Er ist neuer CDU-Chef

Markus Lanz (ZDF): Laschet vor der CDU-Wahl – von dieser Koalition schwärmt er

  • Laura-Marie Löwen
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Armin Laschet ist der neue CDU-Chef. Wenige Tage vor der Wahl spricht er bei Markus Lanz (ZDF) über Fehler in der Corona-Krise sowie mögliche Koalitionspartner.

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu Gast bei Markus Lanz.
  • Hauptthema ist die Wahl des CDU-Vorsitzenden.
  • Was Laschet nach eigenen Angaben in der Vergangenheit falsch gemacht hat.

Hamburg-Altona – Mittlerweile steht fest: Armin Laschet ist der neue Vorsitzende der CDU. Auf dem Bundesparteitag am Samstag, 16. Januar 2021 konnte er sich bei der Wahl gegen seine Konkurrenten Friedrich Merz, der sich einen Tag zuvor bei Lanz äußerst siegessicher gab, und Norbert Röttgen durchsetzen. Nur wenige Tage vor diesem historischen CDU-Parteitag versucht ZDF-Moderator Markus Lanz den neu gewählten CDU-Chef aus der Reserve zu locken: Welche Fehler der Ministerpräsident NRWs im Umgang mit der Corona-Krise begangen hat und mit welcher Partei er sich keine Koalition vorstellen könnte.

Politiker:Armin Laschet
Geboren:18. Februar 1961 (Alter 59 Jahre), Aachen
Größe:1,7 m
Ehepartnerin:Susanne Laschet
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Kinder:Johannes Laschet, Julius Laschet, Eva Laschet
Ausbildung: Ludwig-Maximilians-Universität München, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Markus Lanz (ZDF): Armin Laschet (CDU) über die Wahl des Parteichefs – wird Markus Söder Kanzler?

„Ich sage es mal so, Herr Laschet: Ich spüre, dass sie nervös sind“, konfrontiert Markus Lanz den künftigen CDU-Parteivorsitzenden zu Beginn der Sendung mit dem anstehenden CDU-Bundesparteitag. „Ja, aber es geht. Natürlich ist man nervös, das ist ja nun einen persönlich ein sehr wichtiger Akt, aber auch für die CDU ein sehr wichtiger Akt“, antwortet Armin Laschet zunächst sehr vorsichtig und gelassen. Auch als Lanz den NRW-Ministerpräsidenten darauf hinweist, dass er nur drei Schritte vom Amt des Kanzlers entfernt sei, bleibt Laschet zurückhaltend. „Sie halten es für möglich, dass Sie CDU-Vorsitzender sind und beispielsweise Markus Söder Kanzlerkandidat?“, will Lanz von ihm ihn wissen. „Ja, das war in der Geschichte der CDU auch schon so“, antwortet Laschet und will das Thema nicht wirklich weiter vertiefen. Er gehe offen in die Gespräche, wenn es um die Bestimmung eines Kanzlerkandidaten geht.

Kurz vor der Wahl zum CDU-Vorsitz redete Armin Laschet bei Markus Lanz über mögliche Koalitionen.(24hamburg.de-Montage)

Markus Lanz (ZDF): Armin Laschet räumt Fehler im Umgang mit der Corona-Pandemie ein

Beim Thema Corona-Pandemie folgt Laschet dem Beispiel Bodo Ramelows (Die Linke) und zeigt sich deutlich verletzlicher. Er räumt ein, dass viele Dinge im Umgang mit dem Virus falsch gelaufen seien. „Der allererste Fehler ist, dass wir im Frühjahr haben Menschen sterben lassen, ohne dass sie jemand besuchen durfte“, gibt Laschet offen zu. „Der zweite, dass wir im März begonnen haben mit Schulen und Kitas, und Clubs und andere Dinge waren noch offen. Das war die falsche Reihenfolge“. Richtig sei es aber gewesen, die Einrichtungen bei zeitweise zurückgehenden Infektionszahlen wieder zu öffnen und damit „Grundrechtseingriffe auch zurückzunehmen“. Als seinen ganz persönlichen Fehler sieht Laschet, bei wichtigen Entscheidungen nicht widersprochen zu haben „So können wir nicht umgehen mit alten Leuten. Das ist ein Fehler, den ich mir vorhalte“.

Markus Lanz (ZDF): Virologe Kekulé spricht über Deutschlands Versäumnisse in der Corona-Krise

Endlich kommt auch ein weiterer Gast des Abends, der Virologe Prof. Alexander Kekulé, zu Sprache. Er erläutert eine Strategie, mit der Deutschland es schaffen könne, die Infektionszahlen auf niedrigem Niveau zu halten. „Aus meiner Sicht haben wir vier Faktoren, die dazu führen, dass der Lockdown bei uns nicht ausreichend wirkt“, erklärt Kekulé.

Nummer eins sei ein „Lateraleffekt“: Eine infizierte Person würde in ihrem Haushalt auch alle anderen Personen anstecken. Daher wären „Fieberkliniken“ eine gute Möglichkeit gewesen, diese Infizierten zu isolieren. Der zweite Faktor sei, dass vor allem in der Arbeitswelt zu wenig Hygienemaßnahmen ergriffen worden seien, insbesondere bei kleinen Firmen. Als dritten Punkt führt Kekulé an, dass es immer noch zu viele Infektionen in Altersheimen gebe und zu guter Letzt vertritt er die Meinung, dass in der Bevölkerung häufig kein Verständnis für die Maßnahmen herrsche. Hier zieht er mit Blick auf Laschet vor allem die Politik in die Verantwortung.

Markus Lanz (ZDF): Armin Laschet (CDU) über mögliche Koalitionen

Am Ende des Abends widmet sich die Runde wieder der anstehenden CDU-Wahl. „Röttgen sagt, eine Koalition mit der FDP wird es mit ihm nicht geben“, erzählt Markus Lanz. Da greift Laschet direkt ein und sagt, dass er sich eine FDP-Koalition hingegen sehr gut vorstellen könnte. „Ich wünsche mir eine starke FDP im nächsten Deutschen Bundestag“. Wenn er es sich aussuchen könnte, dann wäre seine Wunschvorstellung eine absolute Mehrheit für die CDU/CSU. Weniger infrage für ihn kommt eine schwarz-grüne Koalition – ein Bündnis, für das Konkurrent Friedrich Merz vor der Wahl plädiert hatte. „Ich weiß, bei jedem Thema gibt es Grundsatzdebatten“. Das würde „ambitiös“ werden. Sein Ziel sei es, ein rot-rot-grünes Bündnis zu verhindern. Journalistin Anja Maier, die an diesem Abend ebenfalls in der Runde zu Gast ist, kann sich eine Konstellation ganz und gar nicht vorstellen: „Eine Große Koalition sehe ich nicht noch mal, also das wäre quasi Anstiftung zum politischen Suizid für die Sozialdemokratie“.

In Hamburg schlägt der Ausgang der CDU-Wahl vom Samstag große Wellen. Denn der Favorit der Hansestadt konnte sich nicht durchsetzen. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Hertrich/dpa & Michael Kappeler/dpa

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