Betrugsskandal

Loredana muss blechen: Deutschrapperin gegen Betrugsopfer

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Das Verfahren gegen Rapperin Loredana ist eingestellt. Bei dem Betrugsskandal hat sich die Deutschrapperin mit dem Opfer auf eine große Summe als Wiedergutmachung geeinigt.

  • Deutschrapperin* Loredana soll Ehepaar abgezockt haben.
  • Loredana trifft sich mit mutmaßlichem Betrugsopfer Petra Z.
  • Verfahren eingestellt: Loredana muss 400.000 Euro Strafe zahlen.

Update vom Mittwoch, 14. Oktober 2020, 13:15 Uhr: Luzern (Schweiz)Deutschrapperin Loredana hat ihre Streitigkeiten mit der Schweizerin Petra Z. offiziell beendet. Das Verfahren gegen die Musikerin ist von der Staatsanwaltschaft Luzern eingestellt worden. Die 25-Jährige und die Geschädigte einigten sich auf gegenseitigen Wunsch auf eine Wiedergutmachung.

Rapperin:Loredana
Geboren:1. September 1995 (Alter 25 Jahre), Luzern, Schweiz
Vollständiger Name:Loredana Zefi
Alben:King Lori
Auszeichnungen:MTV Europe Music Award - Bester Schweizer Act, u.v.m.

Loredana: Deutschrapperin muss 400.000 Euro an Geschädigte Petra Z. zahlen

„Wir sind froh, dass wir das Verfahren auf diese für beide Parteien zufriedenstellende Art und Weise erledigen konnten“, heißt es von Thomas Fingerhuth, Züricher Strafverteidiger und Anwalt von Loredana. „Das Wichtigste ist, dass Loredana und Petra Z. miteinander reden konnten und jetzt wieder ein gutes Verhältnis miteinander haben“, ergänzt Fingerhuth.

Deutschrapperin Loredana muss rund 400.000 Euro Strafe an die Geschädigte Petra Z. zahlen. (24hamburg.de-Montage)

Laut der Staatsanwaltschaft Luzern habe Loredana anerkannt, sich unter anderem unrechtmässig als Rechtsanwältin ausgegeben, die Geschädigte getäuscht und damit Geld erhältlich gemacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft beziffert die entsprechende Summe auf rund 430.000 Franken (circa 400.000 Euro). Bereits im Frühjahr 2019 hat Loredana aber einen kleineren Teilbetrag an Petra Z. zurückbezahlt.

Loredana: Deutschrapperin entschädigt Betrugsopfer Petra Z. in vollem Umfang

Die Deutschrapperin soll der Geschädigten letztendlich eine Entschädigung gezahlt haben, die deutlich höher liegt als der ermittelte mutmaßliche Deliktsbetrag. Darüber hinaus wurde Petra Z. für ihre Parteikosten und die Kosten des Strafverfahrens entschädigt.

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01.09.2020 ✌️

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Gegen einen tatbeteiligten Bruder Loredanas, der als Gehilfe agierte, erging ein analoger Einstellungsentscheid. Er beteiligte sich an der Wiedergutmachung. Der verursachte Schaden konnte in vollem Umfang gedeckt werden. Petra Z. akzeptierte diesen Vergleich und hegte kein Interesse daran, die strafrechtliche Verfolgung der Vorwürfe weiterzuführen.

Loredana: Deutschrapperin mit emotionalem Statement – Hass „juckt mich nicht“

Update vom Donnerstag, 1. Oktober 2020, 11:55 Uhr: Luzernz (Schweiz) Deutschrapperin Loredana reagiert via Instagram auf Hater und Neider, die ihre Musik schlechtreden. Damit bezieht sich die 25-jährige Schweizerin auch auf die Personen, die sie wegen ihrer angeblichen Beteiligung an einem Betrugsskandal aufs Übelste beschimpft hatten. Dementsprechend ist das Statement von Loredana emotional sehr aufgeladen.

„Und an alle, die mich fragen: ´Loredana, kriegst du die Hater-Kommentare nicht mit und juckt dich das nicht?´Nee, es juckt mich genauso wenig wie hier meine Nägel. Das juckt mich alles nicht. Ich bin einfach so stolz darauf, dass ich so viel Mucke gemacht habe, dass wir so ein gutes Team sind, dass ich Miksu und Macloud habe, TwoSides, Abedin, meine ganzen Leute, die mit mir zusammenarbeiten“, nennt die Deutschrapperin zunächst einmal ihre Produzenten.

