Sturm aufs Capitol polarisiert

Markus Lanz (ZDF): Darum ist Donald Trumps Twitter-Sperre richtig

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
    schließen

Der Sturm auf das US-Capitol ist auch bei Markus Lanz (ZDF) ein großes Thema. Seine Gäste diskutieren, welche Rolle Ex-US-Präsident Donald Trump spielt.

  • Markus Lanz: ZDF-Moderator vergleicht Proteste in den USA mit „Wildem Westen“.
  • US-Präsident Donald Trump treibt Markus Lanz zur Weißglut.
  • Ist Donald Trumps-Twitter-Sperre legitim?

Hamburg-AltonaJoe Biden wird am Mittwoch, 20. Januar 2021, zum neuen Präsidenten der USA vereidigt. Zusammen mit Vizepräsidentin Kamala Harris ist es sein Ziel, ein arg gespaltenes Land zu einen. Ein mehr als schwieriges Unterfangen, wovon nicht zuletzt der gewaltsame Sturm auf das Kapitol in Washington zeugt. Dies beschäftigt auch ZDF-Talkmaster Markus Lanz und seine Hamburger Runde. Im Fokus steht vor allem Donald Trump, noch amtierendes Staatsoberhaupt der Staaten und Provokateur in Personalunion.

45. Präsident der Vereinigten Staaten:Donald Trump
Geboren:14. Juni 1946 (Alter 74 Jahre), Jamaica Hospital Medical Center, New York City, New York, Vereinigte Staaten
Größe:1,9 m
Partei:Republikanische Partei
Ehepartnerin:Melania Trump (verh. 2005), Marla Maples (verh. 1993–1999), Ivana Trump (verh. 1977–1992)
Kinder:Ivanka Trump, Donald Trump Jr., Eric Trump, Barron Trump, Tiffany Trump

Markus Lanz (ZDF): Sturm aufs US-Capitol schockt Hamburger Moderator

Denn Donald Trump gilt als Anstifter der Proteste, ihm droht ein zweites Amtsenthebungsverfahren. In der Talkshow-Ausgabe vom Dienstag, 12. Januar 2021, zeigt sich ZDF-Moderator Markus Lanz sichtlich entsetzt über das, was sich in den USA abgespielt hat. Der zugeschaltete Korrespondent Elmar Theveßen berichtet eindrücklich über die Ereignisse vor dem amerikanischen Regierungsgebäude am 6. Januar 2021. Laut dem Journalisten hätte sich die Gewalt der Demonstranten nicht nur gegen Polizisten, sondern auch gegen die anwesenden Medienvertreter gerichtet.

Ist die Twitter-Sperre von US-Präsident Donald Trump rechtens? (24hamburg.de-Montage)

„Auch die Medien wurden als Verräter, als Feinde des Volkes bezeichnet“, heißt es von Theveßen. Manche der Protestler hätten gar das Equipment der Presseteams zerstört. „Man hat aus unseren Kabeln dann Galgenschlingen gewunden und an den Baum gehängt – das war schon sehr klar und eindeutig“, bringt der ZDF-Korrespondent die Hamburger Runde mitsamt Moderator Markus Lanz zum Schaudern.

US-Präsident Donald Trump im Fokus – verantwortlich für Kampf und Gewalt?

Schnell ist auch US-Präsident Donald Trump Thema des Gesprächs. Dieser hatte bei einer Brandrede zu Kampf und Gewalt aufgerufen, wollte im Nachhinein aber nichts mehr davon wissen. Laut Theveßen würden sich viele Menschen von Trumps Worten zum gewaltsamen Protest berufen fühlen. „Diese Menschen glauben, das absolut Gute zu tun“, berichtet Elmar Theveßen. Das führt zu Kopfschütteln beim Talkmaster, der fassungslos ist und um Worte ringt. In solch einer Verfassung ist er sonst nur bei Corona-Schock-Prognosen von Karl Lauterbach (SPD) vorzufinden.

Als Markus Lanz wieder Herr seiner Sinne ist, fasst er die Ausschreitungen in Washington kurz und prägnant zusammen: „Das ist Wilder Westen. Diese Brutalität.“ Einer seiner Gäste, Strategieberater Julius van der Laar, ist sich sicher, dass ein früheres Eingreifen der Sicherheitskräfte möglich gewesen wäre. „Da hätten wirklich alle Alarmglocken angehen müssen“, heißt es entschieden von van de Laar.

Markus Lanz (ZDF): Twitter sperrt Donald Trump – Eingriff in Meinungsfreiheit?

Doch das Leben ist nun mal kein Konjunktiv und die Ausschreitungen wurden erst spät unterbunden. Ähnliches lässt sich hinsichtlich der Twitter-Aktivitäten Donald Trumps festhalten. In seiner vierjährigen Amtszeit wurde immer wieder gefordert, dass sein Account beim Social-Media-Dienst doch gesperrt werden müsse. Zu groß sei der Schaden, den Trump mit seinen Tweets anrichten würde. Während sich SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sicher ist, dass Trump die USA spaltet, ist Parteikollege Ralf Stegner gar der Ansicht, dass der US-Präsident die Demokratie gefährdet.

Wie dem auch sei: Twitter hat mittlerweile reagiert und den Account des US-Präsidenten gesperrt. Dies würde mit den gewaltsamen Protesten sowie dem Capitol-Sturm in Washington in Zusammenhang stehen. Die große Frage, die auch die Hamburger Runde von Markus Lanz umtreibt: Stell dies einen zu starken Eingriff in die Meinungsfreiheit dar? Total unüblich für die Talkshow herrscht in dieser Angelegenheit mal Einigkeit. Alle gegen Trump, quasi.

Donald Trumps politisches Ende besiegelt? US-Präsident-Fan lässt Markus Lanz wüten

„Ich würde sagen, die Sperrung ist richtig“, lässt Klaus Brinbräumer verlauten. Der Journalist erklärt aber auch, dass Großkonzerne wie Facebook oder Twitter grundsätzlich auch selbst für die Inhalte verantwortlich sein sollten, die auf ihren Plattformen publiziert werden. Einen Schritt weiter geht Julius van de Laar. Der Strategieberater fordert eine staatliche Kontrolle von Social Media. „Ich finde, es ist die Aufgabe des Staates, dort die Leitplanken einzuziehen.“

Mit welchen finalen Konsequenzen Donald Trump nun zu rechnen hat, ist noch offen. Eine dauerhafte Twitter-Sperre sowie ein Amtsenthebungsverfahren sind im Gespräch. Möglicherweise wird es dem-Noch-Präsidenten sogar untersagt, bei der US-Wahl 2024 erneut als Kandidat anzutreten. „Denkbar ist alles“, lautet der Grundtenor der Hamburger Runde. Das wird sich auch Markus Lanz denken, der in jüngerer Vergangenheit einem glühenden Trump-Fan die Leviten lesen musste. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Gerald Herbert/AP/dpa & ZUMA Wire/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare