Terz um Merz

Markus Lanz (ZDF): Merz der „Anti-Merkel“ – CDU-Politiker im Visier

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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CDU-Mitglieder bestimmen neuen Partei-Vorsitzenden. Auch bei Markus Lanz ist der CDU-Parteitag Thema. Kandidat Merz im investigativen Kreuzverhör.

  • Markus Lanz (ZDF): Friedrich Merz (CDU) ist zu Gast.
  • Hauptthema des Abends: Die Wahl des CDU-Chefs am Samstag, 16. Januar 2021.
  • Trotz zahlreicher Provokationen lässt sich Merz nicht aus der Ruhe bringen.

Hamburg – In der Markus-Lanz-Ausgabe vom Mittwoch, 13. Januar 2021, sind Friedrich Merz (CDU), Journalistin Eva Quadbeck (Redaktionsnetzwerk Deutschland), Biologe Ingmar Hoerr (Gründer vom Biotech-Unternehmen Curevac) im TV-Studio in Hamburg-Altona zu Gast. Außerdem wird der Journalist und Leiter des ZDF-Studios Ostasien Ulf Röller zugeschaltet. Im Scheinwerferlicht steht an diesem Abend vor allem Friedrich Merz, der in seiner Position als möglicher CDU-Chef wohl zurzeit nicht umstrittener sein könnte. Soviel sei vorweggenommen: Markus Lanz lässt keine Möglichkeit unversucht, den 64-jährigen Unionsmann ins Bedrängnis zu bringen.

Politiker:Friedrich Merz
Geboren:11. November 1955 (Alter 64 Jahre), Brilon
Größe:1,98 m
Ehepartnerin:Charlotte Merz
Kinder:Philippe Merz
Eltern:Joachim Merz, Paula Sauvigny

Markus Lanz (ZDF): China kämpft erneut mit Corona – Merz (CDU) wird zur deutschen Impfstrategie befragt

Doch bevor Friedrich Merz von Markus Lanz mit seinen kritischen Fragen konfrontiert wird, wandert der Blick in der Sendung zunächst einmal nach China und die dortige Corona-Lage. Das Land, das als Gewinner im Kampf gegen das Virus gilt, kämpft nämlich gerade erneut gegen Erreger Sars-Cov-2. Während das öffentliche Leben in Wuhan, dem Ursprungsort des Virus, weitestgehend wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt ist, zeigen sich in der knapp 1.000 Kilometer nördlicher gelegenen Provinz Hebei ganz andere Szenen. Diese befindet sich im Lockdown, nachdem rund 500 Infektionen bekannt wurden.

ZDF-Korrespondent Ulf Röller liefert einen Einblick in die derzeitige Lage dort. Er berichtet von einem rabiaten Umgang der Regierung mit den Einwohnern, von heroischen Bildern, die das chinesische Staatsfernsehen verbreitet und von einer „Schattenseite der brutalen Corona-Bekämpfung“. Auch die Impfstrategie Chinas, die sich von der deutschen stark unterscheidet, wird thematisiert. Das Land impft bereits seit Monaten mit einem Impfstoff, über den man bisher kaum etwas wisse, erklärt Röller. Eine offizielle Impfpflicht gäbe es nicht, dennoch könne jeder, der sich nicht impfen lasse, mit einem Jobverlust rechnen.

Friedrich Merz im „Verhör“: Markus Lanz will den CDU-Politiker in eine strittige Debatte verwickeln, doch so ganz scheint das nicht zu klappen. (24hamburg.de-Montage)

Das Stichwort Impfpflicht nutzt Lanz aus, um CDU-Politiker Merz über seine Meinung zur Impf-Strategie in Deutschland zu befragen. Doch dies soll nur die Einleitung in eine rund 40-minütige Debatte über die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz sein. Der Anlass dafür ist natürlich der Bundesparteitag der CDU, der am 16. Januar 2021 digital abgehalten wird und sich um die alles entscheidende Frage dreht: Wer wird CDU-Chef und damit höchstwahrscheinlich auch CDU-Kanzlerkandidat? Zur Wahl stehen Außenpolitiker Norbert Röttgen, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz.

