Musiker unschuldig

Kollegah freigesprochen: Rätsel um Waffe im Auto des Rappers

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Deutschrapper Kollegah ist vom Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen worden. Der 36-Jährige hat die Staatsanwältin von seiner Unschuld überzeugt.

  • Deutschrap-Star Kollegah hat Stress mit der Polizei.
  • Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus.
  • Kollegah kann Anwältin von seiner Unschuld überzeugen.

Update vom Dienstag, 8. Dezember 2020, 13:35 Uhr: Viersen (Nordrhein-Westfalen) – Kollegah ist vom Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen worden. Wie die dpa berichtet, habe der Deutschrapper vor dem Amtsgericht Viersen erklärt, dass er nicht wisse, wie die von der Polizei entdeckte Schreckschusswaffe in seinen Wagen kommen konnte.

Rapper:Kollegah
Geboren:3. August 1984 (Alter 36 Jahre), Friedberg (Hessen)
Vollständiger Name:Felix Martin Andreas Matthias Blume
Ausbildung:Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Musiklabels:Selfmade Records, Alpha Music Empire

Freispruch für Kollegah: Deutschrapper überzeugt Gericht von seiner Unschuld

„Da hat wohl jemand dem Boss eins auswischen wollen“, wird der 36-Jährige von der dpa zitiert. Das Auto von Kollegah habe eine Woche lang defekt auf einem öffentlichen Parkplatz in der nordrhein-westfälischen Stadt Viersen gestanden – mitsamt dem Schlüssel auf einem der Reifen. Der Wagen hätte laut dem Deutschrapper repariert werden sollen.

Deutschrapper Kollegah ist vom Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen worden.

Letztendlich sei der Schlüssel später aber genauso verschwunden gewesen wie die besagte Waffe. Zwischendurch habe ein Unbekannter die Waffe im Wagen deponiert, fotografiert und das Bild im Internet verbreitet. Ein anonymer Anrufer soll daraufhin der Polizei einen Tipp gegeben haben. Aussagen, die für die Staatsanwältin schlüssig klangen – sie beantragte den Freispruch Kollegahs.

Haben gut lachen: Anwalt Christof Miseré und Deutschrapper Kollegah im Amtsgericht Viersen.

Kollegah: Deutschrapper steht vor Gericht – unerlaubter Waffenbesitz

Erstmeldung vom Dienstag, 8. Dezember 2020, 12:31 Uhr: Düsseldorf/Viersen (Nordrhein-Westfalen) Kollegah hat mal wieder Ärger mit der Justiz. Der Deutschrapper muss sich am Dienstag, 8. Dezember 2020, wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht Viersen verantworten. Wie die dpa berichtet, beginnt die Gerichtsverhandlung um 11:30 Uhr. Die zuständige Richterin hat das persönliche Erscheinen vom Musiker angeordnet.

Mit dem Gerichtstermin in Viersen wird Kollegah von seiner jüngeren Vergangenheit eingeholt. Im August 2019 soll der Deutschrapper seinen 160.000 Euro teuren Wagen auf einem Parkplatz in der nordrhein-westfälischen Stadt abgestellt haben. Das auffällige Auto wurde kurz darauf von zwei Polizisten überprüft. Die Beamten fanden in der Mittelkonsole eine täuschend echt aussehende Pistole.

Deutschrapper Kollegah hat Ärger mit der Polizei und muss sich vor Gericht verantworten. (24hamburg.de-Montage)

Diese stellte sich als Schreckschusspistole heraus, welche nach dpa-Informationen unter das Waffenrecht fallen soll. Das Problem: Kollegah besitzt keinen Waffenschein für diese Pistole. Nach Angaben eines Justizsprechers wird der Fall verhandelt, da sich der Düsseldorfer Musiker weigert, den verhängten Strafbefehl in Höhe von 12.000 Euro zu zahlen. Zu den Vorwürfen gegen ihren Mandanten wollten sich die Verteidiger von Kollegah bis dato nicht äußern.

