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Klaus-Michael Kühne: Vermögen, Firma, Familie – und der HSV

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Von: Steffen Maas

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Klaus-Michael Kühne steht in einer Logistikhalle von Kühne und Nagel in Hamburg.
Klaus-Michael Kühne und sein Reich: Sein Logistikunternehmen machte den Milliardär reich genug für Investitionen in die Stadt Hamburg, den HSV und eigene Immobilien. © Angelika Warmuth/dpa

Klaus-Michael Kühne ist einer der reichsten Männer Deutschlands. Das Vermögen aus seinem Logistikunternehmen investiert er unter anderem in den HSV.

Hamburg – Der Milliardär Klaus-Michael Kühne, geboren am 2. Juni 1937 in Hamburg, tritt in der Hansestadt oft als Unternehmer und Geldgeber auf den Plan. Sein Vermögen, das laut Forbes-Magazin auf insgesamt 34,8 Milliarden Euro geschätzt wird (Stand: Juni 2022), machte er mit dem Logistikunternehmen „Kühne und Nagel“. Obwohl Klaus-Michael Kühne und Ehefrau Christine Kühne ihren Wohnort mittlerweile in Feusisberg in der Schweiz haben, bleibt der Hamburger seiner Geburtsstadt eng verbunden und finanziert eigene und öffentliche Projekte – wie den Bau der Elbphilharmonie und den Fußballverein Hamburger SV.

Name:Klaus-Michael Kühne
Geburtstdatum:2. Juni 1937
Geburtsort:Hamburg
Ehepartnerin:Christine Kühne (verh. 1987)
Vermögen:34,8 Milliarden Euro

Klaus-Michael Kühne: Vermögen durchs Familienunternehmen

Auf der Rangliste der reichsten Menschen der Welt des Finanz-Magazins „Forbes“ belegt Klaus-Michael Kühne mit insgesamt etwa 34,8 Milliarden Euro den 33. Platz. In Deutschland macht ihn das zur zweitreichsten Einzelperson nach Lidl-Eigentümer Dieter Schwarz.

Die enorme Explosion seines Reichtums – 2020 wurde sein Vermögen noch auf 13,2 Milliarden Euro geschätzt – geht unter anderem auf die Wertsteigerung des Hamburger Traditionsunternehmens „Hapag-Lloyd“ zurück, an dem Kühne etwa 30 Prozent der Aktien hält. Auch das Familienunternehmen „Kühne und Nagel“, an dem der Milliardär mit über 50 Prozent die Mehrheit der Anteile hält, legte in den vergangenen Jahren enorm an Wert zu.

Eine Familie ohne Erben: „Kühne und Nagel“-Kapital wird Stiftung vermacht

Gegründet wurde das Speditionsunternehmen „Kühne und Nagel“ 1890 gemeinsam von Kühnes Großvater August und Friedrich Gottlieb Nagel, die die Firma gemeinsam aufbauten, bis sie 1907 mit dem Tod Nagels in den alleinigen Besitz von August Kühne überging. Nachdem auch Klaus-Michael Kühnes Vater Alfred im Unternehmen gearbeitet hatte, begann der heutige Milliardär Klaus-Michael im Jahr 1958 seine eigene Karriere beim Familienunternehmen.

Die Familie ist dabei – wie auch der Firmensitz – in der Schweiz beheimatet: In Schindellegi im Kanton Schwyz wohnt Klaus-Michael Kühne mit Ehefrau Christine zusammen. Kinder hat das Ehepaar nicht – und damit auch keine offensichtlichen Erben. Das Vermögen des Milliardärs soll nach seinem Tod in die gemeinnützige Kühne-Stiftung einfließen.

