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Kleiner Mann, große Lust: ProSieben-Star Klaas Heufer-Umlauf wehrt sich gegen Busengrapscher-Vorwürfe

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Von: Yannick Hanke

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Das TV-Duo Joko und Klaas hat mit seiner „Männerwelten“-Aktion für bundesweites Aufsehen gesorgt. Doch es gibt auch Kritiker, die den ProSieben-Stars Sexismus vorwerfen. Nun wehrt sich Klaas Heufer-Umlauf.

Berlin/Hamburg – Die TV-Komiker Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf stehen immer wieder in den Schlagzeilen. Zuletzt aufgrund ihrer Pro7-Sendung „Männerwelten – Belästigung von Frauen, die auf den Sexismus, der Frauen im Internet entgegengebracht wird, aufmerksam machen sollte. Die Thematisierung von sexueller Gewalt brachte dem kultigen TV-Duo zwar viel Lob ein, doch gibt es auch Kritik. Und die hat es in sich.

Fernsehmoderator:Klaas Heufer-Umlauf
Geboren:22. September 1983 (Alter 36 Jahre), Oldenburg
Größe:1,74 m
Lebenspartnerin:Doris Golpashin (2012)
Filme:Weihnachten mit Joko und Klaas, Die Goldfische, Sing
Musikgruppe:Gloria

Pro7-Stars Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt: Sexismus-Vorwurf

Konkret wird den beiden Entertainern vorgeworfen, sich selbst sexistisch verhalten zu haben. Die Anschuldigung bezieht sich auf einen Videodreh von neoParadise, einer ehemaligen Sendung von Heufer-Umlauf und Winterscheidt auf dem SpartensenderZDFneo. Im Rahmen dieser Produktion besuchten die TV-Moderatoren die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin und erhitzten durch eine Aktion Winterscheidts die Gemüter.

Auf Anweisung von Heufer-Umlauf sollte der gebürtige Winterscheidt einer Hostess an die „Mopedklappen und an den Arsch fassen“, wie es der heutige „Late Night Berlin“-Moderator nennt. Der gebürtige Mönchengladbacher sträubte sich zwar dagegen, konnte seinen inneren Schweinehund aber dennoch überwinden. Er tippte einer blonden Hostess auf die Brustwarze und berührte ihren Hintern. Sehr zur Freude von Heufer-Umlauf, der dieses Vorgehen von Kumpel Joko zwar als „ekelhaft“ bezeichnete, sich aber sichtlich über die Aktion amüsierte.

„Die stand da und hat sich wirklich entwürdigt gefühlt. Die fährt jetzt gleich nach Hause und wird schön heulen unter der Dusche“, erklärte der gebürtige Oldenburger seinem Bruder im Geiste. Immerhin: Joko Winterscheidt war sein Verhalten sichtlich peinlich. „Ich schäme mich gerade. Das ist so eklig“, ließ er damals verlauten.

Klarstellung via „Baywatch Berlin“: Heufer-Umlauf bezieht Stellung

Trotz gezeigter Reue wurde diese Aktion quasi aus dem digitalen Archiv gefischt und wird den beiden Pro7-Moderatoren nun vorgehalten. Im Kontext ihrer „Männerwelten“-Aktion wird ihnen Scheinheiligkeit vorgeworfen. Sie würden letztendlich nur das verurteilen, was sie zumindest in der Vergangenheit selbst vorgelebt haben. Wenn auch vor laufender Kamera und für das entsprechende Format zugespitzt.

Doch das Internet vergisst nicht und der Shitstorm tobt. Zu viel für Klaas Heufer-Umlauf, der sich nun zu den Anschuldigungen äußert. Dies geschieht im Rahmen seines Podcasts „Baywatch Berlin“, den der 36-Jährige zusammen mit Jakob Lundt und Thomas Schmitt (nicht zu verwechseln mit „Hacki“-Tommi Schmitt) betreibt.

In der neuesten Ausgabe des Podcasts, die auf den Namen „Joe Echsotics hundertjähriger Umzug“ hört und am Freitag, den 22. Mai 2020, erschienen ist, heißt es vonseiten des Moderators: „Wenn ich jetzt ein paar Jahre zurückgehe und mir überlege, wie ich vor ein paar Jahren über dieses Thema nachgedacht habe [gemeint ist der Sexismus gegenüber Frauen; Anmerkung des Verfassers] und wie ich vor den 15 Minuten [gemeint ist die „Männerwelten“-Sendung; Anmerkung des Verfassers] und danach darüber nachgedacht habe - dann hat sich bei mir der Prozess nochmal weiterentwickelt“, lässt Heufer-Umlauf verlauten.

Pro7-Star Klaas Heufer-Umlauf wohnt einer Veranstaltung der Münchener Medientage bei, erzählt und gestikuliert.
Wer austeilt, muss auch einstecken können. Eine Faustregel, die Pro7-Star Klaas Heufer-Umlauf am eigenen Leib erleben muss. © Felix Hörhager/dpa/picture alliance

„Dämlich und verletzend“: Pro7-Star zeigt späte Reue

„Ich weiß auch, dass man mit einem anderen Bewusstsein dafür auch viel eher mal in die Situation geraten ist, sich so zu verhalten, dass es einem todespeinlich ist. Und Jahre später denkt man darüber, wie man jemals in die Situation gekommen ist, sich so zu verhalten", führt der in Berlin lebende TV-Star aus.

Auch gibt Heufer-Umlauf zu, dass er und Kumpel Joko Bedenken hatten oder zumindest wussten, dass sie mit Gegenwind rechnen können. „Uns war ja auch klar, dass wenn wir das so groß machen, natürlich auch geguckt wird, wie Joko und Klaas ihre letzten 15 Jahre im Fernsehen verbracht haben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns Sachen gefunden werden, die hochgradig peinlich und falsch waren“, weist der 36-Jährige eine vermeintlich weiße Weste von sich.

„Man hat früher dumme Witze gemacht und ist sich einfach nicht bewusst, wie dämlich und verletzend etwas sein kann. Es sind Dinge, die muss man erstmal lernen. Das ist schmerzhaft, da schämt man sich auch für sich selbst. Und das sollte man sich auch nicht mehr gegenseitig durchgehen lassen“, geht der Entertainer hart mit sich selbst ins Gericht. Das sollte den Kritikern von Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt zumindest ein Stück weit den Wind aus den Segeln nehmen.

„Männerwelten“: Plattform für Frauen verurteilt sexistische Anfeidungen

Denn im Grunde haben die beiden Entertainer mit ihrer „Männerwelten“-Aktion nur versucht, Missstände offensiv und in aller Öffentlichkeit anzuprangern und aufs Schärfste zu verurteilen. Da sie selbst nicht mit sexistischen Anfeindungen auf Social Media-Plattformen konfrontiert werden, überließen Heufer-Umlauf und Winterscheidt ihre 15 Minuten Sendezeit auf Pro7 ausschließlich betroffenen Frauen. Durch die Sendung führte Autorin und Moderatorin Sophie Passsmann, zu Wort kamen unter anderem Palina Rojinski und Jeannine Michaelsen, wie „nordbuzz“ berichtet*.

Quelle: 24hamburg.de

* nordbuzz ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktions-Netzwerkes.

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