Einsatz für Gastro

Markus Lanz (ZDF): Tim Mälzer versteht Coronavirus-Sperrstunde nicht

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Tim Mälzer ist bei Markus Lanz im ZDF zu Gast. Es geht um die Coronavirus-Pandemie. Diesmal keine Tränen. Nur Unverständnis über Sperrstunde.

Hamburg-Altona – In der Markus Lanz-Ausgabe vom Dienstag, 20. Oktober 2020, sind Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), TV-Koch Tim Mälzer, Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter von Hamburg*, sowie Virologin Helga Rübsamen-Schaeff zu Gast im TV-Studio in Hamburg-Altona. Im Fokus steht Mälzer, der seine Zunft in Schutz nimmt und die aktuelle Sperrstunde kritisch hinterfragt.

Koch:Tim Mälzer
Geboren:22. Januar 1971 (Alter 49 Jahre), Elmshorn
Bücher:Heimat, Born to Cook, Greenbox, Die Küche u.v.m.
Eltern:Christa Mälzer, Rainer Mälzer
Nominierungen:Deutscher Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung, Deutscher Fernsehpreis – Freie Formatkategorie
Auszeichnungen:Deutscher Fernsehpreis für das beste Factual Entertainment

Markus Lanz (ZDF): Vox-Koch Tim Mälzer kritisiert Coronavirus-Sperrstunde

Wie von 24hamburg.de-MarkusLanz berichtet, hat Star-Koch Tim Mälzer mit einem emotionalen Auftritt bei Markus Lanz für bundesweites Aufsehen gesorgt*. Im Gespräch mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wurde dem Hamburger Gastronomen schonungslos offengelegt, dass seine Zunft in eine ungewisse Zukunft blicken muss. Zu viel für den sonst so souverän auftretenden Mälzer, der mit seinen Tränen zu kämpfen hatte. Wie Mälzer wohl auf die Gastro-Aussagen von SPD-Politiker Peter Tschentscher bei Markus Lanz* reagiert?

Markus Lanz (ZDF): TV-Koch Tim Mälzer hält ein Plädoyer für die Gastronomie – und kritisiert die Coronavirus-Sperrstunde. (24hamburg.de-Montage)

Nach wie vor beschäftigt den 49-Jährigen die wirtschaftlich mehr als angespannte Situation in Deutschland, die durch das Coronavirus-Sars-CoV-2 evoziert wird. Dies wird durch seinen erneuten Auftritt in der ZDF-Talkshow von Moderator Markus Lanz ziemlich schnell deutlich. Wie von ihm gewohnt, nimmt „Kitchen Impossible*“-Star Mälzer (Vox) kein Blatt vor den Mund und bietet gar Spitzenpolitikern wie Stephan Weil (SPD) Paroli. „Das Verkürzen, das Herausschicken des Gastes kann ich nicht nachvollziehen“, heißt es zunächst einmal vom TV-Koch. Christdemokrat Friedrich Merz hingegen kann nicht nachvollziehen, dass der CDU-Parteitag verschoben wird*.

Markus Lanz (ZDF): Hamburger Gastronom Tim Mälzer beklagt massive Gastronomie-Verluste

Was denn dies konkret für die Gastronomie bedeuten würde, will Markus Lanz daraufhin wissen. „Wo liegt der Unterschied zwischen Schluss um 23 Uhr und Schluss um 0 Uhr?“, fragt der Moderator seinen Gesprächsgast. „Es ist ein Umsatz von ungefähr einem Fünftel, den wir verlieren. Weil der Gast, der um 21 Uhr in der Zweitbelegung sitzt, von vornherein darauf getrimmt wird, um halb 11 sozusagen den Modus des Verlassens einzuleiten. Garderobe, Rechnungsstellung etc. – damit er um Punkt 23 Uhr draußen ist“, erklärt Tim Mälzer. Auch fr.de weiß über die konkreten Verordnungen zu berichten, die von Tim Mälzer skizziert werden*.

„In der Stunde von zehn bis elf machen wir schon gar keinen Umsatz mehr. Das heißt, alles an Bestellvorgängen ist bereits abgeschlossen. Uns würde – so lange es noch erlaubt ist und so lange es auch noch angemessen ist – die Verlängerung der Öffnung mit einer gewissen Kulanz nach hinten raus enorm was bringen. Und wir sagen selber: Alkohol vom Tisch, keine Verkaufsmomente mehr“, trägt der Hamburger Gastronom seinen eindeutigen Appell vor. Ähnlich entschieden und energisch hat sich Mälzer erst im Juli 2020 bei Markus Lanz präsentiert*.

