in Südtirol auch bei gleich null. „Das Dasein eines Pensionärs ist auch erträglich“, sagt Messner, der für seinen Ideenreichtum und die damit verbundene Aktivitäten bekannt geworden ist.

Coronavirus-Krise: Reinhold Messner spricht über positive Seiten – neue Sportarten entdecken

Von Altersmilde hält Reinhold Messner aber rein gar nichts. Nach wie vor vertritt der 76-Jährigen den Standpunkt, dass „Après-Ski fürchterlich und peinlich ist.“ Kurz darauf weiß er diese Aussage aber doch noch ein Stück weit zu relativieren bzw. zu entschärfen. Denn Messner kann nachvollziehen, dass die Menschen in den Alpen vom Skibetrieb leben, ihre Situation während der Coronavirus-Krise hält er für „friedlich lösbar“.

Zum Schluss präsentiert sich der Bergsteiger als wahrer Optimist und sieht auch positive Seiten in der Pandemie. Messner hofft nämlich, dass die Coronavirus-Krise dazu beiträgt, andere Wintersportarten zu entdecken, beispielsweise Langlauf oder Wandern. Ganz gleich, ob mit oder ohne entsprechenden Schneeschuhen. Denn „das Schönste am Winter ist das ganz normale Herumlaufen“, heißt es vom passionierten Sportler. Weitaus düsterer hatte sich noch SPD-Mann Karl Lauterbach über die Pandemie geäußert. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hein Hartmann/imago images & Jakob Gruber/dpa

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