Knackpunkt Digitalisierung

Markus Lanz (ZDF): „Höhle der Löwen“-Star Frank Thelen fordert Grundeinkommen für alle

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Wirtschafts-Talk im Kontext von Coronavirus-Sars-CoV-2 in der Hamburger Runde von ZDF-Moderator Markus Lanz. Vor allem Unternehmer Frank Thelen, der zu allem eine Meinung hat, steht im Fokus.

  • Markus Lanz*: Vox-Star fordert Grundeinkommen für alle.
  • Investor Frank Thelen: „Digitalisierung geht“.
  • Hamburger* ZDF-Runde debattiert über ökonomische Folgen.

Hamburg/Altona – In der Markus Lanz-Ausgabe vom Dienstag, 7. Juli 2020 sind Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch, Unternehmer Frank Thelen, Politökonomin Maja Göpel und Publizist Wolfram Weimer zu Gast im Studio in Hamburg-Altona. Diskutiert wird über das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket, Ökonomie und die Chancen, die das Coronavirus-Sars-CoV-2* bietet. Der „Höhle der Löwen“-Star Frank Thelen (Vox) ist mittendrin statt nur dabei.

Unternehmer:Frank Thelen
Geboren:10. Oktober 1975 (Alter 44 Jahre), Bonn
Ehepartnerin:Nathalie Thelen-Sattler
Fernsehsendungen:Die Höhle der Löwen
Bücher:10xDNA: Das Mindset der Zukunft, u.v.m.
Ausbildung:Carl-Schurz-Realschule, Otto-Kühne-Schule

Markus Lanz (ZDF): „Höhle der Löwen“-Star Frank Thelen spricht in Hamburger Talkshow über Coronavirus-Sars-CoV-2 und Digitalisierung

Kurz vor der Sommerpause der populären ZDF-Talkshow will deren Moderator Markus Lanz Grundsatzdiskussionen führen. Er spricht mit seinen Gästen über die Folgen von Coronavirus-Sars-CoV-2, das die Wirtschaft und unterm Strich auch die Zukunft der Arbeit beeinflusst. „Was haben wir im letzten halben Jahr gelernt, was hat es mit uns gemacht?“, will der 51-Jährige von der Hamburger Runde wissen. Kaum ist die Frage ausgesprochen, meldet sich schon Unternehmer Frank Thelen zu Wort.

Investor und „Höhle der Löwen“-Star Frank Thelen verteidigt in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz technische Erkenntnisse gegenüber Ökonomin Maja Göpel. (Screenshot)

Digitalisierung geht“, lautet seine zunächst kurze Antwort, mit der er sich auf den seiner Meinung nach größten Lernerfolg im Kontext der Pandemie bezieht. „Wir haben gesehen: wenn wir müssen, dann können wir es, sogar in den Schulen“, merkt der 44-Jährige fast schon süffisant an. Doch gibt der „Höhle der Löwen“-Star auch zu Bedenken, dass in der Digitalisierung auch der größte Konflikt liegen würde. Denn sowohl die Amerikaner als auch die Chinesen wären in diesem Bereich immer mächtiger geworden.

„Die Gewinner der Krise sind die großen Digitalkonzerne“, bilanziert Frank Thelen. Deutschland hingegen hinke dramatisch hinterher. „Warum kriegen wir das nicht hin, Digitalisierung zu bauen?“, fragt der Unternehmer. In diesem Kontext würde es nur ein paar kleine neue Unternehmen in Deutschland geben, die jedoch kaum über wirtliche Schlagkraft verfügen würden. „Wir können immer noch keine Digitalisierung bauen, die relevant ist“, lautet sein ernüchterndes Urteil.

Er selbst könne sich aber nicht beklagen. Denn während der Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise habe Thelen in die größten Deals seines Lebens investiert, beispielsweise in Satelliten-Start-Ups, die dem Zwecke dienen, die Erde besser verstehen zu können. Zudem merkt der 44-Jährige an, dass es für Unternehmen, für die es vor der Pandemie schon hart gewesen ist, sei es nun noch härter geworden. Einen Ausweg aus dieser Misere kann der gebürtige Bonner aber nicht skizzieren. Frank Thelen ist sich jedoch sicher: Die Deutsche Bahn ist nicht mehr zeitgemäß*.

Markus Lanz (ZDF): Prophet Frank Thelen (Vox), streitlustiges Trio - Uneinigkeit über wirtschaftliches Wachstum

Ökonomin Maja Göpel hat eine andere Erkenntnis gewonnen. Sie hat die Hoffnung, „dass uns einige wichtige Schlagworte aus der Krise jetzt nicht verlustig gehen sollten: Schicksalsgemeinschaft, Solidarität und Resilienz“. Zudem findet es die Wissenschaftlerin „super, dass die Leute auf einmal wieder anfingen, über Ernten nachzudenken: Wo kommt das her, was im Supermarkt liegt“. Ihr ist es vor allem daran gelegen, den Begriff „Wachstum“ eindeutig zu definieren, ehe darüber debattiert wird, welche Art erwünscht ist.

