Tatort Frankfurt

Kollegah: Rapper bei Juwelen-Raub erwischt – Polizei-Großeinsatz

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Deutschrapper Kollegah löst in Frankfurt einen Polizei-Großeinsatz aus – beim Videodreh im Frankfurter Bahnhofsviertel mit Fake-Überfall.

  • Kollegah sorgt für Polizei-Großeinsatz.
  • Deutschrap*-Star Kollegah überfallt Juwelier – oder nicht?
  • Zeuge dachte an „Terroranschlag“.

Frankfurt am MainDeutschrapper Kollegah hat am Samstag, 7. November 2020, für einen großen Einsatz der Polizei im Frankfurter Bahnhofsviertel gesorgt. Der vermeintliche Überfall auf einen Juwelier rief Passanten auf den Plan, die direkt die Beamten kontaktierten. Was hat es hiermit auf sich?

Rapper:Kollegah
Geboren:3. August 1984 (Alter 36 Jahre), Friedberg (Hessen)
Vollständiger Name:Felix Martin Andreas Matthias Blume
Ausbildung:Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Musiklabels:Alpha Music Empire, Selfmade Records

Kollegah: Deutschrapper löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Kollegah ist zweifelsohne eine polarisierende Person, die abseits ihrer Musik immer wieder für Schlagzeilen gut ist. Der Deutschrapper provoziert mit Aussagen, Meinungen sowie Haltungen und ist stetig im Gespräch. Nicht zuletzt die an den Düsseldorfer gerichtete Herausforderung, einen MMA-Kampf zu bestreiten*, hat für großes Aufsehen gesorgt. Ebenso wie ein Videodreh im Bahnhofsviertel der Main-Metropole Frankfurt.

Deutschrapper Kollegah hat Ärger mit der Polizei. (24hamburg.de-Montage)

Eigentlich hatte Kollegah nur vor, ein Musikvideo für das Kollaboalbum „Natural Born Killas“, das gemeinsam mit Deutschrapper Asche veröffentlicht wird, zu drehen. Die Aufnahmen für den Clip haben auf einige Passanten allerdings zu authentisch und real gewirkt, sodass als Konsequenz die örtliche Polizei kontaktiert wurde. Fakt und Fiktion konnten in diesem Fall nicht mehr auseinandergehalten werden, der Überfall auf ein Juweliergeschäft wirkte täuschend echt.

Kollegah: Rapper dreht Video mit Anscheinswaffen – Frankfurter Polizei schreitet ein

„Am Samstagnachmittag kam es in der Münchener Straße zu einem größeren Polizeieinsatz. Grund war ein vermeintlicher Raubüberfall auf einen Juwelier. Passanten meldeten der Polizei um 16:10 Uhr per Notruf, dass soeben zwei Personen mit Langwaffen das Juweliergeschäft überfallen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Frankfurt. Die Polizeikräfte sollen die Situation vor Ort schnell unter Kontrolle gebracht haben. Zur Überraschung aller stellte sich ebenso schnell heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen Raubüberfall lediglich um den Dreh eines Musikvideos handelte.

Insgesamt konnten zehn Personen angetroffen werden, darunter auch der Inhaber des Juweliergeschäftes. Im Rahmen der Durchsuchung aller Beteiligten konnten „fünf Anscheinswaffen (zwei Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, zwei Faustfeuerwaffen) sichergestellt werden“. Die „Frankfurter Neue Presse“ schreibt, dass eine Drehgenehmigung der Stadt Frankfurt zwar vorgelegen hätte, „der Produzent des Videos [...] es aber [versäumte], die örtliche Polizei über den Dreh zu informieren“.

Kollegah: Fingierter Raubüberfall wird harsch kritisiert – „grob fahrlässig“, „PR-Aktion“

Die finalen Konsequenzen für diese Aktion würden noch nicht feststehen, ein „Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Führens von Anscheinswaffen“ gegen die Betroffenen soll aber definitiv eingeleitet werden. Kollegah, der 2018 mit dem „Echo-Skandal“ für bundesweite Empörung gesorgt hatte*, sieht in dem vermeintlichen Raubüberfall „ein neues Level an Realismus und Gangster-Rap“. Eine Aussage, an der sich manch ein Politiker stören wird.

Beispielsweise Sicherheitsdezernent Markus Frank. „Genehmigung hin oder her - es ist grob fahrlässig, nicht der Polizei Bescheid zu geben, wenn man sehr realitätsnah einen Überfall simuliert“, wird der CDU-Mann von „Bild“ zitiert. Der Frankfurter Rapper und Musikproduzent Hassan Annouri vermutet gar Kalkül hinter dem Videodreh von Asche und Kollegah. „Am Ende ist das eine PR-Aktion. Die einzigen, die gewonnen haben, sind die Macher des Videos. Ansonsten wurden nur Steuergelder versenkt“, heißt es von Annouri.

Kollegah: Deutschrap-Videodreh lässt Passanten schaudern – „dachte an Terroranschlag“

Die Szenerie im Frankfurter Bahnhofsviertel am Samstag, 7. November 2020, muss erschreckend gewesen sein. Ein Zeuge, der den Polizeieinsatz miterlebt hat, spricht von einer Situation, die er seit „sieben Jahren nicht im Bahnhofsviertel erlebt“ habe. Der Zeuge berichtet von Menschen, die auf der Straße langen und von Polizeibeamten, die laut geschrieben hätten. „Ich dachte zuerst an einen Terroranschlag“.

Schon der Videodreh von Deutschrap-Queen Shirin David* in einer Berliner Villa hatte für ein ähnliches Großaufkommen der zuständigen Ordnungshüter* gesorgt. Ein längeres Statement von Kollegah oder gar eine Entschuldigung, die beispielsweise über Social Media-Plattformen erfolgen könnte, steht noch aus. Stattdessen wirbt der Düsseldorfer in seiner Instagram-Story für sein neuestes musikalisches Werk. * 24hamburg.de, fnp.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa & Frank Rumpenhorst/dpa

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