Milliardär Kühne und der HSV: Investitionen in den Profifußball

Sportfans ist Kühne bekannt, weil er Teile seines Vermögens seit jeher in seinen Herzensklub, den Hamburger SV, investiert. So etwa 2010 als er dem HSV 12,5 Millionen Euro für die Transferrechte einiger Spieler überwies – darunter unter anderem die von Marcell Jansen, der das Trikot mittlerweile an den Nagel gehängt hat und nun Präsident des Vereins ist. Seitdem folgten weitere solcher Transaktionen wie Schenkungen, Darlehen oder der Erwerb von Aktien der an der Börse notierten Profiabteilung-Auskopplung des aktuellen Zweitligisten.

Mit den großen Investitionen kam aber auch ein leises Gefühl von Abhängigkeit auf, das Kühnes regelmäßiger und lautstarker Kritik an der Vereinsführung immer eine gewisse Brisanz verlieh. Oft war dabei die Transferpolitik das zentrale Thema, so etwa im Herbst 2021, als er davon sprach, dass im Verein „herumgewurschelt“ werde „wie eh und je“. Seit 2019 richtet sich diese Kritik mehr oder weniger direkt an Geschäftsführer Jonas Boldt, der mit diesen Einwürfen von außerhalb immer diplomatisch umging.

Nähert sich Kühne dem Verein wieder an?

Das scheint nicht allzu schlecht zu funktionieren. Denn nachdem Kühne 2018 noch verkündet hatte, den Verein nicht mehr finanziell unterstützen zu wollen, wird ihm auch aufgrund eines guten Drahtes zu Präsident Marcell Jansen wieder mehr Klubnähe unterstellt. So erwarb Milliardär Kühne im März 2022 erneut die Namensrechte für das Hamburger Volksparkstadion.

Er verzichtete als Rechteinhaber bereits von 2015 bis 2020 auf eine kommerzielle Umbenennung und erlaubte dem Verein, den traditionellen Namen Volksparkstadion zu nutzen. Diese Absprache gilt nun erneut bis Sommer 2023. Vor 2015 hatte die Spielstätte 14 Jahre lang den Namen von jeweils drei verschiedenen Sponsoren getragen.

Engagement in der Heimatstadt: Luxushotel gebaut und Elbphilharmonie unterstützt

Neben seines Engagements für den HSV investiert Klaus-Michael Kühne auch im gesamten Hamburger Stadtgebiet. Dazu zählen eigene, gewerbliche Projekte, wie der Bau eines Logistikzentrums für „Kühne und Nagel“ in Obergeorgswerder oder die Errichtung des Luxushotels „The Fontenay“ direkt am Ufer der Außenalster.

Doch auch karitatives Engagement schreibt sich Kühne auf die Fahne. So unterstützte er nach eigenen Angaben den Bau des Konzerthauses Elbphilharmonie mit etwa fünf Millionen Euro – zum Dank trägt der exklusive Raum direkt unter dem Dach nun den klangvollen Namen „Christine und Klaus-Michael Kühne Sky-Lounge“.

Kontroverse Pläne für die Staatsoper

Gerne würde der Wahl-Schweizer der Hansestadt noch ein weiteres kulturelles Highlight gönnen: Er brachte im Frühjahr 2022 einen rund 300 bis 400 Millionen Euro teuren Neubau eines Opernhauses ins Spiel, den er in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Unternehmer René Benko realisieren will. Der Haken: Kühne würde dafür gerne die denkmalgeschützte Hamburgische Staatsoper am Gänsemarkt abreißen.

Dafür erntete er umgehend Widerstand: Der Denkmalverein verwies auf die über 300-jährige Geschichte des Gebäudes und seine Bedeutung als Kulturdenkmal der Nachkriegsmoderne. Aus dem Senat kam zwar eine Bestätigung über Gespräche mit Kühne, allerdings auch eine deutliche Absage an seine Pläne in der aktuellen Form: „Wir haben hier eine wunderschöne Oper am Gänsemarkt. Dieses Haus steht unter Denkmalschutz, und es wird hier stehen bleiben und bespielt werden“, verkündete Kultursenator Carsten Brosda im Juni 2022.

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