Markus Lanz (ZDF): Friedrich Merz (CDU) spricht über seinen Wahl-Konkurrenten Armin Laschet

Ob Armin Laschet denn das Zeug zum Kanzler hätte, will Lanz unter anderem von Friedrich Merz wissen. Und ob Laschets Regierungserfahrung einen Nachteil für ihn darstellen könnte. Merz will sich von diesen Fragen nicht aus der Ruhe bringen lassen und antwortet ganz diplomatisch, dass Laschet sein Amt gut mache. „Ich fühl mich wohl als Nordrhein-Westfalener und gut regiert.“ Mit dem nächsten Satz stellt er sich aber fast selbst eine Falle: „Jeder, der das Land Nordrhein-Westfalen als Ministerpräsident regiert, hat in seiner Jobbeschreibung das Kanzleramt dabei.“ Aufgrund seiner mangelnden Regierungserfahrung fügt er noch schnell hinzu: „Es schadet zumindest nichts.“

Auch Eva Quadbeck, die stellvertretende Chefredakteurin des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) schaltet sich bei der Thematik des CDU-Parteitags ein und erklärt: „In vielerlei Hinsicht wird dies ein historischer Parteitag sein“. Nicht weniger bedeutungsschwer fügt sie hinzu: „Das Ende der Ära Merkel wird besiegelt“. Sie gehe davon aus, dass es sich um eine strategische Wahl handeln wird, da den Delegierten bewusst sei, dass sie mit ihrer Wahl womöglich auch den nächsten CDU-Kanzlerkandidaten aufstellen. Bei der vergangenen Wahl des CDU-Vorsitzes im Jahr 2018 habe Merz als „Anti-Merkel“ agiert – er sei ihr Gegenspieler gewesen.

Markus Lanz (ZDF): CDU-Vorstandswahl ist laut Eva Quadbeck ein „Merkel-look-alike-Wettbewerb“

Dies sei bei der diesjährigen Wahl, die Quadbecks Worten nach ein „Merkel-look-alike-Wettbewerb” sei, anders. Vor allem Armin Laschet, welcher Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Vergangenheit (besonders beim Flüchtlingsthema) immer den Rücken gestärkt habe, stünden dadurch hohe Chancen zu. Doch Merz scheint sich davon nicht aus der Verfassung bringen zu lassen. Er präsentiert sich sogar schon ganz siegessicher und betont, dass er bei den Umfragen „teilweise mit großen Abstand“ gewonnen habe. Was er dabei vermutlich außer Acht lässt, ist die Tatsache, dass lediglich die 1001 Delegierten auf dem CDU-Parteitag abstimmen, nicht jedoch alle CDU-Parteimitglieder.

Zum Schluss der Sendung kommt schließlich noch der Gast zu Wort, der in den ersten sechzig Minuten nicht ein einziges Mal von Markus Lanz beachtet wurde – dabei hätte er vor allem einiges zum Thema Corona-Impfungen beitragen können: Der Biologe und Curevar-Gründer Ingmar Hoerr. Er berichtet auf spannende Art und Weise, wie er Bill Gates mit einer halbstündigen Präsentation in Paris als Investor für sein biopharmazeutisches Unternehmen gewinnen konnte. In seiner Forschung widme Hoerr sich nicht nur Coronaviren, sondern auch Krebszellen. Sars-Cov-2 sei im Vergleich zu letzteren ein „schlichtes Ding“ – was auch der Grund für die verhältnismäßig schnelle Entwicklung eines Impfstoffes sei.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Friedrich Merz zu Gast in Markus Lanz‘ Talkshow war: Bei seinem letzten Besuch sorgte er vor allem mit kritischen Äußerungen über Jens Spahn (CDU) für Schlagzeilen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Ursula Düren/dpa & Bernd von Jutrczenka/dpa & Hauke-Christian Dittrich/dpa

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