Deutschrapperin Loredana rechnet in einem Instagram-Video mit den Hatern ab, die ihre Musik und ihre Person kritisieren. (24hamburg.de-Montage)

Im Folgenden spricht Lodenana über die Liebe zu ihrer Tochter und ihren Umgang mit hasserfüllten Nachrichten: „Ich bin einfach so überglücklich, das ist einfach unnormal. Keine Ahnung, ich liebe mein Leben, ich liebe es Mama zu sein, ich liebe es mit meiner Tochter zu sein [...] Obwohl ich wirklich in den letzten Tagen soviel Hate hatte und ich schwöre es euch, auch manchmal sehr ungerecht, aber es ist mir total egal, ich hab gelernt einfach drauf zu ka****. Ich bin hier um Musik zu machen [...]“.

Loredana: Deutschrapperin regt sich wegen YouTube-Hatern auf – Ausraster auf Instagram

Update vom Montag, 28. September 2020, 8:50 Uhr: Luzern (Schweiz)Deutschrapperin Loredana rechnet via Instagram mit ihren Kritikern ab. Diese verurteilen die Musikerin wegen ihrer angeblichen Beteiligung an einem Betrugsskandal, im Rahmen dessen ein Schweizer Ehepaar um 700.000 Franken (655.000 Euro) betrogen worden sein soll. Mit einem der mutmaßlichen Opfer, Petra Z., hat sich Loredana aber bereits ausgesprochen.

Deutschrapperin Loredana sieht sich auf YouTube mit einer massiven Ablehnung ihrer Musik konfrontiert. Für ihr Video „Intro“ hat die gebürtige Schweizerin bereits mehr als 60.000 Dislikes erhalten, dem stehen rund 73.000 Likes gegenüber (Stand der Daten: 28. September 2020, 8:20 Uhr). Dies geht der 25-Jährigen entschieden zu weit, die via Instagram zum Rundumschlag ausholt.

Deutschrapperin Loredana rechnet mit den Menschen ab, die ihre Videos auf YouTube konsequent schlecht bewerten. (24.hamburg.de-Montage)

„So, was geht ab, was geht ab, hier ist Loredana. Und zwar, ich wollte mich eigentlich gar nicht dazu äußern, aber ich merke wie krankhaft die Menschen sind. Die versuchen einfach aufgezwungen einen Hass zu verbreiten und zu sagen ´Ey, lass uns jetzt disliken‘ oder ´ey, lass uns jetzt doch liken‘ oder bla bla bla", heißt es zunächst einmal von Loredana.

Loredana: Deutschrapperin beendet Betrugsskandal-Kapitel – „Sache geklärt“

Doch damit der harschen Worte nicht genug. „Seid ihr eigentlich geistig gestört, Alter? Wenn ihr einen Song mögt, dann mögt ihr den und dann habe ich als Person nichts damit zu tun. Gar nichts. Ich mach, das ist meine Arbeit und wenn ich die Arbeit gut mache, verdammt nochmal, dann gebt mir einfach nur das, was ich verdiene, mehr nicht. Und was ich als Person mache, das hat euch nicht zu jucken“, wird die Deutschrapperin ziemlich deutlich.

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Loredana spricht über Petra Z. und den Hate

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Wie es von Loredana heißt, habe die 25-Jährige mit dem Kapitel rund um die Betrugsvorwürfe gegen sie abgeschlossen: „Und ich habe die Sache mit ihr geklärt und ich wollte es nicht mal öffentlich machen, sondern es ist einfach passiert. Irgendjemand hat ein Bild gemacht, hat es der BILD geschickt und die haben das gepostet. Ich hätte es aber nicht einmal gepostet, weil es einfach niemanden zu jucken hat. Wenn ich mit ihr lache, dann ist das für mich in Ordnung und für euch, ihr braucht es einfach nicht zu wissen“.

Loredana: Deutschrapperin trifft sich mit vermeintlichem Betrugsopfer Petra Z.

Update vom Mittwoch, 23. September 2020, 10:30 Uhr: Luzern (Schweiz) – Um Deutschrapperin Loredana ist es lange still gewesen. Wie von 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, hat die Musikerin nun ihre Social Media-Profile reaktiviert und ein neues Album angekündigt*. Darüber hinaus hat sich die 25-Jährige, die in einen Betrugsskandal verwickelt sein soll, mit dem mutmaßlichen Opfer Petra Z. im schweizerischen Luzern zu einer Aussprache getroffen.

