Altmaier beklagt fehlende Einigkeit

„Markus Lanz“ (ZDF): „Was richten wir da an?“ Trotziger NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit Selbstzweifeln in Hamburger TV-Talkshow

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, Armin Laschet (CDU), fällt bei der TV-Talkshow „Markus Lanz“ (ZDF) mit trotzigen Reaktionen auf.
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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, Armin Laschet (CDU), fällt bei der TV-Talkshow „Markus Lanz“ (ZDF) mit trotzigen Reaktionen auf. (Screenshot)
  • Yannick Hanke
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Das Coronavirus bestimmt das Leben und auch die TV-Talkshows. Auch der Hamburger Fernsehmoderator Markus Lanz kommt in seiner aktuellsten Ausgabe nicht darum herum. Zu Gast sind der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU), „Welt"-Journalist Robin Alexander, Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt und Filmproduzent Nico Hofmann. Besonder Laschet muss ordentlich Gegenwind einstecken.

Hamburg/Altona – In der Sendung von Donnerstag, dem 7. Mai 2020, geht es streckenweise sehr hitzig zu. Dabei stets mittendrin: Nordrhein-Westfalens (NRW) Ministerpräsident und CDU-Politiker Armin Laschet. Dieser beharrt darauf, dass die Entscheidungsgewalt über Pandemie-Maßnahmen von jeher bei den einzelnen Ländern lang. Doch zeigt sich der gebürtige Aachener in der ZDF-Talkshow auch selbstkritisch.

„Markus Lanz“: NRW-Ministerpräsident Laschet untermauert Standpunkte

Basis der in Hamburg-Altona produzierten TV-Talkshow ist in dieser Ausgabe das Ergebnis der Videokonferenz der Ministerpräsidenten von Mittwoch. Einer dieser Entscheidungsträger, Armin Laschet, nutz den Raum bei „Markus Lanz“, um seinen eigenen Standpunkt zu untermauern.

Direkt zu Beginn der Hamburger Runde sagt Laschet: „Das Verfassungsgefüge wird seit gestern wieder mehr in der Realität widergespiegelt“. Konkrekt stört sich der 59-Jährige an der Sichtweite, die Bundesregierung habe nach der Konferenz mit den Ministerpräsidenten Macht an eben jene abgetreten. Denn die Länder seien schon immer für die dort diskutierten Fragen zuständig gewesen. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel habe „das ja nur koordiniert“, fügt Laschet an.

Hamburger Talkshow (ZDF): Laschet möchte „Schäden“ im Blick behalten

Als der Politiker von Markus Lanz auf diese Formulierung angesprochen wird, rudert der nunmehr elfte Ministerpräsident von NRW ein Stück zurück: Koordinieren sei in einer solchen Krise so ziemlich das Wichtigste. So weit, so gut? Mitnichten. Der Hamburger Fernsehmoderator hakt weiter nach und möchte von Laschet wissen, welche Rolle die Kanzlerin von nun an haben wird. Eine Frage, die jedoch nicht beantwortet wird, sondern vom CDU-Politiker komplett ignoriert wird.

Vielmehr teilt der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Markus Lanz und den anderen Gästen seine eigene Sichtweise mit. In der aktuellen Diskussion möchte Laschet auch immer die „Schäden“ im Blick behalten. Eine Begrifflichkeit, mit der er die Nöten der Kurzarbeiter bis hin zu denen der Einsamen und Depressiven umschreibt. Doch das Thema „Merkel“ ist nicht vergessen.

Uneinigkeit zwischen Regierung und Ministerpräsidenten

Denn es folgt ein verbaler Einwurf von „Welt“-Journalist Robin Alexander. Ihm zufolge sei bereits vor der Öffnung der Gastronomie noch eine Videokonferenz von Regierung und Ministerpräsidenten geplant gewesen. Nun gebe es aber überhaupt keine mehr. Die Wiedereröffnung der gastronomischen Betriebe wurde unlängst von Physiker Ranga Yogeshwar als „Öffnungsorgie“ tituliert.

„Ich glaube schon, dass Frau Merkel sich das anders vorgestellt hat“, ordnet Alexander ein. Er erinnert mahnend daran, dass Regierung und Ministerpräsidenten bislang stets gemeinsam Beschlüsse gefasst, diese umgesetzt und dann die Infektionszahlen abgewartet hätten. Immerhin gebe es nun noch weiterhin Konferenzen mit den Staatskanzleien der Länder. „Da sind dann nicht die ganz großen Egos“, merkt der Journalist an.

„Markus Lanz": Altmeier beklagt verloren gegangene Einigkeit der Länderchefs

Weitaus negativer betrachten der zugeschaltete CDU-Politiker Peter Altmaier und Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt die angesprochene Thematik. „Das Zeichen, das Sie durch diesen Streit senden, macht eines kaputt: Die Bereitschaft der Menschen, mitzumachen“, gibt Berndt zu Bedenken. Altmaier wiederum beklagt, dass das gemeinsame Auftreten und die Einigkeit unter den Länderchefs verloren gegangen sei.

Nächster Auftritt Laschets: Er sieht in der föderalen Steuerun vor allem eine große Chance und plädiert vehement für regional unterschiedliche Maßnahmen. Infektionsherde sollen genau ermittelt werden, um dann zielgerichtete Maßnahmen ergreifen zu können. „Es macht doch keinen Sinn, die Kitas zu schließen, wenn das Problem im Altenheim liegt“, merkt der Aachener an.

Nun ist der imaginäre Redeball wieder im Besitz von Robin Alexander. Er weist darauf hin, dass die gewonnene Verantwortung im Falle einer Verschlimmerung der Pandemie auch bedeute, dass man über Laschet sagen würde: Der war damals für die Öffnung. Damit ist der Teppich für die nächsten Themen ausgerollt: Image der Ministerpräsidenten und die Kanzlerfrage in der CDU.

Trotziger Laschet fühlt sich falsch verstanden

Zunächst behauptet Laschet, dass es ihm nie um „irgendeine Kommunikation“ gegangen sei. „Und wenn das andere besser ankommt, dann ist das halt so. Dann habe ich mit meiner Überzeugung nicht 90 Prozent Zustimmung, aber sie ist trotzdem richtig und verantwortlich“, lässt der Politiker bei „Markus Lanz" trotzig wissen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht sich aktuell massiver Kritik ausgesetzt.

Doch es geht noch trotziger. Nämlich zu dem Zeitpunkt, als Lanz Laschet auf Äußerungen anspricht, mit denen der NRW-Ministerpräsident eine 180-Grad-Wende gemacht habe. Sich erst beschweren, dass andere Bundesländer bei der Lockerung von Maßnahmen vorpreschen, und es dann selber tun? Nicht mit Laschet, der sich falsch verstanden fühlt und betont, dass es im stets um das Gleichgewicht gehen würde.

„Markus Lanz": Laschet mit Stimmungsschwankungen

Der 51-jährige Fernsehmoderator hakt erneut nach und möchte Laschet auf der Gefühlsebene ergründen. Ob der CDU-Politiker angesichts der Coronavirus-Sars-Cov-2-Krise auch Stimmungsschwankungen habe, möchte Markus Lanz wissen. Die Antwort: „„Es gibt Tage, wo ich sage: Übertreiben wir das nicht? Am nächsten Tag denke ich: Puh, hoffentlich geht das gut“, lässt Laschet ansatzweise tief blicken.

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