Deutschrap-Star Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Erst im Januar 2020 hatte der muskelbepackte Musiker ein Video via Instagram gepostet, das zeigt, wie Polizisten auf seinem Grundstück unterwegs sind. Darüber hinaus teilte Kollegah auf dem Social-Media-Dienst das Foto eines entsprechenden Durchsuchungsbeschlusses. Durch diesen wurde deutlich, dass sich die Beamten hinsichtlich der Suche und Beschlagnahmung der Schreckschusspistole im Einsatz befanden.

Für Kollegah ist es nicht das erste Mal, dass er sich juristisch verantworten muss. Der 36-Jährige löste im November 2020 im Rahmen eines Videodrehs im Frankfurter Bahnhofsviertel einen Polizei-Großeinsatz aus. Der fingierte Überfall auf einen Juwelier wirkte auf Passanten täuschend echt, die zuständige Polizei wurde informiert. Schnell wurden die Aufnahmen für ein neues Kollegah-Video unterbrochen, medial erntete der Rapper für diese Aktion reichlich Kritik.

Kollegah: Deutschrapper sorgt für „Echo“-Abschaffung – Stress mit Den Geissens

Kollegah weiß solche Kritik aber mittlerweile auch ziemlich gut für sich zu nutzen und zu instrumentalisieren. Aufgrund einer antisemitischen, nicht zitierfähigen, Textzeile sorgten der Musiker und Kompagnon Farid Bang im Vorfeld der „Echo“-Verleihung 2018 für einen handfesten Skandal. Die Nominierung des Duos sorgte für großen Unmut, letztendlich führte die Auszeichnung der beiden Deutschrapper gar zur Abschaffung des Musikpreises. Farid Bang zeigt sich jedoch geläutert und bereut nunmehr seine antisemitische Textzeile.

Kollegah wiederum pflegt weiterhin sein „Bad Boy-Image“ und hat Stress mit den RTL2-Reality-Stars Carmen und Robert Geiss. Jigzaw, Signing auf dem Kollegah-Label „Alpha Music Empire“, hatte die Töchter des Promi-Paares im Song „Medusablick“ beleidigt und den beiden Mädchen gar mit einer Vergewaltigung gedroht. Als Labelboss haftet Kollegah jedoch für die musikalischen Schandtaten seines Zöglings und soll eine Strafe von insgesamt 100.000 Euro an Davina und Shania Geiss zahlen.

Deutschrapper im Gerichtssaal: Gzuz wird verknackt, Fler-Prozess muss neu angesetzt werden

Die Aufforderung zu dieser finanziellen Entschädigung wird von Gerichtsseite aus durch eine schwerwiegende Verletzung der Persönlichkeitsrechte legitimiert. Dies sieht Kollegah jedoch anders, gegen das Urteil wurde Revision eingelegt. Ob Selbiges auch im Fall der Schreckschusspistole passieren wird? Dies gilt es vorerst abzuwarten. Grundsätzlich kann zum Ende des Jahres festgehalten werden, dass sich 2020 zahlreiche, hochkarätige Deutschrapper gegenüber der Justiz verantworten mussten oder zumindest im Gerichtssaal zugegen waren.

Ob Bushido, der als Nebenkläger im Prozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker auftritt, der zu 18 Monaten Gefängnis verurteilte 187-Rapper Gzuz oder der um 10.000 Euro leichtere Shindy – es sind prominente Name der hiesigen Sprechgesangs-Szene, die sich 2020 in den unterschiedlichsten Gerichtsgebäuden wiederfanden. Bushido wird planmäßig am Montag, 14. Dezember 2020, erneut gegen seinen einstigen Geschäftspartner aussagen. Das Verfahren gegen den Berliner Fler hingegen wurde vorerst eingestellt, es soll im Januar 2021 neu verhandelt werden. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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