In diesem Fall erhält Göpel Zustimmung von Wolfram Weimer und Dietmar Bartsch. „Natürlich kann man nicht sagen, wir brauchen kein Wachstum, wenn alle sieben Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungert“, merkt letzterer an. Darüber hinaus müssten Themen wie Digitalisierung, Fluchtbewegungen und Klimakatastrophen weiterhin in einem Zusammenhang diskutiert werden. Die zentrale Frage für den Linken-Fraktionschef: „Wie wollen wir unser Zusammenleben künftig organisieren?“.

Im weiteren Verlauf der ZDF-Talkshow entsteht eine gewisse Streitlustigkeit zwischen Göpel, Bartsch und Weimer, die mit Anglizismen und Begriffen aus der Volkswirtschaft um sich werfen. Dem nicht kundigen Beobachter wird zumindest zeitweise unter die Arme gegriffen, in dem der Publizist auf Beispiele zurückgreift. Etwa als er die seiner Meinung nach zu statische Betrachtung von Volkswirtschaft, die von Bartsch ausgeführt wird, scharf kritisiert: Hat der eine mehr, habe der andere nicht automatisch weniger.

Der Denkfehler würde darin liegen, dass die Reichen deswegen reich seien, weil die Armen arm sind. Sieht Thelen jedoch anders. „Wir kommen in ein Zeitalter des exponentiellen Fortschritts“, prophezeit der Investor. „In den nächsten zehn Jahren werden wir mehr Entwicklungen sehen als in den letzten hundert“, kündigt der „Höhle der Löwen“-Star energisch an. Bereits im Mai 2020 hatte sich Thelen in der Runde von Markus Lanz aufbrausend gezeigt und gegen Konzerne wie Google und Apple geschossen*. Darüber weiß 24hamburg.de-MarkusLanz in aller Ausführlichkeit zu berichten.

Markus Lanz (ZDF): Offensiver Investor Frank Thelen fordert Grundeinkommen für alle

Doch der von Vox bekannte Investor ist noch längst nicht fertig. Nun spricht er über den „schlimmsten Fehler der Vergangenheit“, wie der 44-Jährige es nennt: „Wir als Menschen haben den Planeten als kostenfrei angesehen: Wir haben Öl verbrannt, haben Wälder abgeholzt, Fracking gemacht, das muss stoppen“. Ein Paradebeispiel sei für ihn der Konzern Microsoft, der das gesamte, in der Firmenhistorie verbrauchte CO2 neutralisieren wolle. Die Forderung Thelens: die Erde ohne Fußabdruck verlassen.

Es sei wichtig, „dass wir extrem wachsen, aber neu wachsen“. Das bedeute auch, den Planeten nicht mehr als kostenfreie Ressource zu betrachten. „Wenn ich ihn kurzfristig brauche, muss ich, was ich entziehe, auch wieder herstellen“. Publizist Weimer hat jedoch Bedenken. „Wir haben von den 100 größten Unternehmen der Welt nur noch eines. In der Internetwettbewerbsfähigkeit liegen wir auf Platz 72 hinter Panama und Botswana“, klagt der 55-Jährige.

Erneuter Auftritt Thelens, dem vom Staat eine klare Botschaft fehlt: „Gebt mal Gas, entwickelt mal Hyperloops und fliegende Autos“. Konkrete Beispiele, die für ihn Wachstum und Weiterkommen bedeuten würden. „Wir dürfen keinen Raubbau mehr mit dem Planeten betreiben. Aber trotzdem hätte ich gern ein fliegendes Auto, flöge gern mit 1000 km/h in den Hyperloop“, skizziert der 44-Jährige Bilder wie aus einem Science-Fiction-Film. Doch ist ihm auch Folgendes bewusst: „Roboter, Software, Vernetzung, vollautomatische Autos werden dazu führen, dass wir keine echten Arbeitsplätze mehr haben“.

Schlussendlich plädiert Thelen für ein bedingungsloses Grundeinkommen, dass durch effizientere Industrien gegeben sein sollte. Wie von 24hamburg.de-MarkusLanz geschildert, hatte auch Investor-Kumpel Ralf Dümmel bei Markus Lanz über wirtschaftliche Folgen der Pandemie gesprochen* und sich die chinesische Regierung vorgenommen. Eine Übersicht aller von 24hamburg.de besprochenen Markus Lanz-Ausgaben finden sich in chronologischer Auflistung. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © ZDF Mediathek/Markus Lanz

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