Wie die „Bild“ berichtet (hinter Paywall), hat sich Deutschrapperin Loredana am 19. bzw. 20. September 2020 im Hotel Seeburg in Luzern mit der Schweizerin Petra Z. zusammen gesetzt. Sie soll von Loredana und deren Bruder um insgesamt 700.000 Franken (655.000 Euro) betrogen worden sein. In der Schweiz haben „sich [die beiden Frauen] unterhalten und gelacht, als wäre nichts passiert“, heißt es von einem Augenzeugen.

Deutschrapperin Loredana soll sich mit dem mutmaßlichen Betrugsopfer Petra Z. versöhnt haben. (24hamburg.de-Montage)

„Rund eine Stunde lang waren die Rapperin und ihr vermeintliches Opfer beisammen, anschließend verabschiedeten sich beide und umarmten sich sogar“, sagt die nicht näher benannte Person. Es wird bereits vermutet, dass sich Loredana mit ihrem vermeintlichen Opfer geeinigt hat. Das Management der Deutschrapperin wollte sich diesbezüglich nicht äußern, eine „Bild“-Anfrage ließ Petra Z. bis dato unbeantwortet.

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Loredana: Deutschrapper Bushido schaltet sich in den vermeintlichen Betrugsskandal ein - Berliner will Beerdigung der Mutter von Petra Z. zahlen

Update vom Donnerstag, 16. Juli 2020, 16:50 Uhr: Berlin/Luzern (Schweiz) - Deutschrapperin Loredana soll in einen Betrugsskandal verwickelt sein und sieht sich auf Twitter unter dem Hashtag „#Boycott Loredana“ mit wüsten Beschimpfungen konfrontiert. Nun hat sich Deutschrapper Bushido eingeklinkt und will das mutmaßliche Betrugsopfer Petra Z. finanziell unterstützen. Nach Eigenaussage will der 41-jährige Berliner für die Beerdigung der verstorbenen Mutter von Petra Z. aufkommen – und zusätzlich einen „Betrag an das Ehepaar spenden“. Dies erklärte der Berliner im Gespräch mit dem Schweizer Nachrichten-Portal20 Minuten“.

In diesem bringt Bushido ziemlich viel Mitgefühl für die prekäre Situation von Hans und Petra Z. auf, die von Loredana um rund 840.000 Euro gebracht worden sein sollen. Der Deutschrapper empfindet die Lage des Ehepaars als „schade und traurig“ und sei berührt von der Geschichte der beiden Schweizer. Dem „ersguterjunge“-Labelchef zufolge gehe es „überhaupt gar nicht“, dass eine Beerdigung nicht bezahlt werden könne.

Bushido würde aus eigener Erfahrung wissen, wie emotional belastend der Tod der eigenen Eltern sein kann. Deshalb möchte er dafür sorgen, „dass zumindest die Beerdigung bezahlt werden kann. Zudem würde ich gerne noch einen Betrag spenden, damit das Ehepaar sich eine Auszeit gönnen kann“. Das gönnerhafte Vorhaben Bushidos ist bereits zu Petra Z. durchgedrungen, die mit folgenden Worten zitiert wird: „Das wäre wunderschön. Eine solche Spende würde mich enorm entlasten“.

Loredana: Deutschrapper Bushido verurteilt Tat - Spendenkampagne für vermeintliches Betrugsopfer

Zuvor hatten bereits mehrere Privatpersonen eine Spendenkampagne für das Schweizer Ehepaar ins Leben gerufen, um im Rahmen einer Crowdfunding-Seite bis zu 50.000 Euro akquirieren zu können. Geld, dass Petra Z. gut gebrauchen könnte, die sagt: „Ich habe offene Rechnungen von rund 46.500 Franken“. Mit der Musik von Bushido habe sie bisher noch keine Berührungspunkte gehabt: „Das ist nicht so mein Stil, ich höre lieber Schlager“. Nun wolle sie sich aber einige Lieder des Deutschrappers anhören.

Die Verfasser der Meldung auf „20 Minuten“ hätten Bushido zudem befragt, ob seine Aktion Einfluss auf das Verhältnis zwischen ihm und Loredana nehmen könnte. Der Deutschrapper ließ aber nur verlauten, dass es nicht seine Aufgabe sei, ein Urteil in dieser Angelegenheit zu fällen. Wenn sich die Betrugsvorwürfe jedoch bestätigen sollten, „würde das auf eine Freundschaft belastend einwirken“. Denn die Tat sei natürlich nichts, „worauf man stolz sein könnte“. Zunächst einmal lege der Fokus des Berliners aber ausschließlich darauf, dass die Mutter von Petra Z. eine würdige Beerdigung erhalte.

