CSU-Mann will durchgreifen

Markus Lanz (ZDF): Corona-Lockdown für ganz Deutschland – fordert Söder

  • Yannick Hanke
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich bei Markus Lanz (ZDF) für einen Knallhart-Lockdown aus. Für den CSU-Politiker sei dies zwingend notwendig.

Hamburg-Altona – In der Markus-Lanz-Ausgabe vom Mittwoch, 9. Dezember 2020, sind Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD), Stefan Genth, Chef vom Handelsverband Deutschland, Forscherin Viola Priesemann sowie Journalist Robin Alexander zu Gast im TV-Studio in Hamburg-Altona. CSU-Politiker Söder muss die Corona-Maßnahmen, die er für sein Bundesland getroffen hat, gegen aufkommende Kritik verteidigen.

Bayerischer Ministerpräsident:Markus Söder
Geboren:5. Januar 1967 (Alter 53 Jahre), Nürnberg
Größe:1,94 m
Ehepartnerin:Karin Baumüller (verh. 1999)
Partei:Christlich-Soziale Union in Bayern
Ausbildung:Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1998) u.v.m.
Eltern:Renate Söder, Max Söder

Markus Lanz (ZDF): Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) will „kompletten Lockdown“

Markus Söder ist um die Tragweite seiner Aufgaben und Entscheidungen wahrlich nicht zu beneiden. Der Ministerpräsident Bayerns führt einen rigiden, strikten Kurs, um die Ausbreitung vom Coronavirus im südlichen Bundesland konsequent einzudämmen. In einer Regierungserklärung im Bayerischen Landtag* hatte sich der 53-Jährige für eine Schließung der Geschäfte nach Weihnachten ausgesprochen. Die neuen, verschäften Pandemie-Regeln gelten seit Mittwoch, 9. Dezember 2020.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will konsequent durchgreifen und fordert den „kompletten Lockdown“. (24hamburg.de-Montage)

Hierzu zählen nächtliche Ausgangssperren in sogenannten „Corona-Hotspots“, weniger Kontakte an Silvester, der Wechselunterricht ab der 8. Klasse sowie ein Alkoholkonsumverbot unter freiem Himmel. Grund genug für ZDF-Moderator Markus Lanz, mit seinem Vornamens-Vetter über diese Einschränkungen zu reden. Ring frei für das Gespräch zweier Männer, die stets das letzte Wort für sich beanspruchen wollen.

Markus Söder (CSU) erklärt seinen Corona-Kurs – „einfach mal alles runterfahren“

In Bezug auf einen „kompletten Lockdown“ von Weihnachten bis zum 10. Januar 20201, für den sich Markus Söder entschieden ausgesprochen hat, heißt es vom CSU-Politiker: „Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden.“

Grundsätzlich zeigt sich der Ministerpräsident Bayerns zuversichtlich, dass sich die 16 Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor dem Weihnachtsfest zu einer erneuten Tagung zusammenfinden. Diese könne aufgrund der Verpflichtungen von Merkel beim EU-Gipfel aber frühestens am bevorstehenden Wochenende oder kurz darauf stattfinden. Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, hatte im Vorfeld bereits verkündet, dass es hinsichtlich solch einer Runde bereits viele Gespräche gegeben hätte.

Coronavirus-Bekämpfung: Sachsen-Weg steht zur Debatte – Söder (CSU) geht eigenen Corona-Weg

Die Entscheidungen des CDU-Manns sollen auch Teil des Gesprächs zwischen Markus Lanz und Markus Söder werden. Im Freistaat Sachsen sollen ab Montag, 14. Dezember 2020, Schule, Kitas, Horte und zahlreiche Geschäfte geschlossen werden. Geöffnet bleiben hingegen Lebensmittelgeschäfte und Läden für den Grundbedarf. Kretschmer erhofft sich, mit den Chefs der anderen 15 Bundesländer zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen. Die massiven Einschränkungen zur Coronavirus-Eindämmung in Sachsen erfolgen vor dem Hintergrund, dass sich das Bundesland zum größten Hotspot der Pandemie in Deutschland entwickelt hatte.

Dies wird von ZDF-Moderator Markus Lanz aufgegriffen, der von Markus Söder wissen möchte, warum das öffentliche Leben in Bayern nicht wie in Sachsen heruntergefahren wird. Kaum hat der Talkmaster seine Frage formuliert, verweist der Ministerpräsident Bayerns auf niedrigere Infektionszahlen, Ausgangsbeschränkungen sowie Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen in seinem Bundesland. Dem fügt der CSU-Politiker an, dass bereits 40 Prozent der Schüler nicht mehr im Präsenzunterricht seien.

Markus Söder (CSU): Ministerpräsident wünscht sich härtere Corona-Maßnahmen

An Argumenten mangelt es Markus Söder definitiv nicht. Seiner Ansicht nach berge die jetzige Schließung von Geschäften die Gefahr, dass ein Ausweichverkehr in andere Länder letztendlich nicht den gewünschten Erfolg bringe. Bereits im November hatte sich der Ministerpräsident Bayerns im Rahmen der ZDF-Talkshow über den „Lockdown light“ echauffiert und beklagt, dass dieser zumindest zwei Wochen früher hätte durchgeführt werden müssen.

Andererseits hatte der 53-Jährige zuvor vehement betont, bei den Pandemie-Maßnahmen stets wirtschaftlich denken zu wollen. Natürlich würde auch Söder wissen, dass sich die Wirtschaft mit Einbußen in Millionenhöhe konfrontiert sieht. Seit Anfang November haben unter anderem Gastronomien geschlossen, lediglich der Außer-Haus-Verkauf ist gestattet. Um die finanziellen Verluste ein Stück weit abzufedern, wurden den Betreibern Corona-Soforthilfen versprochen. Laut Star-Koch Tim Mälzer würden diese aber viel zu gering ausfallen. Was wohl Markus Söder darüber denkt? * 24hamburg.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa & Sebastian Willnow/dpa

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