US-Wahl 2020

Markus Lanz (ZDF): Donald-Trump-Fan schockiert – „Demokratie ist Sieger“

  • Yannick Hanke
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Ex-Bundespräsident Christian Wulff ist bei Markus Lanz (ZDF) zu Gast und kritisiert die Rhetorik von Donald Trump, der gerade die US-Wahl verloren hat.

Hamburg-Altona – In der Markus Lanz-Ausgabe vom Mittwoch, 4. November 2020, sind Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Juristin Sandra Navidi, Unternehmer George Weinberg, Strategieberater Juliuas van de Laar sowie die Journalisten Elmar Theveßen und Johannes Hano (beide zugeschaltet) zu Gast im TV-Studio in Hamburg-Altona. Im Fokus steht vor allem CDU-Politiker Wulff, der herbe Kritik an den Tweets und der Rhetorik von US-Präsident Donald Trump übt.

Ehemaliger Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland:Christian Wulff
Geboren:19. Juni 1959 (Alter 61 Jahre), Osnabrück
Ehepartnerin:Christiane Wulff (verh. 1988–2006)
Amtszeit:30. Juni 2010 – 17. Februar 2012
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Kinder:Annalena Wulff, Linus Florian Wulff
Vorherige Ämter:Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (2010–2012) u.v.m.

Markus Lanz (ZDF): Christian Wulff (CDU) ist sicher – „Donald Trump verachtet Establishment“

Die Amtszeit von Christian Wulff als Bundespräsident war eine kurze. Rund 20 Monate fungierte der gebürtige Osnabrücker als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland, ehe der heute 61-Jährige in Folge einer „Kreditaffäre“ rund um seine Person zurücktrat. Davon hat sich Wulff mittlerweile rehabilitiert, der Imageschaden konnte zumindest partiell abgefedert werden. Acht Jahre später ist der CDU-Politiker ein gern gesehener Gast in Talkshows. Also: Vorhang auf für den Christdemokraten in der Hamburger Runde von ZDF-Moderator Markus Lanz.

ZDF-Moderator Markus Lanz ist entsetzt. Dies liegt an US-Präsident Donald Trump und dessen Unterstützer, dem Unternehmer George Weinberg. (24hamburg.de-Montage)

Das nach wie vor alles dominierende Thema ist natürlich die Präsidentschaftswahl in den USA*. Noch ist keine Entscheidung gefallen, die Kandidaten Donald Trump und Joe Biden machen sich jeweils berechtigte Hoffnungen auf das ranghöchste Amt in den Vereinigten Staaten. Im Rahmen der ZDF-Talkshow von Markus Lanz soll Christian Wulff die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre einordnen und bewerten. Für den CDU-Mann steht schnell fest: „Donald Trump hat das ganze Establishment verachtet. Er hat tausende Stellen bis heute nicht neu besetzt, weil er gesagt hat, dass diese nur stören würden“. Übrigens: Auch Olaf Scholz (SPD) stört sich an Trump*.

Markus Lanz (ZDF): Ex-Bundespräsident Wulff spricht über „Grenzverletzungen Donald Trumps“

Laut Wulff würde derzeit passieren, „was Trump seit vier Jahren gelungen ist. Er hat jedes Jahr die Zahl seiner Tweets gesteigert, fast verdoppelt. Er hat immer die Themen gesetzt und die Debatten vorgegeben. Damit hat Trump uns vom eigentlichen Kern ganz oft weit weggeführt [...] Und heute Abend müssten wir darüber reden, warum er Arizona verloren hat. Dort war nämlich langjährig der Senator John McCain und mit dem hat Trump sich überworfen. McCain war ein aufrechter Konservativer, mit dem ich nicht immer jede Meinung geteilt habe. Aber ich habe ihn immer als total anständig und aufs Land bezogen wahrgenommen“.

Trump hingegen würde „in seinen Tweets nur Unsinn verzapfen. Ohne Demut vor dem Wähler, ohne Respekt für die Wahlkommission“. Darüber hinaus merkt der Ex-Bundespräsident an, dass immer wieder nur über die „Grenzverletzungen Donald Trumps“ gesprochen werden würde. „Er hält uns alle von den wirklichen Themen der europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit ab, der weltweiten Herausforderung und auch der Spaltung Amerikas“, beklagt Christian Wulff das taktische Kalkül des derzeitigen US-Präsidenten.

Markus Lanz (ZDF): „Trumpf spricht über Dampf ohne Feuer“ – sagt Christian Wulff (CDU)

Dem kann ZDF-Moderator Markus Lanz nur bedingt zustimmen. „Das große Ganze muss man natürlich im Blick haben. Aber gerade damit wird doch Politik gemacht“, heißt es vom Talkmaster, der sich auf vermeintliche Bagatellen und Nebenkriegsschauplätze in Form von Tweets bezieht. Nun ist es an Juristin Sandra Navidi, hierzu Stellung zu beziehen. „Es geht jetzt darum, so viel Staub aufzuwirbeln wie möglich. Dass alle durcheinander sind und gesagt wird, dass diese und jene Aussage doch keinen Sinn macht. In der Zwischenzeit ergreift Donald Trump die Möglichkeit, das Narrativ zu bestimmen“.

Damit wird erneut auf den Casus knacksus hingewiesen, der dem noch amtierenden US-Präsidenten eventuell die Wiederwahl sichert: Seine Polemik und Rhetorik, die in Donald Trumps stark populistischen Aussagen und Ansagen immer wieder Einzug findet. Eine Gefahr, die bereits Grünen-Politiker Jürgen Trittin massive Sorgen bereitete*. Und wie steht es mit Christian Wulff? Der 61-Jährige bekommt den imaginären Redeball zugeworfen und bedient sich einer Metapher: „Trump legt kein Feuer, er spricht über Dampf ohne Feuer. Und wir selber reden darüber, wo inzwischen überall Feuer ist – und tragen zu der Verunsicherung ein Stück weit bei“.

Markus Lanz (ZDF): Trump-Wähler schockt – „absoluter Sieger ist die Demokratie“

Das würde Markus Lanz anders sehen, der versucht, einen kühlen Kopf zu bewahren und das Zepter seiner eigenen Talkshow nicht aus der Hand zu geben. „Ist Donald Trump für sie der Wahlsieger? Das einer hingeht und verkündet, er habe gewonnen, obwohl noch nicht alles ausgezählt ist. Wie nehmen sie so etwas warm?“, fragt der Hamburger Moderator den Unternehmer George Weinberg – einen bekennenden Trump-Wähler. „Ich bin der Meinung, dass der absolute Sieger das amerikanische Volk und die Demokratie ist“, heißt es vom Geschäftsführer des „Republicans Overseas Germany“. Die Reaktion Navidis: „Oh mein Gott“.

Weinberg führt auf, dass 140 Millionen Amerikaner gewählt haben. Dies sei „ein Beweis, dass die Amerikaner sich wirklich politisch interessieren und wählen wollen“. Eine Aussage, die für Unverständnis bei den anderen Gästen von Markus Lanz sorgt, ihren Gesichtern ist dies deutlich zu entnehmen. Ähnlich verblüfft schaute die Hamburger Runde drein, als sich der ZDF-Moderator ein ziemlich intensives Streitgespräch mit einem Trump-Sympathisanten* lieferte. Eines ist klar: Wird über den US-Präsidenten gesprochen, bleibt zumeist kein Stein auf dem anderen. * 24hamburg.de und fr.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © ZDF Mediathek/Markus Lanz (Screenshot) & ZDF Mediathek/Markus Lanz (Screenshot) & Evan Vucci/AP/dpa

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