Loredana: Deutschrapperin soll Schweizer Ehepaar 840.000 Euro abgezockt haben – vermeintliches Opfer wollte sich „das Leben nehmen“

Erstmeldung vom Mittwoch, 15. Juli 2020, 11:49 Uhr – Erst im Jahr 2019 deckte das Schweizer Boulevard-Portal 20 Minuten“ auf, dass Deutschrapperin Loredana in einen handfesten Betrugsskandal verwickelt sein soll. Einem Walliser Ehepaar sollen im Kontext dessen um die 900.000 Schweizer Franken, umgerechnet rund 840.000 Euro, abgezockt worden sein. Eines der Opfer, Petra Z., hatte sich unlängst zu Wort gemeldet und berichtet, dass sie wegen der Deutschrapperin Loredana nicht die Beerdigung ihrer Mutter zahlen könne. Unter dem Hashtag „#BoycottLoredana“ firmiert nun eine regelrechte Hetzkampagne auf Twitter gegen die 24-Jährige. Doch gibt es auch Fürsprecher der Musikerin, die der Deutschrapszene Scheinheiligkeit vorwerfen.

Deutschrapperin Loredana sieht sich mit einem Betrugsskandal konfrontiert und erntet auf Twitter einen veritablen Shitstorm. (Screenshot)

Im Mai 2019 berichtete das schweizerische Online-Nachrichtenportal „20 Minuten“, dass Deutschrapperin Loredana allem Anschein nach in kriminelle Machenschaften verstrickt sein soll. Die überaus erfolgreiche Musikerin und ihr Bruder sollen dem Walliser Ehepaar Hans und Petra Z. mit einer fiesen Masche rund 900.000 Franken abgeknöpft haben. „Ich wurde betrogen, erpresst, genötigt und bedroht", hieß es damals von dem vermeintlichen, weiblichen Opfer.

Doch was genau war passiert? Bereits im Jahr 2017 soll Kellnerin Petra Z. im Internet einen Mann kennengelernt haben, dem sie für eine angebliche Operation 87.000 Franken lieh. Schnell stieg das Darlehen auf 200.000 Franken an, zurückgezahlt wurde allerdings nichts. Mit ein paar Monaten Abstand bekam Petra Z. einen Anruf von einer jungen Frau, die sich als Anwältin vorstellte. Sie bot an, das Geld über den Rechtsweg zurückzuholen. Eine Finte, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Johann Voigt aka „monodefekt“ verweist auf die Scheinheiligkeit im Fall von Deutschrapperin Loredana. (Screenshot)

Denn der angeblichen Anwältin soll es gelungen sein, dem Ehepaar innerhalb nur weniger Monate 700.000 Franken aus der Tasche zu ziehen. Die beiden Schweizer verschuldeten sich dafür bei Verwandten und Freunden. Laut „20 Minuten“-Informationen steckte hinter der Anwältin in Wirklichkeit Deutschrapperin Loredana, Schwester der männlichen Internet-Bekanntschaft von Petra Z.

Loredana und ihr Bruder [...] haben uns alles genommen. Unser Geld, unsere Eigentumswohnung. Einfach alles, wofür wir einfachen Leute hart gearbeitet haben. Ihretwegen wollte ich mir das Leben nehmen“, ließ das Opfer verlauten. Anfang Juli 2020 meldete sich die finanziell Geschädigte erneut zu Wort und sagte gegenüber „heute.at“, dass sie nicht einmal mehr die Rechnung ihrer einen Monat zuvor verstorbenen Mutter zahlen könne. Der vermeintliche Grund hierfür: Loredana und ihr Bruder. „Hätte sie mir nicht mein ganzes Geld abgenommen, ginge es uns finanziell gut“.

Loredana: Deutschrapperin erntet Twitter-Shitstorm – „BoycottLoredana“ rechnet mit Schweizerin ab

Dem Ehepaar würden laut Eigenaussage lediglich 188 Euro pro Monat zum Leben zur Verfügung stehen, die Existenz sei stark bedroht. Es gäbe nicht die Möglichkeit, finanzielle Rücklagen zu bilden, die anstehende Beerdigung der Mutter von Petra Z. sei nicht zu bezahlen. Da dem Schweizer Ehepaar rund 3.300 Euro fehlen würden, um das Begräbnis finanzieren zu können, wurde mittlerweile via Facebook ein Spendenaufruf initiiert.