Markus Lanz (ZDF): „Kitchen Impossible“-Star Tim Mälzer (Vox) nennt Gastronomie-Öffnungen „Geschenk“

Nun will sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil äußern, der natürlich die Politiker-Warte einnimmt. „Herr Mälzer, ich glaube ihnen das sofort. Aber ich glaube, wir stimmen auch überein, dass es auch ganz andere Gastronomen gibt“, will der SPD-Mann kein Pauschalurteil fällen. Weil zufolge würde diese Personen „jedes Schlupfloch suchen“ und deswegen „eine klare Ansage“ benötigen. Da muss Tim Mälzer erstmal durchschnaufen und seine Gedanken sammeln. Für ihn in die Bresche springt Hamburgs Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, der von nur „einigen wenigen schwarzen Schafen“ unter den Gastronomen spricht. Übrigens: SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert gar Coronavirus-Kontrollen in Privathaushalten*.

Dafür gibt es Zustimmung von Mälzer, der sich nun auch wieder aktiv an der Diskussion der Hamburger Runde beteiligt. „Warum greifen wir nicht härter durch? Es ist ja inzwischen auch ein Wille seitens der Gastronomie, weil wir alle hoch sensibilisiert sind. Wir alle wissen, wie groß das Geschenk ist, dass wir aktuell überhaupt praktizieren dürfen. Das wissen wir wertzuschätzen“, sagt der Star-Koch. Übrigens: Das Comeback seines Restaurants „Bullerei“ hat Mälzer recht enthusiastisch angekündigt*.

Markus Lanz (ZDF): TV-Koch Tim Mälzer hinterfragt Coronavirus-Regeln

An der Wortwahl Mälzers stört sich Stephan Weil. „Erst kommt die Freiheit. Und es braucht gute Gründe, diese Freiheit einzuschränken. Nur bedauerlicherweise gibt es diese guten Gründe gerade“, heißt es vom Ministerpräsident Niedersachsens. Das will der Hamburger Koch aber nicht wahrhaben und verzieht sein Gesicht – ehe Mälzer die getroffenen Coronavirus-Maßnahmen rekapituliert. „Wir haben bestimmte Hygiene-Maßnahmen und Verhaltensregeln getroffen. Der Großteil der Gesellschaft funktioniert auch so, dass wir uns bestimmten Modalitäten unterwerfen. Maskenpflicht, Abstand halten, Hände waschen und so weiter“. Simple Regeln, an die sich US-Präsident Donald Trump wohl kaum hält – darüber wird bei Markus Lanz auch diskutiert*.

Doch worauf will Tim Mälzer eigentlich hinaus? „Ist der Anstieg trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen erfolgt oder aber ist dieser Anstieg zu verantworten, weil Leute sich nicht daran halten? Das ist doch derzeit die große Diskussion“, meint der Hamburger Gastronom. Dann greift der 49-Jährige auf ein bestimmtes Beispiel zurück: „Ich beschreibe das immer mit einer Tempo 30-Zone. Wenn wir Tempo 30 fahren, dann überfahren wir relativ wenig Kinder. Das ist die Erfolgsmeldung, berechtigt uns aber nicht dazu, auf einmal 80 km/h zu fahren. Denn damit ziehen wir das Gefahrenparameter wieder hoch“. Übrigens: Investor Frank Thelen sieht sogar positive Aspekte in der Pandemie*. Virologe Hendrik Streeck kann zumindest den „Lockdown light“ gutheißen*.

Markus Lanz (ZDF): Hamburger Star-Koch Tim Mälzer verteidigt Gastronomen

Davon ausgehend fragt sich Tim Mälzer, der bei „Wer wird Millionär“ (RTL) ordentlich abgeräumt hat*, ob es „eine Kontrolle oder eine Übersicht über die Pandemie gibt, wenn wir uns an die Sicherheitsregeln halten. Wenn wir dadurch auch keine Kontrolle haben, sind sie irgendwann obsolet“, trägt der TV-Koch seinen Standpunkt vor. Was wohl Karl Lauterbach* hierzu sagen würde? Der SPD-Gesundheitsökonom hat die aktuellen Coronavirus-Maßnahmen bei Markus Lanz gar als zu lasch bezeichnet*.

Doch zurück zu Mälzer, der stellvertretend „für einen ganzen Strauß an Gastronomen spricht. Die haben wirklich viel Investment betrieben und sich intensiv mit der aktuellen Situation auseinandergesetzt. Sie erfüllen all diese Parameter wirklich vorbildlich. Da ist kein menschliches Versagen oder ein Vorsatz dahinter“, verteidigt der prominente Koch seine Berufsgenossen. Indirekt bezieht sich Tim Mälzer auf Hamburger Kneipen-Betreiber, die lediglich auf Profit aus sind*. Dies führt zu massiven Coronavirus-Ausbrüchen wie in der Schanzenviertel-Bar „Katze“*. * 24hamburg.de, fr.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © ZDF Mediathek/Markus Lanz (Screenshot) & ZDF Mediathek/Markus Lanz (Screenshot) & Christian Charisius/dpa

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