Amtsübergabe in den USA

Markus Lanz (ZDF): Donald Trump – nur noch grummelnder Senior

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Die Zukunft der USA liegt während der nächsten vier Jahren in den Händen von Joe Biden. Die Bedeutung seiner Amtseinführung ist Thema bei Markus Lanz (ZDF).

  • Markus Lanz (ZDF): Hauptthema ist der Amtseintritt Joe Bidens.
  • Wie geht es jetzt mit Trump weiter? Die Hamburger Runde spricht über mögliche Szenarien.
  • Welche Zukunft die USA unter der Führung Bidens nun erwartet.

Hamburg/Washington – Seit Mittwoch, 20. Januar 2021, ist Joe Biden der 46. Präsident der USA. Mit seinem Amtsantritt ist das Ende der Trump-Ära besiegelt. Markus Lanz spricht wenige Stunden nach der Inauguration mit seinen Gästen Claus Kleber (Journalist), Elmar Theveßen (Journalist und USA-Korrespondent) und Svenja Flaßpöhler (Philosophin) im ZDF über die historische Bedeutung von Joe Bidens Amtseintritt und die Zukunft Donald Trumps.

46. Präsident der Vereinigten Staaten:Joe Biden
Kinder: Hunter Biden, Beau Biden, Ashley Biden, Naomi Biden
Geboren:20. November 1942 (Alter 78 Jahre), Scranton, Pennsylvania, Vereinigte Staaten
Ehepartnerin:Jill Biden (verh. 1977), Neilia Hunter (verh. 1966–1972)
Vorherige Ämter:Vizepräsident der Vereinigten Staaten (2009–2017)
Enkelkinder:Natalie Biden, Finnegan Biden, Maisy Biden, Robert Biden II, Naomi Biden
Filme & Fernsehsendungen:C-SPAN Live, C-SPAN Live Stream

Markus Lanz (ZDF): Joe Biden, der „alte, weise Mann“ – Inauguration des neuen US-Präsidenten

Zu Beginn der Sendung wandert der Blick direkt nach Washington, wo der USA-Korrespondet Elmar Theveßen vor dem Weißen Haus über die Inauguration Joe Bidens spricht. Diese sei vor allem von einem Gefühl der „Erleichterung“ geprägt gewesen, berichtet der Amerika-Experte. „Aber es überdeckt natürlich nur die Erinnerung an den 6. Januar, der auch noch schlimmer hätte ausgehen können“, fügt er hinzu und bezieht sich damit auf die gewaltvolle Stürmung des Capitols, die bei der Amtseinführung noch „alle im Kopf gehabt“ hätten.

Donald Trump ist nicht mehr länger Präsident der USA. (24hamburg.de-Montage)

Und wie schaut´s aus mit der Rede des neuen US-Präsidenten? Diese sei „typisch Joe Biden“ gewesen, analysiert Claus Kleber, der selbst 15 Jahre lang in den USA gelebt hat. Biden sei wie ein „alter, weiser Mann“ aufgetreten, der „etwas unbedrohendes, etwas von Herzen kommendes, etwas empathisches“ gehabt habe. Einen großen Ausspruch, wie es ihn von Trump gibt („Make Amerika great again“), habe es nicht gegeben. Doch Kleber betrachtet diese Vorgehensweise Bidens als angemessen. „Denn irgendwie muss der Präsident es jetzt schaffen, zwischen den 73 Millionen Amerikanern, die Trump gewählt haben und den 80 Millionen, die ihn gewählt haben, wieder eine Kommunikation herzustellen.“

Markus Lanz (ZDF): Inauguration von Vizepräsidentin Kamala Harris war „etwas ganz besonderes“

Auch Philosophin Svenja Flaßphöler wagt eine Analyse von Bidens Rhetorik. „Die Hauptintention von Biden war, eine Differenz zu markieren zu Trump.“ Gleichzeitig sei seine Intention aber auch, das Land zu einen, also „genau die ganzen Trumpisten zu erreichen.“ Ihm sei in seiner Rede ein Spagat zwischen diesen beiden Absichten gelungen.

Eine besondere Szene war darüber hinaus auch die Amtseinführung der neuen Vizepräsidentin Kamala Harris, findet Theveßen. „Da war gleich das Gefühl: Hier ist etwas ganz besonderes im Gange, zum ersten Mal eine Frau als Vizepräsidentin in den USA, zum ersten Mal eine Schwarze, das ist historisch. Jeder weiß auch: Die muss möglicherweise jede Sekunde übernehmen, falls Joe Biden irgendwann einmal was passieren sollte.“

Markus Lanz (ZDF): Zukunft von Donald Trump – Wie geht es mit dem altem Präsidenten jetzt weiter?

Moderator Lanz bringt auch die Frage nach Trumps Zukunft ins Spiel. Theveßen führt an, dass der alte US-Präsident vor allem in großen Schwierigkeiten sei: Ihm drohen nun Steuernachzahlungen, gerichtliche Verfahren und Kreditrückzahlungen in Höhe von mehreren Millionen Dollar. Für allgemeines Schmunzeln in der Runde sorgt auch die Tatsache, dass Trump noch über 60 Jahre hinweg sein Luxushotel in Washington bei Joe Biden abbezahlen muss.

Inwiefern Trump noch politisch aktiv wirken und den Trumpismus verbreiten wird, ist eine entscheidende Frage. Immerhin sei ihm jetzt sein „Spielzeug“ weggenommen worden, wirft Kleber ein. Gemeint ist damit unter anderem Trumps gesperrter Twitter-Account. „Wenn er je wieder twittern sollte, dann ist er eben ein Rentner, der grummelt“, erklärt Kleber.

Für Joe Biden hingegen hat die Zeit des politischen Handelns gerade erst begonnen. Er befindet sich nun in der Position, alle Trump‘schen Fehler der Vergangenheit wieder auszuhebeln und die USA wieder zurück zu demokratischen Werten, die Trump nicht wirklich repräsentierte, zu leiten. Schon am ersten Tag in seinem neuen Amt hat Biden sich dazu verpflichtet, dem Klimaabkommen von Paris wieder beizutreten, das Einwanderungsrecht zu überarbeiten oder auch den Einreisestopp für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern aufzuheben. *24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Susan Walsh/dpa & Manuel Balce Ceneta/dpa

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