Der Prozess gegen Deutschrapperin Loredana ist weiterhin im Gange, ermittelt wird in Bezug auf eine mögliche Deliktsumme von 350.000 Franken (entspricht rund 325.000 Euro). In dieser Höhe hätten Loredana und ihr Management dem finanziell geschädigten Ehepaar zuvor bereits eine Vergleichssumme angeboten. Diese wurde jedoch von Hans und Petra Z. abgelehnt. Als Loredana im Juni ins Schweizer Gericht vorgeladen wurde, wollte die 24-Jährige auf keine Frage eingehen und ließ nur kurz und knapp wissen, dass sie „keine Auskunft“ geben würde.

Der vermeintliche Betrugsskandal wurde zwar schon vor rund einem Jahr aufgedeckt, erhält nun aber eine neue, emotionale Dimension durch die tränenreiche Aussage von Petra Z., nicht einmal mehr die Beerdigung der eigenen Mutter bezahlen zu können. Ein gefundenes Fressen für zahlreiche Social Media-Nutzer, die auf Instagram Ausschnitte des Interviews von 2019 in Form von Memes verwendeten. Die Kommentarspalten in den Beiträgen von Loredana enthalten zum Teil wüste Beschimpfungen und auch Twitter steht nicht still.

Dort ist der Hashtag „#BoycottLoredana“ stark im Trend und versammelt sowohl Gegner der Nummer-eins-Rapperin als auch diverse Hip-Hop-Journalisten, die relativieren und den Hass gegen die 24-Jährige differenzierter betrachten. So gibt es die eine Partei, die sich ausnahmslos gnadenlos gegenüber Loredana zeigt und mit der Musikerin abrechnet. „Besser ist das #BoycottLoredana Prollurlaub machen während ein Mensch dank dir die Tote Mutter nicht vernünftig beerdigen kann“, heißt es in einem Tweet, in dem auf Bilder der Deutschrapperin angespielt wird, die sie im teuren Luxus-Urlaub zeigen - während zeitgleich die Aussagen von Petra Z. durch das Netz kursieren, am Existenzminimum leben zu würden.

Manch einer postet auch nur eine unvorteilhafte Nahaufnahme des weiblichen MCs und versieht diese mit einem gehässigen, teils provokant wirkenden Kommentar. Dies grenzt jedoch schon fast an begnadetem Einfallsreichtum, wird konträr dazu auf Tweets geschaut, die sich fern von Moral und Anstand weit unter der Gürtellinie platzieren und schlicht mit Diffamierungen aufwarten, die auf das Geschlecht oder das Aussehen Loredanas abzielen.

Loredana: Deutschrapperin erhält Hilfe von Hip-Hop-Journalistin Salwa Houmsi - werden männliche MCs weniger kritisch betrachtet?

Im Rahmen des Hashtags „#BoycottLoredana“ stehen aber auch etablierte Hip-Hop-Medien sowie einzelne Journalisten, die sich zum Teil seit mehreren Jahren intensiv mit der Deutschrap-Szene beschäftigen, im Fokus. Exemplarisch zu nennen ist die Berlinerin Salwa Houmsi, die in den sozialen Netzwerken unter dem Alias „Salwa Benz“ in Erscheinung tritt. Die 24-Jährige sieht in dem besagten Hashtag und generell in der öffentlichen Kampagne gegen Loredana eine Form von Sexismus.

Dies würde sich ihrer Ansicht nach schon darin äußern, dass männliche Deutschrapper „durch Raub, Drogen & Abzocke“ polarisieren, dieses „Fehlverhalten“ aber von der „Musikindustrie legitimiert“ werden würde. Namentlich verweist Houmsi unter anderem auf die konkreten Beispiele Fler, Provokateur wider Willen* sowie Bonez MC und Gzuz, allesamt keine Kinder von Traurigkeit und nicht selten in einem negativen Kontext in den Schlagzeilen vertreten.

Im Folgenden wirft die Hip-Hop-Journalistin der deutschen Musikindustrie eine Form der „Doppelmoral“ vor und schreibt: „JA, Frauen dürfen mittlerweile auch mitmachen, ABER: ihr Verhalten wird auf allen Ebenen zehnmal so genau unter die Lupe genommen, wie das ihrer männlichen Kollegen“. Entschlossen verweist die 24-Jährige darauf, dass „Loredanas kriminelle Machenschaften [...] absolut nicht unterstützenswert“ sind, hängt dem aber ein großes aber an, denn: „viele ihrer männlichen Kollegen haben ähnliches lange vor ihr getan und wurden dafür sogar NOCH MEHR vergöttert und abgefeiert“.

Schlussendlich plädiert Salwa Houmsi für Gleichberechtigung hinsichtlich des öffentlichen Umgangs mit Fehlverhalten der unterschiedlichsten Couleur: „Wenn also Konsequenzen für Loredanas Verhalten gefordert werden, dann sollte das gleiche auch für ihre männlichen Kollegen gelten. Ansonsten sehe ich hier nur eine weitere Möglichkeit für Rapfans ihre frauenverachtenden Kommentare ins Internet zu spülen“.

Loredana: Deutschrap und das Problem der „Doppelmoral“ - Narrenfreiheit für 187 Strassenbande-Mitglieder Bonez MC und Gzuz?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass viele männliche Protagonisten der Deutschrap-Szene keine weiße Weste vorweisen können. Dies fängt bereits bei den Hamburger* Gangster-Rappern der 187 Strassenbande an, die in ihrer Musik zuhauf fragwürdige Ansichten und Lebensstile berappen und propagieren. Als Aushängeschilder der 187er gelten gemeinhin Boss Bonez MC und dessen Kumpel Gzuz, für die Stress mit dem Gesetz und Provokationen auf Social Media-Plattformen definitiv keine Fremdwörter sind.

Gzuz befindet sich aktuell in einem noch laufenden Gerichtsverfahren, in dem sich der 32-Jährige für zahlreiche Strafdelikte verantworten muss. So werden ihm unerlaubter Waffenbesitz und versuchter Diebstahl* vorgeworfen. Wie von 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, konnte er zumindest hinsichtlich des Vorwurfs der Körperverletzung vom vermeintlichen Opfer selbst entlastet werden, das seine Anzeige zurückzog*. Ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der 187 Strassenbande-Rapper immer wieder mit dem Gesetz aneckt.

Kumpel Bonez MC wiederum polarisiert durch seinen Umgang mit Frauen, die ihn Musikvideos von ihm oft nur als nettes Beiwerk fungieren dürfen*. Als Konsequenz dessen hagelt es auch schon mal massive Kritik von der eigenen Mutter*. Der 34-Jährige, der auf der Reeperbahn* lebt, schießt auf Instagram gegen ältere Damen* oder wird der Homophobie bezichtigt*. Als Vorbild taugt der 187-Chef nur bedingt, über seine enorme Reichweite und die damit einhergehende Verantwortung, nicht zuletzt bei jüngeren Fans, scheint er sich nicht immer im Klaren zu sein.

Dementsprechend ist es von Salwa Houmsi vollkommen legitim, auf eine „Doppelmoral“ oder gar Scheinheiligkeit hinzuweisen, die in der deutschen Musikindustrie an den Tag gelegt werden würde. Sollte Loredana zu einer Geldstrafe verurteilt werden und ihr die im Raum stehenden, kriminellen Machenschaften eindeutig nachzuweisen sein, so steht es außer Frage, dass solch ein Verhalten aufs Schärfste verurteilt werden muss. Allein, um den jungen Anhängern der Rapperin deutlich aufzuzeigen, dass mit Konsequenzen zu rechnen, wenn sich einzelne auf Kosten anderer bereichern wollen - und den Opfern damit auch noch langfristig schaden. Übrigens: Wegen des vermeintlichen Betrugsskandals soll Loredana von Shirin David gedisst worden sein*.

Doch ist es ebenso wichtig, ein gesundes Maß im Umgang mit dem Fehlverhalten diverser Sprechgesangskünstler aus hiesigen Gefilden zu finden. Wer sich daneben verhält oder gar eine Straftat begeht, hat mit entsprechenden Sanktionen zu rechnen und muss dies auch akzeptieren. Unabhängig davon, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Deswegen wäre es nur konsequent, wenn auch all die männlichen Deutschrapper zur Verantwortung gezogen werden, die Minderheiten diffamieren, durch unflätiges Verhalten „glänzen“ oder sich rechtswidrig verhalten. Pikant: Sowohl Loredana als auch Bushido werden als neue DSDS-Juroren gehandelt*. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Ian West/PA Wire/dpa & Monika Skolimowska/zb/dpa

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